„Werther” von Jules Massenet

Premiere am 6. Dezember 2014 im Theater Duisburg

Martin Breil über „Werther“

Werther_11Internet_FOTO_MatthiasJungDies vorab, die Inszenierung von Jules Massenets „Werther“ von Joan Anton Rechi am Samstagabend war ein riesen Erfolg und das Publikum spendete reichlich Applaus. Dass das Theater nicht ganz ausverkauft war, lag vielleicht daran, dass sich mancher an seinen Deutschunterricht vor vielen Jahren erinnerte, als man unter den „Leiden des jungen Werther“ litt oder auch am Stoff, den man sich im Novembergrau nicht so gern antun möchte. Aber weit gefehlt:

„Mit allen seinen Tiefen seinen Höhen
Roll ich das Leben ab vor deinem Blick,
Wenn du das große Spiel der Welt gesehen
So kehrst du reicher in dich selbst zurück“
(Friedrich Schiller, zu lesen über dem Portal der Oper Duisburg)

Der Zuschauer erlebt in einer Rückschau den Zeitraum zwischen dem Todesschuss und dem eintretenden Tod Werther`s. Ein durch die wunderbare Musik Massenets getragenes Auf und Ab der Gefühle, dass Werther und die geliebte Charlotte durchleiden, weil beide im Geflecht gesellschaftlicher Konventionen nicht mehr zurechtkommen. Als Charlotte schließlich ihre Liebe gesteht, ist es zu spät… Kein komplexer Handlungsbogen, aber Emotion pur. Hervorragende Darsteller, ein überzeugendes Bühnenbild (nicht kitschig, nicht verstörend, modern) und ein umwerfender Kinderchor bescheren dem Zuschauer einen außergewöhnlichen Abend. Oper anders, dank Monsieur Massenet, danke DOR.

Kathrin Pilger über „Werther“

Werther_02Internet_FOTO_MatthiasJungDie Farben wirken  blass und fahl, fast wie im Nebel. Das Grün ist ein gedämpftes Jagd-Grün, das Rot changiert zwischen symbolträchtigem blutrot und liebesrot. Andere Farben gibt es zwar auch, doch nimmt man deren Präsenz aufgrund des immer dominanter werdenden Rot-Grün-Kontrapunktes praktisch gar nicht war. Das karge Bühnenbild, das sich später verengt auf zwei gegeneinander  gedrehte, weit auseinanderstehende Sessel im Fokus, passt perfekt zur Stimmung der Protagonisten:  Charlotte und Werther – das unglückliche Liebespaar, dessen dramatisches Schicksal sich im Laufe der Aufführung immer weiter zuspitzt: Hat Werther zu Beginn noch die Hoffnung, die bereits an ein Ehegelübde gebundene und schließlich auch verheiratete Charlotte durch beharrliches Werben gewinnen zu können, so verliert sich diese Perspektive spätestens im 3. Akt immer mehr. Am Ende bleibt nur der Freitod Werthers, dessen Vollzug  in der Inszenierung von Joan Anton Rechi  gleich zweimal gezeigt wird: Zu Beginn fällt ein Schuss, Werther stirbt, verlässt als Alter Ego nach kurzer Zeit die Bühne, abgelöst von einem lebendigen Werther, so dass klar wird, bei der Darstellung handelt es sich um eine Retrospektive. Das Stück endet mit dem Tod Werthers, der sich qualvoll lange hinzieht. Charlotte bleibt verzweifelt zurück. Die gesangliche Leistung  beider Hauptdarsteller (Andrej Dunaev als Werther und Sarah Ferede als Charlotte) ist beeindruckend: Das Verlangen, das Leiden und die Verzweiflung werden im Timbre der Stimmen unmittelbar erfahrbar. Unterstrichen werden die Emotionen durch die ausdrucksvolle musikalische Begleitung der Duisburger Philharmoniker. Meinen persönlichen Geschmack hat diese Oper nicht ganz getroffen, was vielleicht am Libretto lag. Doch wer einen interessanten Opernabend erleben will, ist mit dieser Inszenierung sicherlich gut bedient.

Christoph Grätz über „Werther“

Werther_05bInternet_FOTO_MatthiasJungÜberraschend ist, dass die Inszenierung von Massenets „Werther“ der Deutschen Oper am Rhein, mit dem Selbstmord des Protagonisten beginnt. Noch bevor der Vorhang sich hebt, ist der Schuss zu hören.
Überzeugend singen und spielen die Hauptakteure des Abends die „Leiden des jungen Werther“ und seiner geliebten Charlotte. Die Verzweiflung Charlottes, die ihrerseits Werther liebt, aber „nicht sein kann, was nicht sein darf“. Der schmachtende Werther, der sich vor Liebe verzehrt, abgewiesen von Charlotte und doch über alles gewollt. Das ist – wie ich meine – der Stoff aus dem Oper gemacht sein sollte. Große Gefühle. Überwältigend waren für mich vor allem die Duette der beiden Hauptfiguren. Wenn es dann auch mal lauter im Orchester wurde, konnten alle Sängerinnen und Sänger an Intensität mithalten. Die Balance zwischen Orchester und Vokalisten stimmt, dank der souveränen Leitung des Orchesterchefs Lukas Beikircher.
Auch die schauspielerische Leistung der Akteure überzeugt vor allem in den authentisch gespielten handgreiflichen Szenen. Man nimmt Andrej Dunaev und Sarah Ferede den Schmerz, die Verzweiflung, Leidenschaft und unerfüllte Sehnsucht ab, vor allem in den starken Partien nach der Pause. Besonders dicht ist die Szene in der Charlotte aus den Briefen Werthers aus der von ihr selbst auferlegten Verbannung zitiert. Auch Elena Sancho Pereg in der Rolle der Sophie, Charlottes Schwester, überzeugte stimmlich und schauspielerisch. Die hochemotionale Handlung wurde durch das zurückgenommene Bühnenbild wirkungsvoll kontrastiert. Wichtigstes Ausdrucksmittel war hier das, wie ein Hologramm anmutende grüne, rote und blaue Streiflicht, das die Szene eintaucht.
Liebeskummer, Weltschmerz und unerfüllte Sehnsucht, Gefühlszustände die auch heute noch, vor allem junge Menschen in den Selbstmord treiben. Auch heute leiden Menschen an der Welt und die Zerbrechlichen bleiben dabei manchmal auf der Strecke. Starke und überwältigende Gefühle: Ja es gibt sie auch heute noch, selten sieht man sie aber so intensiv und romantisch wie an diesem Opernabend.
Meine Empfehlung: „Unbedingt reingehen. Ein Opernabend emotional ergreifend mit viel schöner Musik.“

Julia Kulig über „Werther“

Werther_03bInternet_FOTO_MatthiasJung„Werther“ „Werther!“ so ruft Charlotte immer wieder. Jedes Mal, wenn sie ruft, wird ihr Leid deutlich. Charlotte, einem anderen Mann versprochen, lernt Werther kennen und verliebt sich in ihn. „Die Tränen, die man nicht weint, fallen alle in unsere Seele zurück“ singt Charlotte. Sie erlaubt sich selbst emotional zu sein, bleibt jedoch auf der anderen Seite derart vernunftgesteuert, sich nicht gegen das Ehearrangement aufzulehnen. Vernunft und Leidenschaft stehen hier im Widerstreit. Schnell zeichnet sich ab, dass diese Liebesgeschichte tragisch enden wird. Genau hiermit arbeitet die Inszenierung: Das Publikum weiß von Anfang an, dass Werther sterben wird und sieht im Stück Werthers Erinnerungen an seine schönen und tragischen Erlebnisse in den letzten Monaten vor dem selbstgewählten Tod. Während die Geschichte ihren Lauf nimmt, haben wir als Publikum die Möglichkeit, die Bildsprache der Inszenierung, die stimmliche Leistung der Sänger und die Klänge des Orchesters zu genießen. Die Szenen sind teils dramatisch, tief emotional, doch kippt hierbei die Stimmung nicht ins Kitschige. Zwischenzeitlich gibt es Szenen, in denen die Schauspieler ruhen und somit die Konzentration auf der Musik des Orchesters liegt. Dadurch bot sich mir ein guter Raum dem Turbulenten des vorherigen Geschehens nachzufühlen und die Musik wirken zu lassen. Schon von Beginn an äußert Werther Todesabsichten. Ist er an einer Depression erkrankt? Er ist jung, es ist vielleicht seine erste große Liebe – über weitere Umstände erfahren wir wenig. Während der Inszenierung frage ich mich immer wieder, was Werther dazu bringt, seinen gesamten Lebensinhalt in Charlotte zu sehen. Deutlich wird einzig sein immer stärker werdender Todeswunsch. Gibt es einen aktuellen Bezug? Wenn ich einen herstellen kann, dann das die Erkrankung Depression heutzutage immer mehr in der Gesellschaft offen kommuniziert wird. Aktuell äußern sich beispielsweise Betroffene über das eigene Krankheitsbild Depression in der Öffentlichkeit. Auf Twitter finden sich unter dem Hashtag #notjustsad viele sehr ehrliche, teils selbstoffenbarende Äußerungen zu dieser Erkrankung, die beispielsweise zeigen, dass sich auch mit dieser Erkrankung leben lässt. Mein Fazit: Dieser Abend nimmt uns als Publikum mit auf eine Reise durch Werthers Erinnerungen. Sie regt zum Nachdenken an. Dank der stimmlich sehr guten Sänger ist dieses Mit-Erleben mit vielen berührenden Szenen verbunden.

„Aida” von Giuseppe Verdi

 Premiere am 28. November 2014 im Opernhaus Düsseldorf

Horst Eckert über „Aida“

Aida_01Internet_FOTO_MatthiasJungDiese Oper ist eine Wucht.
Wir sind in Ägypten. Es geht um die Liebe, um Leben und Tod. Zwei Frauen lieben einen Mann, die eine ist die Sklavin der anderen. Radames liebt Aida, die kriegsgefangene Sklavin. Amneris, die verschmähte Dame, ist die Tochter des ägyptischen Herrschers – das kann nicht gut ausgehen. Zumal Aida wiederum die Tochter des äthiopischen Königs ist, die Länder stehen im Krieg miteinander, und ausgerechnet Radames soll die ägyptischen Truppen gegen Aidas Heimatland anführen. Der Konflikt der Individuen verschmilzt mit großer Politik. Großes Drama, von Verdi wunderbar zum Klingen gebracht.
Nein, wir sind nicht in Ägypten. Regisseur Himmelmann verlegt das Stück nämlich aus der Pharaonenzeit ins Europa jener Zeit, als die Oper entstand. Man muss ein Auge zudrücken, wenn katholische Priester von Isis singen, aber es passt dennoch. 1870/71 gab es den deutsch-französischen Krieg (weil die Kostüme zunächst nicht aus dem belagerten Paris gelangen konnten, musste die Uraufführung in Kairo verschoben werden), die Oper rückt uns näher, erinnert an unsere Geschichte, rührt an. Fast schwingt bei Aidas Schicksal das Elend der syrischen Flüchtlinge von heute mit, zumindest musste ich zu Beginn daran denken.
Zum Triumphmarsch werden Särge auf die Bühne getragen. Kein Heldenpathos, sondern ein Erinnern an das Massensterben im Krieg, wie es Verdi, ein sehr politischer Mensch, in Paris miterlebte. Ich kann mir kaum noch vorstellen, wie man Aida ohne Särge inszenieren könnte. Warum sich allerdings die ägyptische Priesterin auf ihnen räkeln musste, hat sich mir nicht erschlossen. Auch musikalisch ist der Abend ein tolles Erlebnis, hervorheben möchte ich den Chor sowie Morenike Fadayomi in der Titelrolle. Und am Schluss setzt das Bühnenbild dem Ganzen die Krone auf.
Eine Wucht, die aber ihre Figuren in den Vordergrund rückt und auf Mitgefühl setzt. Sehenswert!

Andreas Schütz über „Aida“

Aida_05Internet_FOTO_MatthiasJungDas schönste Bild des Abends? Für mich das Ende des zweiten Aktes. Es ist ein volles Bild. Es befinden sich nahezu alle Akteure auf der Bühne und daher ist es für mich das aussagekräftigste Bild. Es spiegelt für mich wider, wie ausgewogen die Leistungen des Abends waren. Hauptakteure, Chor und Extrachor der Oper bilden ein homogenes und rundes Erlebnis des Abends. Das zweitschönste Bild des Abends? Das Schlussbild, bei dem das biedere Ambiente der Gesellschaft sich als Sargdeckel auf die Gruft mit den Liebenden senkt und damit auch unmissverständlich klarstellt, dass derartige, nicht standesgemäßen Verbindungen keinen Platz in der Gesellschaft und keine Zukunft haben. Das verwirrenste Bild des Abends? Eine Priesterin wälzt sich klageliedsingend auf den Särgen der ersten „Kriegshelden“, die gerade noch von den Witwen und Waisen beweint wurden. Für mich ein Ausdruck über den Wahnsinn des Krieges und das sinnlose Sterben. Schauspielerisch ist das für mich eine der größten Leistungen des Abends gewesen und der Beifall, den Eva Bodorová dafür am Ende erhält zeigt, dass der Großteil des Publikums dies auch so gesehen hat. Die Särge bleiben auf der Bühne und mahnen so weiter. Besonders im dritten Akt, als sie nur noch schwarze Kisten ohne goldenen Heldenkranz sind. Wie schnell ist der Tod im Krieg alltäglich. Ein starkes Element, das hier eingesetzt wurde. Aber auch keine leichte Kost. Durch die Verlagerung der Handlung aus dem alten Ägypten in die westliche Welt des späten 19. Jahrhundert kommt es schon zu einigen gewöhnungsbedürftigen Bildern. Wenn westlich gekleidete Kleriker und Militärs von Theben und der Isis singen, darf man es nicht so genau nehmen. Noch ein Wort zu den Kostümen. Sehr schön und aufwändig gestaltet, bilden sie eine schöne Brücke zur Opulenz, die es so sicher auch im alten Ägypten gegeben hat.

Barbara Huck über „Aida“

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Zwei  Frauen, Aida und Amneris lieben denselben Mann. Der Mann, Radames liebt Aida. Aber die Liebe der beiden muss verheimlicht werden, denn Aida, insgeheim die äthiopische Herrschertochter,  ist seit  einer kriegerischen Niederlage die Sklavin der Pharaonentochter Amneris. Diese wiederum weiß, das Aida ihre Rivalin ist. Durch den erneut aufkeimenden Krieg zwischen  Ägypten und Äthiopien geraten alle drei in ein auswegloses Dilemma aus Macht , Ohnmacht , Loyalität und Verrat,  das zum Schluss ins Verderben führt. Ein hochdramatischer Opernstoff, mit wuchtiger Musik, wunderbaren Arien, tollen Chören und traumhaften Kostümen . Der Auftritt der vom Publikum sehr gefeierten Priesterin, die mit einem  Ausdruckstanz  über  Särge die Toten betrauert , wirkte auf mich übertrieben theatralisch. Das Bühnenbild des 1. und 2. Aktes hat mich etwas irritiert. Ein feudaler, mit Palmen und Nippes eingerichteter Salon, war  merkwürdigerweise  von einer asiatisch anmutenden Sprossenwand gerahmt. Diese Kombination hat mich anfangs ein bisschen verwirrt und abgelenkt. Nach dem erneuten ägyptischen Sieg, für den Radames zur Belohnung mit Amneris verheiratet werden  soll, sind nur noch diese Sprossen übrig. Sie entpuppen  sich  als Neonröhren, die kalt und unbarmherzig die verzweifelten  Handlungen der Protagonisten beleuchten, und auch, wahrscheinlich beabsichtigt, die Augen des Publikums schmerzen. Als alle gescheitert sind –  verschmäht , verraten , verurteilt – wird die grell erleuchtete Bühne zur Grabkammer für Aida und Radames. Um sie zu schließen, senkt sich ganz langsam der Salon von oben herab. Aber dort herrscht echte Grabesstimmung. Amneris sitzt mit ihrem Vater und einem Priester verloren  im Halbdunkel und beklagt den grausamen Tod ihres geliebten Radames. Diese großartige Schlussszene hat mir ausgesprochen gut gefallen. Während Aida und Radames unten  im gleißenden Licht zuversichtlich  ihrem gemeinsamen Tod entgegen singen, wissen sie oben nicht, wie das Leben weitergehen soll. Herrlich.

Fatma Dogan über „Aida“

Aida_07Internet_FOTO_MatthiasJungDie Oper Aida von Guiseppe Verdi wurde unter der Leitung von Regisseur Philipp Himmelmann und dem Bühnenbildner Johannes Leiacker absolut faszinierend neu umgesetzt: Die Tragödie dieser komplexen Liebesgeschichte spielte, wie dem Bühnenbild zu entnehmen war, im 19ten Jahrhundert und beeindruckte mit seinen Requisiten und vor allem seinen liebevoll gestalteten Kostümen, die offensichtlich hochwertig und professionell verarbeitet worden sind. Das Bühnenbild war in zwei Zeiten geteilt, zum einem – mit seiner Ausstattung und seinen Kostümen – in das 19te Jahrhundert und andererseits – mit seiner ungewöhnlich wirkenden und flexibel veränderbaren Lichtsituation durch die im Hintergrund installierten Neonröhren – in die heutige Gegenwart. Diese beiden unterschiedlichen Gestaltungsstile passten sich durchgehend, mit Feingefühl, der Handlung an und unterstrichen somit das innere Befinden der Figuren der Geschichte; sei es, dass sich das Bühnenbild vertikal in drei Teile teilte oder die Lichtsituation so grell wurde, dass man fast nichts sehen konnte. Das Stück wurde dadurch zu einem physischen Erlebnis, das die Sinne ansprach und psychisch Raum zur Interpretation ließ. Die Handlung selbst war fließend gespielt und gesungen, doch ganz besonders fiel mir die schauspielerische und gesangliche Leistung von Eva Bodorová auf. Als Sacerdotessa konnte sie im Besonderen mit ihrer bizarren und überraschenden Tanzeinlage einen interessanten Bruch mit dem Gesang des Chores und der generellen Harmonie des Stückes herbeiführen. Zu applaudieren war auch dem Chor, der schön anzuhören war und harmonisch im Zusammenspiel mit dem Ganzen stand. Nicht nur der Chor beeindruckte akustisch, sondern auch die sechs Trompetenspieler, die im zweiten Akt auf der Bühne standen. Anders formuliert, die Mobilität des Chores und der Sänger auf der Bühne, die immer aus unterschiedlichen Richtungen jeweils unterschiedlich intensiv klangen, sorgten für viel akustische Abwechslung. Die Hauptdarsteller Aida, Amneris und Radamès wirkten sehr authentisch auf der Bühne und konnten die Themen: Leid, Macht und Liebe dieses Stückes, mit ihrer Leistung gut fühlbar werden lassen. Gefühlt war es ein Stück, das für mich viel zu schnell zu Ende ging. Es war für mich definitiv eine Inszenierung, die ich gerne ein zweites Mal sehen wollen würde.

Christina Irrgang über „Aida“

Aida_08Internet_FOTO_MatthiasJungDer Vorhang geht auf und unmittelbar, mit dem ersten Bühnenbild, strahlt dem Betrachter der “Aida” etwas Magisches entgegen. Die Bühne der Deutschen Oper am Rhein ist in einen Kolonialstil gehüllt: Palmenpflanzen, Polstersessel mit geschwungenen Beinen, ein Flügel. Der ägyptische Schauplatz des Stückes scheint von europäischem Prunk ausgehöhlt, ummantelt. So treten auch die Darsteller hier nicht in Pharaonengewändern, sondern in einer Mode der Gründerzeit auf und spiegeln einen Stil der Zeit, in dem Giuseppe Verdi die Oper verfasst hat – 1871 wird sie im Opernhaus in Kairo aufgeführt. Aida jedoch, die äthiopische Sklavin, hebt sich in ihrem Hausmädchengewand vom Prunk des Interieurs ab. Sie ist ausgeschlossen von dem Gefüge, das sie umgibt. Und schon die erste Szene spiegelt das Drama, das sich durch die Narration der Oper zieht: Aida und Radamès, der später zum Heerführer Ägyptens wird, umtänzeln sich heimlich, fallen auf einem Sofa übereinander her und träumen mit Blick in den Himmel von einer gemeinsamen Zukunft, in der sich ihre Liebe als gelebtes Glück verwirklichen darf. Diese Zukunft aber wird ihr gemeinsamer Tod werden. Die Kämpfe zwischen den Völkern Ägyptens und Äthiopiens, zwischen der Pharaonentochter Amneris, Radamès und Aida, werden in imposanten und impulsiven Gesängen und Musiken im Verlauf der fast dreistündigen Oper dargeboten. Das Bühnenbild spiegelt dabei immer wieder die innere Dramaturgie der Akteure, so vor allem, wenn Eva Bodorová als Gran Sacerdotessa, als Priesterin, mystisch, ätherisch und magisch das Reich der Toten beschwört und dabei von transluziden Klängen umsponnen wird. Es geht um Liebe und Verehrung und Liebe, die über den Tod hinaus reicht. Es geht um Territorium, Vaterland, Heimat und Zugehörigkeit, es geht um Fluch. Es ist ein Kampf zwischen Nationen, Geschlechtern, politischer sowie gesellschaftlicher Stellung und ein Kampf, die eine wahre Liebe nicht zu verlieren. Es geht um Einsatz. Die Inszenierung der Deutschen Oper am Rhein gibt Hoffnung: schließt das Stück szenisch mit drei Kerzen ab, deren Flammen das Dunkel des Saales erhellen, und Aidas Kampf um die Liebe – lebendig begraben mit Radamès – als Licht des Lebens kommentiert. Das Immaterielle, das dem Pomp entkommt und überdauert, beschließt ein poetisches Ende. Und doch ist es im Schauen und Hören dieser Oper immer wieder der Überschwang und das Ringen, das große Lust bereitet, fasziniert und ein Gefühl erzeugt, man möge nach dem Fall des Vorhangs gleich wieder hingehen und Aidas Emphase beiwohnen.

Christian Hein über „Aida“

Aida_02Internet_FOTO_MatthiasJungWas für eine wundervolle Oper. Diese Version von Aida, wohl eine der bekanntesten Verdi Opern, hat eine große Erwartungshaltung ausgelöst. Die Geschichte der nubischen Prinzessin, die als Sklavin am ägyptischen Hofe dient und sich in den ägyptischen Heerführer  Ramades verliebt. Wenn man sich die interessante Geschichte dieser Oper vergegenwärtigt und bedenkt, dass selbst Verdi bei der Uraufführung in Ägypten im Jahre 1871 Probleme hatte die Requisiten zeitig herbeizuschaffen, aufgrund des Deutsch- Französischen Krieges, ist man in der gezeigten Version ebenfalls etwas überrascht. Die tragisch romantische Geschichte von Aida und Ramades findet keineswegs in einem  ägyptischen Bühnenbild statt, sondern eher in einem christlichen Umfeld mit Kostümen und Accessoires des späten 19. Jahrhundert Europas. Die Hohepriester tragen katholische Robe, die Darsteller europäische Kleidung aus der Zeit der Entstehung der Oper. Diese etwas unentschlossene Interpretation findet sich auch im Bühnenbild wieder. Eine multifunktionale Bühne, mit marmoriertem Boden und einer in den entscheidenden Momenten eingesetzte Neonröhrenbeleuchtung sind eher halbmodern und halbklassisch. Ein gelungenes Stilmittel sind eine Addition von schwarzen Särgen, die nach dem Sieg über die äthiopischen Truppen und die Gefangennahme Aida´s Vaters gelungen als Metapher für die Sinnlosigkeit und Tragik des Krieges, als auch als spannungsvolles Bühnenbild verwendet werden. Auch wenn das Bühnenbild uneindeutig und wenig  ästhetisch erscheint, gibt es überzeugend die verschiedenen Spielorte am Nil, bei Hofe und zuletzt, sehr eindrucksvoll als Grabkammer wider.  Die Leistung der Düsseldorfer Symphoniker ist wieder einmal fabelhaft. Amneris überzeugt sowohl gesanglich als auch schauspielerisch mehr als Aida, die zwar äußerlich wunderbar geeignet ist, allerdings nicht äthiopisch adelig überzeugt. Es war wieder einmal ein wunderbarer Opernabend, und mit wenigen Abstrichen bezüglich des etwas zu wenig untermalenden Bühnenbildes absolut empfehlenswert!

„Die Zirkusprinzessin” von Emmerich Kálmán

Premiere am 8. November 2014 im Theater Duisburg

Birgit Idelberger über „Die Zirkusprinzessin”
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Clowns im Foyer, auf der Treppe, zwischen den Reihen.Eine witzige und gelungene Einstimmung auf die Zirkusprinzessin bevor der Vorhang aufgeht.
Und dann doch der Einsturm auf alle Sinne. Eine Zirkusarena bunt und schön auf der Theaterbühne. Man kann gar nicht anders, lässt sich ein auf den bunten Reigen um die Liebe, geleitet durch den flotten Takt der Musik und der Handlung.
Die wahre Liebe hinter dem Schein, der am Ende Nichts wert ist. Die Liebe, die trotz aller Irrungen und Wirrungen am Ende obsiegt. Damals und auch heute ein aktuelles Thema.
Es wird an diesem Abend mit Leichtigkeit im Gesang und Akrobatik präsentiert. Das berührt jeden, jedoch nicht mit Schwermut, sondern humorvoll sich auflösend dem Happy End entgegen.  Eine gelungene Mischung von operettenhaftem Kitsch und Akrobatik einer erstklassigen Gruppe von Clowns wird geleitet durch die Musik Emmerich Kálmáns. Alle Protagonisten agieren schauspielerisch und gesanglich hervorragend, so dass es ein herrlich vergnüglicher Abend wird,  den man so schnell nicht vergisst.

Kathrin Pilger über „Die Zirkusprinzessin”
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Auf dem Spielplan stand: eine Operette! Oh je, dachte ich – und das bei meinem allerersten Einsatz als Opernscout. Assoziationen an Anneliese Rothenberger und Rudolf Schock stiegen in mir auf– beide nicht gerade Idole meiner Jugend. Nicht frei von Befangenheit, aber dennoch sehr gespannt, betrat ich das Theater in Duisburg, um mir die „Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger vom Staatstheater am Gärtnerplatz München, anzusehen. Im Zuschauerraum wurden die Besucher von anmutigen, freundlich winkenden Clowns begrüßt, die akrobatisch durch die Sitzreihen klettern und von Zeit zu Zeit silberglitzerndes Confetti warfen. Als genauso leicht und spritzig entpuppte sich dann die gesamte Vorstellung: kurzweilige Unterhaltung, ein leicht verständlicher Plot. Liebe und Intrige, Eifersucht und Neid, Schein und Sein – uralte Themen der Menschheit, die an Aktualität bis heute nichts eingebüßt haben. Wie in Operetten üblich, waren die Themen garniert mit Anspielungen und Anzüglichkeiten („Liese, komm auf meine Wiese“ usw.), was dem allzu vorhersehbaren Ende -selbstverständlich ein „Happy End“ – besonderen Charme verlieh. Die Musik war wunderbar und lud zum Mitklatschen, -wippen und –schunkeln ein. Sowohl die künstlerische Leistung der  Sängerinnen und Sänger als auch das Spiel der Duisburger Philharmoniker haben mich in den Bann gezogen. Noch Stunden nach der Aufführung gingen mir die „Zwei Märchenaugen“, die sich fast leitmotivisch durch den  gesamten Abend zogen, nicht aus dem Kopf. Das Bühnenbild, eine Zirkusmanege in angenehmer Farbigkeit, wirkte genauso transparent und unbeschwert wie das gesamte Spiel; die Requisiten glitten scheinbar schwere- und lautlos über den Boden der Bühne, selbst die großen Schlitten der russischen Offiziere. Die schauspielerische Leistung hat mir ebenfalls gut gefallen – vor allem die Dialoge, oft durchsetzt mit Wiener Schmäh, wirkten dynamisch und frisch. Diese Dynamik wurde von den eingangs erwähnten Clowns, die das gesamte Spiel flankierten, aufgenommen und pantomimisch umgesetzt. Waren die Protagonisten traurig oder enttäuscht, so wich auch aus den Clowns die Körperspannung und sie sackten theatralisch in sich zusammen. Ich habe den Abend im Theater Duisburg sehr genossen und kann die Aufführung nicht nur Operettenfans wärmstens empfehlen. Die (Hemm-) Schwelle, einen Abend in der Oper zu verbringen, liegt bei diesem emotional ansprechenden Stück, für das keine Vorkenntnisse nötig sind, sehr niedrig.

Ralf Kreiten über „Die Zirkusprinzessin”
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Ich hatte einen unterhaltsamen und sehr entspannten Abend mit der Zirkusprinzessin.
Die Aufführung hat mich beeindruckt durch ein grandioses und herrlich buntes Bühnenbild, durch zirkusbunte Kostüme und ein sehr gut aufgelegtes Ensemble. Die fast dreistündige Aufführung ist daher sehr kurzweilig und amüsant.
Insbesondere Boris Eder als Toni Schlumberger und Susanne Grosssteiner als Miss Mable Gibson haben mich mit Ihrer Spielfreude und hervorragendem Gesang begeistert. Eine schöne Idee von Josef E. Köpplinger war es, die einzelnen Szenen durch eine Clownstruppe zu begleiten. Durch ihr clowntypisches Pantomimenspiel, mit Tanz und viel Schabernack, unterstreichen sie für den Zuschauer Gefühle und Erleben der Protagonisten. Die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts haben diese Aufgabe, trotz ständiger Präsenz auf der Bühne, in einer sehr unbeschwerten und faszinierenden Art erledigt.
Die Musik von Emmerich Kalman ist leicht verdaulich, dabei aber auch abwechslungsreich; mal flott und mal mit viel Gefühl. Die verschiedenen musikalischen Richtungen von Wiener Walzer über flotte Zirkusrythmen und Märschen, hin zu ungarischen/russischen Melodien bis zu Anklängen aus der amerikanischen Unterhaltungsmusik der 20 Jahre, werden von den Duisburger Philharmonikern durchweg in bekannt guter Weise präsentiert. Allein der Chor hat mir über weite Strecken nicht gut gefallen, da der Text nicht verständlich gesungen wurde und viele Sequenzen einfach zu laut waren.
Obwohl ich kein Operettenfreund bin und die Zirkusprinzessin nur besucht habe, weil ich Sie als Opernscout bewerten sollte, habe ich meinen Besuch nicht bereut. Der Abend war sehr unterhaltsam und die Aufführung ist insgesamt wirklich empfehlenswert.

Julia Kulig über „Die Zirkusprinzessin”
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Die Zirkusprinzessin dreht sich um die Wichtigkeit einer hohen gesellschaftlichen Stellung. Die Figuren versuchen hier auf ihre jeweilige Art einen Erfolg zu erreichen oder zumindest vorzutäuschen, um ihrem Wunsch an ein gutes Leben mit dem/der Wunschpartnerin näher zu kommen. Ist dies ein weiterhin aktuelles Thema? Ich denke, dass wir dies in Zeiten von Facebook, Twitter, Tumblr und dem Phänomen des allgegenwärtigen Selfies (also Selbstportraits) mit ‚Ja‘ beantworten können.
Die Handlung des Stückes spielt hauptsächlich im Zirkus, was viel Raum für Abwechslungsreiches und Lebendiges mit sich bringt – die Kostüme und die Kulisse sind farbenprächtig, es blinkt und glitzert aller Orten. Wenn ich früher im Theater war, hatte ich meist einen Schauspieler, der mir besonders gefiel. Dies kann ich für die Zirkusprinzessin nicht sagen, da ich mich für alle Charaktere und Schauspieler begeistern konnte. Mein Eindruck ist, dass alle Sänger auf einem sehr hohen Gesangsniveau anzusiedeln sind und mit viel Spielfreude auf der Bühne stehen. Als besonders empfinde ich, dass während des gesamten Stückes Clowns mit auf der Bühne sind, die die Handlung begleiten, indem sie sich beispielsweise über das Geschehene lustig machen oder auch mitfühlend Anteil nehmen. Manche Szene erhält durch sie eine zusätzliche Erlebnisebene.
Mein Fazit: Wer statt eines Kinogangs einen bunten, lebendigen Abend erleben will, in dem man sich gut  von schönem Gesang und der turbulenten Stimmung eines Zirkus mitreißen lassen kann – demjenigen kann ich dieses Stück sehr ans Herz legen!

Martin Breil über „Die Zirkusprinzessin”
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Premierenstimmung in der Oper Duisburg. Auf dem Programm steht „Die Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kàlmàn, Operette in drei Akten. Nach der „Csardasfürstin“ in der Saison 2013/14 bereits das zweite Werk dieses Komponisten auf der Duisburger Bühne. Würde diese Inszenierung ebenso erfolgreich sein, wie die letzte?  Schon wieder Operette? Ist das der richtige Ort für dieses Genre? Man durfte gespannt sein…
Emmerichs Operette hatte 1926 Uraufführung. In der Zeit zwischen dem 1. Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise verlagert der Komponist die Handlung in das Jahr 1912, in einen Zirkus nach St. Petersburg und das Wiener Hotelrestaurant „Erzherzog Karl“, also in das zaristische Russland und die K.u.K. Monarchie. Und anstatt in Ernsthaftigkeit angesichts des 1. Weltkrieges und seinen Folgen für Europa zu verharren, zelebriert er einen Beziehungs-reigen zwischen Liebe und Leid, Intrige und Neid im Stile der sog. goldenen 20er Jahre und unterlegt die Handlung mit einem bunten Strauß von Operettenmelodien, bestehend aus Càrdàs-, Walzer- und Tanzrhythmen der 20er Jahre. Dazu Liedtexte, die jeder emanzipierten Frau die Haare zu Berge stehen lassen.
Das Bühnenbild und die Kostüme sind bunt und wenig abstrakt, die Handlung leicht nachvollziehbar. Dazu kommt die hervorragende schauspielerische und gesangliche Leistung der Akteure, bestens aufgestellte Duisburger Philharmoniker unter Wolfram Koloseus und eine Truppe von 12 Clowns, die ununterbrochen in pantomimischer Bravour das Stück begleiten und dem Operettenkitsch einen Schuß Poesie verleihen.
Es wirkt auf mich schon sehr klischeehaft und wenig reflektiert, was auf der Bühne geschieht, aber vielleicht will es auch gar nicht mehr sein. Und die Moral von der Geschicht, dass es doch besser ist, die (Zirkus-)maske vor dem nächsten und sich selbst bei Zeiten fallen zu lassen und offen und ehrlich auf einander zuzugehen, ist nicht die schlechteste . Und so lasse ich mich nach der Pause auf den farbenfrohen Reigen auf der Bühne ein und bin überrascht, wie kurzweilig wieder einmal ein Abend in der Deutschen Oper am Rhein sein kann. Eine Empfehlung für alle, die sonst die Scheu besitzen, eine Oper zu betreten und an den Feiertagen bzw. Sylvester noch nichts vorhaben.

Dragan Milicevic über „Die Zirkusprinzessin”

DieZirkusprinzessin_10_FOTO_HansJoergMichelEine Operette kann bekanntlich etwas bunt und sentimental werden. Wenn diese dann auch noch den Titel “Die Zirkusprinzessin” trägt, mag man meinen, dass das Übermaß an Kitsch schon vorprogrammiert sei. Nun, einige Erwartungen werden sicherlich erfüllt. Keine Frage: Es wird bunt und sentimental. Jedoch wird es nie zu viel, eher ist die Dosierung der potentiellen Kitsch-Komponenten genau richtig! Wie ein Clown, weiß das Stück seine fröhlichen und traurigen Seiten zur Schau zu stellen, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Nicht zuletzt auch wegen der wunderbaren Musik Emmerich Kálmáns, die mit seinen immer wiederkehrenden Melodien und seinen Einflüssen aus amerikanischer Show-Musik und russischer Romantik für ein wohliges Gefühlschaos sorgt – knapp am Kitsch vorbei. Der Humor des Stücks, sowie das überzeugende und atmosphärische Bühnenbild überzeugen jung und alt. Meine Empfehlung daher: Ein Besuch mit der ganzen Familie.

Jessica Gerhold über „Die Zirkusprinzessin”

DieZirkusprinzessin_07_FOTO_HansJoergMichelDie Liebe ist ein Zirkuszelt und darin geht es ziemlich bunt, zeitweise verwirrend, aber am Ende natürlich glücklich vereint zu. So bot sich mir, mit der „Zirkusprinzessin“, eine klassische Operette zu meiner Premiere als Opernscout – und der Einstieg hätte leichter nicht sein können.  Das Bühnenbild präsentierte sich fröhlich modern mit Leuchtschrift und einer großzügigen Zirkusmanege. In diese Szenerie betteten sich  die verschiedenen Handlungsstränge der zueinanderfindenden Liebespaare ohne Schwierigkeiten ein. Generell wirkte die gesamte Inszenierung sehr harmonisch. Ich empfand besonders die Stimmen der Fürstin Fedora Palinska und des Mister X als sehr angenehm und mir gefiel  die professionelle Natürlichkeit, welche die reiferen Darsteller ausstrahlten. Des Weiteren fiel mir positiv auf, wie unaufdringlich die jeweilige Atmosphäre zum einen durch das Orchester und zum anderen durch die ständig präsenten Clowns unterstütz wurde. Während der Aufführung habe ich mich bei folgendem Gedanken ertappt: „Was für eine schöne leichte „Samstagabendunterhaltung“…schade, dass du nur durch die Einladung als Opernscout diese Aufführung siehst und nicht von selbst darauf gekommen bist!“ Meinen Freunden und Bekannten möchte ich nach diesem Abend sagen: Lasst uns doch einmal gemeinsam in die Operette gehen und einen leichten, entspannten Abend mit vielen engagierten und fesselnden Künstlern und einem traumhaften Bühnenbild erleben!

Ballett am Rhein – b.21

Premiere am 17.Oktober 2014 im Opernhaus Düsseldorf

Horst Eckert über „b.21“

Ballett am Rhein Düsseldorf / Duisburgb.21    ALLTAG Ch. Hans van ManenEin Tanzabend in drei Teilen. „Alltag“ heißt das kurze Stück in der Mitte von Hans van Manen, in dem ein Choreograph (getanzt von Martin Schläpfer, dem Düsseldorfer Ballettdirektor) über ein neues Stück nachdenkt, es zu tanzen beginnt, zuerst allein, dann mit einer Partnerin, und zuletzt auf seinem Stuhl darüber nachsinnt, während ein junges Paar tanzt. Weil zwei Generationen von Tänzern (Schläpfer ist 54) agieren, lässt sich das Stück auch als Auseinandersetzung mit dem Altern lesen – zumindest ist man beim Schauen dankbar darüber, dass man überhaupt zum Interpretieren eingeladen wird. Die zwei anderen Stücke tun das nicht. Und das ist die große Schwäche des Abends.
Er beginnt mit „Serenade“ von George Balanchine, einer Choreographie aus den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zu einer Musik von Tschaikowsky. Junge Frauen in viel Tüll tanzen vor einer blauen Wand, hübsch anzusehen und so sinnfrei wie antiquiert. Man kommt sich vor wie im Ballettmuseum.
Der Abend endet nach einer zweiten Pause mit einer Choreographie von Schläpfer selbst zu Brahms‘ zweiter Symphonie. Die Sprache der Bewegungen ist hier natürlich moderner, aber nicht frei von Klischees: Männer heben Frauen, die grazil ihre Beine spreizen. Und doch birgt dieses Stück fast unerwartet das Highlight des Abends: ein berührendes Solo zum kurzen dritten Satz der Symphonie (Tänzerin: Marlúcia do Amaral). Was allerdings der rote Faden sein soll, der die drei Choreographien verbindet, blieb mir verborgen.

Andreas Schütz über „b.21“

b21_Serenade_HP2_38Die Zusammenstellung der drei Stücke war eine gelungene Komposition an sich und erzählt eine eigene Geschichte: Ein eher klassisches Stück als Einführung in die Materie Ballett. Dann die Arbeit des Choreographen und als Drittes das Ergebnis der Arbeit des Choreographen. Das erste Stück „Serenade“ hat auch 80 Jahre nach seiner Erstaufführung nichts an Aktualität verloren und erzählt die Geschichte von Verlassen werden und neuer Liebe. Eine Geschichte, von der jeder zumindest schon einmal gehört hat. Die Kostüme sind schlicht, aber elegant. Das Bühnenbild ist quasi nicht vorhanden, oder ist das leichte Hellblau das Bild? Ich finde es gut: die Konzentration auf die Tänzerinnen und Tänzer fordern die ganze Aufmerksamkeit. Teilweise ist es recht voll auf der Bühne. Mich hat die Walzerszene im ersten Pas de deux verwirrt, erst im Verlaufe des Stückes erkenne ich, dass es die glückliche Zeit des Paares darstellt. Die Zeit vor der Trennung. Rasant geht die Geschichte weiter und endet in einer grandiosen Schlussszene in der die Verlassene wie in einer Prozession herausgetragen wird. Das Ende einer Liebe ist nicht das Ende des Lebens. Im zweiten Stück „Alltag“ erfahren wir vom Schaffen eines Choreographen. Und in diesem Fall von keinem geringeren als dem Düsseldorfer Ballettdirektor Martin Schläpfer. Der sich dann auch selber spielt bzw. tanzt. Man merkt direkt, dass die Geschichte von Hans van Manen für ihn geschaffen wurde. Es passt einfach wunderbar. Es ist fast auch unglaublich, wie Martin Schläpfer den Zuschauer seinen kreativen Prozess spüren lässt. Die ersten Gedanken, die sich in Schritte wandeln und direkt verworfen werden. Dann der Reifungsprozess, bis das Stück den eigenen Anspruch an Perfektion erfüllt. Und der Kreative sinkt erschöpft zu Boden. Das ist alles so schön nachfühlbar. Dann folgen die Übungsphasen, bis schließlich das Stück perfekt wiedergegeben wird, hier dargestellt durch das Pas de deux von Doris Becker und Alexandre Simoes. Grandios! Und schließlich verlässt der Schöpfer der Choreographie leise die Bühne. Sein Werk ist getan. Martin Schläpfer zeigt hier, dass auch ein reifer Mann noch tänzerische Höchstleistung zeigen kann. Er ist im Vergleich zu den jungen Tänzern sicher nicht mehr der schnellste auf der Bühne, aber durch seine reiche Erfahrung kennt er die Abkürzungen, um dennoch höchste Qualität zu liefern! Über das dritte Stück „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“ kann ich nur sagen, das mich die tänzerische Leistung unheimlich beeindruckt hat. Ich konnte aber leider keine Geschichte mehr erkennen, vielleicht war ich aber auch schon zu erschöpft von den Bildern vorher. Mir haben die Anzüge der Tänzerinnen und Tänzer gut gefallen, sie haben die Ästhetik der tanzenden Körper unheimlich verstärkt. Aber: Aus Enten werden keine Schwäne, auch wenn man sie weiß anmalt …

Lucas Croon und Christina Irrgang über „b.21“ 

Ballett am Rhein Düsseldorf / Duisburgb.21    ALLTAG Ch. Hans van ManenGeorge Balanchines Serenade, eine Abendmusik, hat den Abend eröffnet. LC betrachtet die klassisch gehaltene Inszenierung distanziert, CI hält vor emphatischer Spannung nahezu die Luft an: aus der strengen Hochsteckfrisuren lösen sich die Haare, wehen im Wind des Tanzes wie die hellblauen langen Tüllröcke zwischen den Schrittfolgen und Körperlinien. Es scheint auch ein Tanz zwischen den Zeiten zu sein, zwischen den Lieben, die eine Liebe suchend, ihre Gestalt suchend. Daran knüpfte dann Hans van Manens “Alltag” an, der mit Martin Schläpfer eine beeindruckende Figur zwischen Geste und Tanz auf der Bühne gewonnen hat. LC ist noch Tage später begeistert. Was ihn entgegen Balanchines Uniformen bei Manen bewegt: das Freie. Das Erinnern, Entsinnen, Festhalten, das als Spiegel durch die Doppelung des Tänzerpaares inszeniert wird. Tänzer und Tänzerin begegnen sich, einmal älter, einmal jünger, wie in einem Traum. Die minimal gehaltene Bühne mit sichelartigem Linienverlauf im Hintergrund lässt ahnen, dass es hier um eine Zwischenrealität geht, in der doch jede Geste und Pose konkret und bedacht gesetzt ist. Er sei auf der Suche nach “eine[r] Sprache unserer Zeit”, schreibt Martin Schläpfer im Programmheft. Die Musik kommt vom Band. Die Tanzsequenzen sind ehrlich und euphorisch, zurückhaltend und auf wundersame Weise eben jene Sprache, die wir sofort verstehen. Dann Schläpfers Inszenierung von Johannes Brahms’ Symphonie Nr. 2. Es gäbe so viele Worte zu den immer wieder faszinierenden, auf der Bühne zwischen Symphonie und Ekstase navigierenden Körpern zu sagen, doch am meisten beeindruckte sie in Schläpfers Annäherung an Schwanensee: Marlúcia do Amaral im Allegro grazioso. Es ist ganz still im Saal und wohl der ruhigste Moment des Abends. Schritt für Schritt setzt sie hintereinander, tanzt rückwärts über Fuß zu Fuß in Serpentinen von der Bühne. Applaus!

Christian Hein über „b.21“

Balanchine_Serenade_(c) The George Balanchine trust_03_FOTO_Gert WeigeltEin wunderbarer Ballettabend in drei Gängen. Die unterschiedlich und sehr abwechslungsreich ein wunderbares Menü ergeben haben. Der Abend startet mit „Serenade“ zu der wunderbaren Musik von Tschaikowski. Aus der Sicht des Ballettneulings eine wunderbare klassische Inszenierung. Mit einem puristischen, fast nicht vorhandenen Bühnenbild. Ein hellblauer, gedämpfter großformatiger Hintergrund mit einer dezenten seitlichen Streifbeleuchtung. Die Kostüme klassisch schlicht bleibt dem Betrachter nichts als die Schönheit des Tanzes. Man kann eine Geschichte zu der schönen Musik erahnen…es geht um eine Frau, die offensichtlich Orientierung sucht….sich Tänzergruppen anschließt, und sie wieder verlässt…oder verlassen muss…bis sie schließlich davongetragen wird. Die Poesie der offenen Geschichte, die Schönheit des Tanzes sind Genuss genug…ohne einen exakten tieferen Sinn zu suchen. Um so mehr verwundert es, dass die Uraufführung in den 1930er Jahren für Empörung gesorgt hat…und einen Wendepunkt in der Geschichte des Ballett eingeläutet hat. Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, wie wohl eine Choreographie übermittelt wird, so dass man sie nach achtzig Jahren noch in ihrer ursprünglichen Form aufführen kann.
Nach einer Pause findet man sich im „Alltag“ wieder. Wahrscheinlich im Alltag von Martin Schläpfer oder anderen Ballettschöpfern. Ein wunderbares Stück, das von Anfang bis Ende nicht an Spannkraft und ausdrucksstarkem Tanz verliert. Der Ballettmeister überlegt sichtlich unrastig auf einem Stuhl, der mit einer gespannten Leine und der seitlichen Beleuchtung das Bühnenbild ausmacht. Er überlegt … an was? Möglicherweise im Traum … an einer Bewegungsfolge, an einer Choreographie. Nach und nach kommen Figuren auf die Bühne, zuerst wie ein Schatten … dann immer intensiver. Schläpfer findet so ausdrucksstarke Bewegungen, die mehr und mehr eins werden mit seinen Figuren, die möglicherweise nur in seinem Kopf existieren. Das Stück aus seinem Kopf ist nun Realität. Toll. Sehr gelungen. Das Einzige, was der Zuschauer vermisst, ist die Musik aus dem Orchestergraben. Sie kommt leider vom Band.
Nach diesem sinnlichen Erlebnis geht es zu Schläpfers Symphonie Nr.2 von Johannes Brahms. Das als Drittes an diesem Abend in seiner Wirkung etwas angestrengt erscheint. Das Bühnenbild, kräftige, großformatige expressive Pinselstriche gibt der Bühne eine Atmosphäre, gegen die die Tänzer sich behaupten müssen. Zumal ihre Kostüme, meliert in dunkelblauen Farben dem Gesamtbild etwas düsteres, melancholisch Kraftvolles verleihen. Zusammen mit der Musik von Brahms wirkt die Darstellung etwas angestrengt, und meiner Meinung nach überfrachtet. Die Figuren, die getanzt werden bleiben aber dennoch präsent und beeindruckend, wie z.B. eine sehr disziplinierte horizontale Figur, die sich aus mehreren Tänzern zusammensetzt. Eine wunderbare Leistung der Düsseldorfer Symphoniker und der Tänzer. Ein Ballettabend, den man nicht vergisst. Sehr zu empfehlen!

Max Ohagen über „b.21“

Schlaepfer_Johannes Brahms - Symphonie Nr 2_10_FOTO_Gert WeigeltDer Abend war für mich persönlich sehr beeindruckend gewesen. Ich habe eine große Hochachtung vor der Leistung des gesamten Ballettensembles. Die musikalische Leistung des Orchesters steht dem in nichts nach. Einen Abend mit Livemusik dieser Güte ist ein außerordentlich kostbares Gut, welches jedem zugänglich sein sollte. In Verbindung Tanz und Musik erlebte ich eine “Achterbahn der Gefühle”. Die Musik des Orchesters als auch die Einspielung der Musikstücke im zweiten Teil bildeten sowohl Gleichklang als auch stellenweise den nötigen Kontrast zum Tanz. Emotion pur. Besonders emotional erlebte ich den zweiten Teil des Abends. Großartig! Bühnenbild und Kostüme waren in allen drei Teilen gut abgestimmt und entführten einen gleichermaßen. Besonders beeindruckend die Leistungen der Solisten; die Passagen ohne Musikeinspielung haben mich geradezu elektrisiert. Genial! Die Aufhebung der Schwerkraft, die gefühlte “Leichtigkeit” – Körperbeherrschung unter großem Einsatz. Ein Abend der mich unglaublich bereichert nach Hause entließ. Einfach Freude pur.

Margarete Sonnen über „b.21“

Ballett am Rhein Düsseldorf / Duisburgb.21    ALLTAG Ch. Hans van ManenEin wunderschöner Ballettabend. Die drei Darbietungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Jede von ihnen hat mi auf ihre Art gut gefallen. Wobei mich die erste Aufführung der Serenade besonders angesprochen hat. Es ist ein klassisches und romantisches Ballett mit einem reduzierten Bühnenbild. Die Tänzerinnen tragen schlichte und dennoch raffinierte Tutus, die ihre elfenhafte Ausstrahlung unterstützen. Der blaue Hintergrund lässt ihre anmutigen Bewegungen regelrecht erstrahlen. Die Erzählweise dieses Stückes hat mich fasziniert, da sie den Alltag der Ballerinen aufgreift: So wird beispielsweise gezeigt, wie eine Tänzerin während der Probe stürzt. Die Musik harmoniert mit der tänzerischen Darbietung und ist ein großer Genuss. Die künstlerische Leistung von Martin Schläpfer im zweiten Stück „Alltag“ hat mich besonders beeindruckt. Er überzeugt in diesem ihm auf den Leib geschriebenen Werk mit einer unglaublichen Ausdruckskraft. Auch in dieser modernen Choreographie lässt das zurückgenommene Bühnenbild – ein einfacher Holzstuhl ist die einzige Requisite – die Künstler wunderbar zur Geltung kommen. Sehr berührend fand ich den Auftritt von Schläpfers Tanzpartnerin Marlúcia do Amaral, die seine Bewegungen zunächst wie ein Schatten im Hintergrund begleitet, um dann mit ihm gemeinsam als Paar Gestalt anzunehmen. Hier wird einfühlsam die Geschichte einer Beziehung zwischen zwei Menschen in der Welt des Tanzens erzählt – einfach toll! Im dritten Teil des Abends hat mich vor allem die schöne Musik von Johannes Brahms begeistert. Der erste Satz hat mir gut gefallen, da die Bewegungen des Ensembles auf mich phantasievoll und gelöst wirkten. Das letzte Drittel wurde mir etwas zu lang und der Teil, der ganz ohne Musik getanzt wird, hat mir nicht zugesagt. Insgesamt ist b.21 eine lohnenswerte und abwechslungsreiche Ballettaufführung, die ich mir gerne noch einmal ansehen würde – schon wegen des Stückes Alltag; es war viel zu schnell vorbei.

„Ariadne auf Naxos” von Richard Strauss

Premiere am 27.September 2014 im Opernhaus Düsseldorf

Claudia Graw über „Ariadne auf Naxos”

Ariadne_auf_Naxos_15Internet_FOTO_HansJoergMichelDie Oper „Ariadne auf Naxos“ war mir vor diesem Abend nicht geläufig. Ich hatte nur vom „Spiel im Spiel“ gehört und war gespannt auf dessen Umsetzung. In meinen Augen ist das in dieser Aufführung wunderbar gelungen und die Verflechtung von Vorspiel und eigentlicher Oper mit leichter Hand inszeniert. Im Laufe des Vorspiels erhalten auf der einen Seite die übermütige Tanzgruppe um die lebensfrohe Zerbinetta, auf der anderen Seite das Ensemble der ambitionierten Operndarsteller den Auftrag, ihre Künste gemeinsam in einem Spiel zu präsentieren. Dass dies ein ungewöhnliches Unterfangen werden dürfte und hier zwei Welten aufeinander treffen, nimmt die Inszenierung geschickt auf. So beginnt der Abend fast beiläufig, denn der Saal bleibt zunächst hell erleuchtet, Bühnenarbeiter laufen weiter geschäftig zwischen den Kulissen hin und her und die Darsteller geben sich ein munteres und türenklapperndes Stelldichein. Alles wirkt improvisiert. Später erlischt das Licht im Saal, die Übertitel laufen nun, die Oper beginnt. Jetzt trägt Karine Babajanyan das wunderschöne Kleid, das sie von der Primadonna zur Ariadne werden lässt. Sie singt mit viel Pathos von ihrer Todessehnsucht, jedoch sorgen vor allem die Einlagen der Tanzgruppe und der gewitzte Einsatz der Requisiten dafür, dass der ironische Charakter des Stücks erhalten bleibt. Ganz großartig fand ich zum Beispiel wie Elena Sancho Pereg als Zerbinetta mit einer Arie in höchsten Tönen und mit vollem Körpereinsatz eine echte Opernsängerin parodiert. Aber auch alle anderen Rollen waren in meinen Augen hervorragend besetzt und haben so zu einer mitreißenden Aufführung beigetragen. In der Schlussszene stoßen „Ariadne“ und „Bacchus“ -jetzt wieder Primadonna und Tenor- auf den Abend an. Das haben sie sich wirklich verdient!

Lucas Croon und Christina Irrgang über „Ariadne auf Naxos”

Ariadne_auf_Naxos_04Internet_FOTO_HansJoergMichelDas Stück “Ariadne auf Naxos” basiert auf Briefen zwischen Hugo von Hofmannsthal und Richard Straus. Die Form des Gesprächs wird mehr oder weniger auch zur Basis des Stücks: eine Debatte zwischen Oper und Theater, eine Begegnung von Ariadne und Zerbinetta, das Ineinandergreifen von heroisch-mythologischen Figuren und Figuren der Commedia dell’arte. Es ist eine Debatte über Kunst und Nicht-Kunst, ja eine zeitgenössische Kultur-Kritik des 1912/16 uraufgeführten Stücks. Diese Auseinandersetzung, die Brisanz zwischen Pathos und dem Komödienhaften, ist in der Düsseldorfer Fassung leidenschaftlich inszeniert. Der Gesang und die Musik des Stückes “Ariade auf Naxos” sind großartig dargeboten. Wir sind von einzelnen Passagen nachhaltig beeindruckt, die Melodien und Gesänge geistern durchs Gehör. Wenngleich das Vorspiel von Hugo von Hofmannsthal zu lang erschien – schnell setzte Ungeduld ein und der Wunsch nach einem fortlaufenden Geschehen. Der Charakter der Probebühne, so wie er in Hofmannsthals Beschreibungen umrissen ist, wird eingelöst durch Transparenz, setzt sich auf spiegelnde Weise die Architektur der Deutschen Oper am Rhein und der Publikumssaal auf der Bühne fort. Auch die Musiker finden darauf Platz, was jedoch visuell überladen erscheint. Auch die Bebilderung mit historischen Szenen, präsentiert als Reproduktionen aus der Sammlung Stiftung Museum Kunstpalast, wirkt überladen. Das “Zu-Viel” der optischen Inszenierung nimmt dem Spiel auf der Bühne die Konzentration, lenkt zuweilen ab von dem eigentlichen “Spiel im Spiel” und dem künstlerischen Kampf zwischen Oper und Theater. Wer siegt? Die innere Ähnlichkeit der Charaktere – und Strauss’ Entscheidung, den Komponisten mit einer Frau, einer Hosenrolle, zu besetzen. Nur schade, dass die Rolle in der heutigen Inszenierung nicht in ähnlicher Reform mit “Komponistin” bezeichnet wird.

Horst Eckert über „Ariadne auf Naxos“

Ariadne_auf_Naxos_02Internet_FOTO_HansJoergMichelAriadne – davon handelt der zweite Teil – leidet an gebrochenem Herzen und sehnt ihren Tod herbei. Als es den Gott Bacchus auf ihre Insel verschlägt, hält sie ihn zunächst für Hermes, der sie ins Totenreich geleiten soll, doch schließlich verliebt sie sich in ihn wie er sich auch in sie. Im ersten Teil erfahren Komponist und Sänger dieser Oper, dass ihr Auftraggeber das Stück gekürzt und mit einer Komödie um die promiske Zerbinetta verquirlt aufgeführt haben will, woraus sich eine Diskussion um die Vereinbarkeit von Kunst und Unterhaltung entwickelt.

Bei Richard Strauss (Musik) und Hugo von Hofmannsthal (Libretto) siegen Ernst und Pathos auf ganzer Linie. Sogar Zerbinetta, die Ariadnes Anwandlungen zuerst zurechtstutzen will („Vernunft in die Verstiegenheit“), bekennt plötzlich, dass ihre Leichtigkeit nur Fassade sei und schmachtet völlig unvermittelt den Komponisten der Oper an („Du bist wie ich“). Am Sinneswandel von Ariadne, die am Schluss doch leben will und sich neu verliebt, hat sie keinen Anteil, sondern kommentiert ihn nur („Kommt ein neuer Gott gegangen, hingegeben sind wir stumm“).

Die Inszenierung (Dietrich W. Hilsdorf) bemüht sich wacker, gegen diesen Gefühlsbombast anzuspielen. Die Feuerwerksgeräusche und die daraufhin noch vor dem Ende hinausströmenden Zuschauerdarsteller aus der ersten Reihe brechen das Pathos ein wenig, ebenso die Kostümierung des Bacchus mit Glitzershirt und rosafarbener Satinhose. Großartig ist Elena Sancho Pereg als Zerbinetta, ihr Gesang und ihr Spiel bleiben in Erinnerung.

Barbara Huck über „Ariadne auf Naxos“

Ariadne_auf_Naxos_17Internet_FOTO_HansJoergMichelDas Konzept dieser Oper ist sehr interessant. Angeblich sollen aus Zeitgründen und aus einer Laune des Gastgebers heraus die Aufführung einer Oper und der Auftritt einer komödiantischen Tanztruppe zusammengelegt werden. Bekannt gegeben: fünf Minuten vor der Aufführung. In Wahrheit ist dies ein geschickter Schachzug, geplant von Richard Strauss und Hugo von Hoffmannsthal: Ernst und Unterhaltung werden gleichzeitig auf die Bühne gebracht, um dem Drama die Spitze zu nehmen und gleichzeitig dem Publikum und der Kritik der Wind aus den Segeln. Ein Disaster für den ambitionierten Komponisten, der seine wunderbare Oper auf diese Art verhunzen soll. Kein Problem für die freche Zerbinetta, Kopf der Komödianten, die sofort weiss, wie das gelingen kann.  Die Oper Ariadne auf Naxos erzählt die traurige Geschichte der von Theseus verlassenen Ariadne, die vor Kummer sterben möchte. Sie wartet nur auf die Ankunft von Hermes, der ihr den Tod bringen soll. Statt seiner erscheint Bacchus, die beiden verlieben sich spontan ineinander –happy end. Zuvor wird das Leiden von Ariadne sehr pathetisch dargestellt. Gesang und Orchester schwingen sich ununterbrochen in schwierigen Tonfolgen, in dramatische, final anmutende Höhen auf. Der Gesang der Nymphen dagegen ist wunderbar harmonisch, melodiös und wirklich bezaubernd. Zerbinetta konterkariert das Ganze, indem sie sich über den Inhalt der Geschichte und die Musik lustig macht. Toll gespielt, mit frechem Koloraturgesang und spöttischen hohen Cs zieht sie das Drama und die Komposition ins Lächerliche. Keck setzt sie sich über das Geschehen hinweg und Ariadne auf den Schoß, mit der Ansage: Der Eine ist weg – Egal, dann kommt der Nächste. Ein Affront für die Darstellerin der Ariadne und natürlich erst recht für unseren Komponisten. „Ariadne“ hält die Luft an, der Komponist stürmt irgendwann türeschlagend von der Bühne. Verständlich, aber natürlich auch komisch.

Die Kostüme der „Vorführung“ haben mir sehr gut gefallen. Die Komödianten sind abgerissen bunt wie man sie sich so vorstellt. Ariadne, elegant in edel schimmernder schwarzer Trauer, die bezaubernden Nymphen tragen traumhafte Kleider und eine beneidenswerte, weissblonde Lockenpracht. Sehr gelungen ist auch der luftige, glitzernde Aufzug des Bacchus. Man könnte vom Bühnenbild ein bisschen enttäuscht sein. Das Orchester, als Teil des „Opernensembles“, spielt im hinteren Teil der Bühne und wird durch einen halbtransparenten Stoff halb verdeckt. Darauf eine Abbildung von Arnold Böcklins Toteninsel. Einziger „ambitionierter“ Teil des Bühnenbildes. In die Mitte der Bühne ist eine kleine Holzbühne gezimmert. Im Vordergrund stehen den „Künstlern“ links ein paar Tische und Stühle, rechts zwei armselige Sesselchen und ein Servierwagen zur Verfügung. In dieser Kulisse müssen sie improvisieren, hadern und leiden. Aber so sieht „die Realität“ aus. Der Trick hat funktioniert und das Stück wurde für die geladenen Gäste, genau abgepasst, zwischen Abendessen und Feuerwerk über die Bühne gebracht. Leider bedeutete das für uns Operngäste eine Vorstellung von zweieinhalb Stunden ohne Pause. Das war anstrengend!

Stefan Rasche über „Ariadne auf Naxos“

Ariadne_auf_Naxos_11Internet_FOTO_HansJoergMichelDieses Stück ist nichts für Anfänger! Da ich Opernanfänger bin, stellte ich meine Bedürfnisse auf einen sich entwickelnden Handlungsstrang ein. Hier wurde mein Bedürfnis nicht erfüllt. Durch den Wechsel von Tragik und Komödie, fehlte mir oft der Bezug zur Handlung. Zu Beginn des Stücks setzte man eine einfache Beleuchtung ein, verzichtete auf intensive Lichtverhältnisse, indem man einfach das Licht anließ. Aus den noch andauernden Bühnenumbauten vor Beginn des Stücks, fand ein gleißender Übergang zur wirklichen Aufführung statt. Ein Stück so zu inszenieren, dass das Orchester mit auf der Bühne stand, war eine besondere Handlungsweise. Dass sich somit die Bühne weiter nach vorne ausdehnte, sorgte beim Zuschauer unlängst dafür alles gleichzeitig zu betrachten.   Wahrscheinlich hatte diese Platzierung wohl eher praktische Gründe. Die Besetzung des Orchesters deren Qualität auf der Bühne nicht zu überhören war, fiel für Opernverhältnisse eher spärlich aus.   Alles schien in dieser Inszenierung eher ungewöhnlich zu sein. Ich hatte sogar den Eindruck, dass hier Jemand etwas “auf´s Korn nehmen”, wollte. Genau lässt sich dies aber nicht beschreiben, da mir der eigentliche Bezugspunkt fehlte.   Die Magie der Musik holte den Zuhörer schnell ein. Genauso schnell aber wurde diese Magie entrissen, als einem der Pathos aus der Mythologie, durch die Rolle der Zerbinetta und das sie umringende Ensemble, unter den Füßen weggezogen wurde. Ein Wechselbad der Selbstpersiflage prägten das Stück, bezogen auf die Tragödie. Es schien so improvisiert aber zugleich authentisch z.B. als der Sopran das Echo des Harlekin mitsang. Es ist wohl der Charakter des Stücks, als improvisierte Spielsituation, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Helena Sancho Pereg in der Rolle der Zerbinetta rundete für sich das Bild deutlich nach oben ab. Von leicht zu sehr anspruchsvoll und immer autentisch, was die gesangliche Leistung und spielerische Darstellung betraf. Roberto Sacca als Bachus, ist mir in der Wagner Inszenierung als Lohengrin, der nicht so richtig aus sich rauskam, aufgefallen. Hier allerdings, mit teilweise freiem Oberkörper in Szene gesetzt, konnte er als Bachus deutlich besser überzeugen.   Alle Darsteller wirkten sehr überzeugend in ihren Rollen, aber das Ambiente wirkte zusammenhanglos. Karine Babajanyan verkörperte Ariadne, ihre Leiden und Traumas werden in ihrer Zuneigung zu Bachus und ihrem nicht zu vergessenen Geliebten Theseus deutlich. Man hatte allerdings an dieser Stelle auf das Stilmittel einer plastischen Darstellung über den Hintergrund des Traumas, welches durch die Zeugung von Minotaurus, der durch den marathonischen Stier mit der Mutter von Ariadne, leider verzichtet. Eine solche Szenerie hätte wahrscheinlich Proteststürme im Publikum ausgelöst. So wurde nicht unmittelbar klar, was es mit dem übergroßen Wollkneul auf sich hatte, welches Ariadne gekonnt in Szene setzte. Das Stück hat mich persönlich nicht angesprochen. Soll aber an dieser Stelle nicht über die hohen künstlerischen Leistungen an diesem Abend hinwegtäuschen, die zum Schluss vom Publikum frenetisch beklatscht wurden.

Margarete Sonnen über „Ariadne auf Naxos“

Ariadne_auf_Naxos_10Internet_FOTO_HansJoergMichelAriadne auf Naxos ist eine ungewöhnliche Oper. Sie beginnt ganz unkonventionell mit einem Vorspiel. Das Publikum wird Zeuge einer Probe und ist Teil der Inszenierung: Der Zuschauerraum bleibt zunächst hell erleuchtet, es fällt kein Vorhang. Komponist und Haushofmeister diskutieren über die Ausrichtung des Stücks, die Darsteller wuseln über die Bühne. Alles ist sehr turbulent. Da ich das Glück hatte, in der zweiten Reihe zu sitzen, fühlte ich mich mitten im Geschehen. Das Orchester spielt auf der Bühne, was mir gut gefallen hat. Sonst höre ich es als Zuschauerin immer nur. Diesmal konnte ich es auch beobachten. Besonders überzeugt hat mich die Zerbinetta. Elena Sancho Pereg hat sie mit einer wunderbaren Leichtigkeit dargestellt. Ihr Gesang hat mich begeistert. Insgesamt ist Ariadne auf Naxos ein kurzweiliges und heiteres  Stück mit viel Abwechslung und wunderschönen Arien. Und es ist so wie im richtigen Leben – nicht alles lässt sich planen. Darum gilt es, sich auf die Dinge einzulassen, die kommen, und seinen Teil zur Gestaltung beizutragen. Schön, wenn wir schlussendlich sagen können: Es ist etwas Gutes dabei entstanden.

Fatma Doğan über „Ariadne auf Naxos“

Ariadne_auf_Naxos_03Internet_FOTO_HansJoergMichelIch fand es sehr anstrengend, dem Vorspiel zu folgen. Anfangs hatte ich hatte Schwierigkeiten mich auf das Stück einzulassen, weil die Schauspieler wirklich von allen Seiten „geschossen“ kamen und man akustisch nicht viel verstanden hat. Hier habe ich die Übertitel vermisst und konnte der Handlung nicht wirklich folgen. Es war mir oft ein Zuviel an Einfällen und Stimmungswechseln, auch wenn ich sie inhaltlich nachvollziehen konnte. Den zweiten Teil, die eigentliche Oper „Ariadne auf Naxos“, habe ich dann sehr genossen, ganz besonders den Auftritt der Nymphen.

Die Idee, das Orchester auf die Bühne zu holen, machte die Musiker akustisch präsenter. Wie das Stück dadurch zwischen Oper, Theater und Konzert changierte, fand ich sehr schön. Es waren einige wunderbare Stimmen zu hören. Stark berührt hat mich Maria Kataeva als Komponist, schauspielerisch fand ich Stefan Heidemann als Musiklehrer super.

Sabine Stoltenberg-Lerche über „Ariadne auf Naxos“

Ariadne_auf_Naxos_16Internet_FOTO_HansJoergMichelDas 1. Mal hatte ich die Freude “Ariadne auf Naxos ” in der Oper zu sehen: Es war ein Augen und Ohrenschmaus! Die Stimmen der Sänger/innen waren wieder herausragend und das Bühnenbild für die verschiedenen Handlungsebenen für mich perfekt umgesetzt – der Anfang des Stücks hat mich sehr überrascht! Eine schöne Premiere für mich!

 

 

 

Spielzeit 2014/15 – unsere Scouts

Düsseldorfer Scouts für Oper und Ballett

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Horst Eckert

Kriminalschriftsteller

Horst Eckert, Jahrgang 1959, wuchs in der nordostbayerischen Provinz auf, studierte Politische Wissenschaft in Erlangen sowie Berlin und lebt seit 1987 in Düsseldorf. Er arbeitete fünfzehn Jahre als Fernsehjournalist für verschiedene Sender. 1995 debütierte er als Kriminalschriftsteller, seine mittlerweile zwölf Romane (zuletzt: “Schwarzlicht”) gewannen zahlreiche Auszeichnungen und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er liebt Musik und Theater, doch die Oper war ihm bislang eher fremd. “Da habe ich Nachholbedarf”, sagt er und ist gespannt auf seine Erfahrungen als Scout.

 

Treffen der alten und neuen Scouts in der OperdŸ

 

 

 

 

 

Christian Hein

Architekt

Durch seine Arbeit als Architekt weiß Christian Hein, wie wichtig Teamwork für das Gelingen eines Gebäudes ist, daher findet er besonders das Gesamterlebnis bei Oper und Ballett beeindruckend. Alle Faktoren wie Bühnenbild, Schauspiel und Musik erschaffen eine Welt, in die er gerne eintaucht. Als Scout freut er sich auch wunderbare Premierenerlebnisse.

 

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Barbara Huck

Designerin

Barbara Huck ist Mitinhaberin von HUCK VON SCHEVEN Schmuckdesign in Pempelfort. In der Spielzeit 2013/14 war sie bereits Scout für Oper und Ballett.

 

Treffen der alten und neuen Scouts in der OperdŸ

 

 

 

 

 

Stefan Rasche

Schweißer im Gleisbau und Betriebsrat der Rheinbahn

Stefan Rasche arbeitet seit fast 25 Jahre bei der Rheinbahn in Düsseldorf in Bereich der Infrastruktur. Zur Oper ist er durch einen guten Kollegen gekommen. Hier sammelte er schnell erste Erfahrungen und Eindrücke über die klassische Musik durch Oper, Operette und Ballett. Ziemlich unvorbelastet geht er seitdem, seiner Berufung als Opernscout in den Vorstellungen der Düsseldorfer Oper nach.

 

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Andreas Schütz

Kaufmännischer Angestellter

Seit mehr als 20 Jahren lebt und arbeitet Andreas Schütz in Düsseldorf und genießt das große kulturelle Angebot der Stadt. War sein Fokus bisher mehr auf den musealen Teil zwischen Ehrenhof und Grabbeplatz gerichtet, hat er sein Spektrum seit letzter Spielzeit nun in Richtung Ballett und Oper erweitern. Als visuell orientierter Mensch genießt er besonders die Bühnenbilder und das Zusammenspiel zwischen diesen und der Musik.

 

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 Margarete Sonnen

Unternehmerin

 Margarete Sonnen ist Mitinhaberin des traditionsreichen Düsseldorfer Familienunternehmens Sonnen-Herzog KG (www.sonnen-herzog.com). Musik bedeutet ihr sehr viel und sie empfindet diese als wichtigen und wunderbaren Lebensbegleiter. Sie hat selber viele Jahre im Chor gesungen. Ein gelungener Opern- oder Ballettabend lässt sie in eine andere Welt eintauchen und bringt ihr Ablenkung und Entspannung. Mit ihrem Engagement bei den Scouts möchte sie ihre Begeisterung mit anderen Menschen teilen, ihnen Mut machen, sich auf Neues einzulassen und die Liebe zur Musik zu entdecken.

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