11. April 2012 Hinterlasse einen Kommentar
Kitty Görner über “Il barbiere di Siviglia” am 17. März 2012 im Theater Duisburg
Durch die Presse war ich “vorgewarnt”: die Inszenierung des Barbiers sollte mit Insektenfiguren beginnen. Und ich war sehr skeptisch.
Aber dann. Ein hinreißend schönes erstes Bühnenbild, eine überdimensionale bühnenfüllende weiße Trompetenblüte, neben der die darstellenden Menschen tatsächlich Insektengröße bekamen. Einfallsreiche Kostüme als charakterlich passende Verkleidungen für die handelnden Personen: der intrigante Onkel, Doktor Bartolo, als Spinne, die von allen begehrte Rosina als strahlender Schmetterling, Figaro als wendige Fliege, die Haushälterin Berta als Schnecke, der verliebte Graf Almaviva als dicke Hummel, und der Chor als Ameisen, die nicht still stehen konnten…
Und tatsächlich, wenn man den Text betrachtet, legt er die Interpretation des Insektenreichs sogar nahe: immer wieder kommen Worte vor wie krabbeln, hüpfen, kribbeln. Und treffend auch, da es ja um nichts anderes als Balz geht.
Besonders gut hat mir José Manuel Zapata gefallen, da er leichtfüßig und mit großem komischen Talent seine Rolle des Almaviva spielte. Sein Humor sorgte mitunter für Stilbruch im Stilbruch: ein Ständchen für Rosina bringend, intonierte er “Besame mucho”, das er beendete mit ein paar Takten aus der Biene Maja, was für viel Gelächter sorgte. Aber auch die Flamenco-Einlage von Figaro (Laimonas Pautienius) war überraschend und ein wunderbarer Stilbruch.
Insgesamt war von allen Sängern eine hohe schauspielerische Leistung gefragt und auch zu sehen. Die Philharmoniker spielten sehr weich, jenseits jeder Kritik in überragender Qualität.
Eine sehr gelungene Inszenierung, die durch Spielfreude und Witz der Darsteller ein großes Vergnügen ist. Hingehen!! Ansehen!!









