2. April 2012 Hinterlasse einen Kommentar
Marianne Lürzel zu “Il barbiere di Siviglia” am 17. März 2012 im Theater Duisburg
Die „WAZ“ hatte im Vorfeld angekündigt in der aktuellen Inszenierung spiele „Figaro“ in einer Tier-bzw. Insektenwelt. Erst einmal muss ich mich mit dieser Vorstellung anfreunden.
Auf Grund des bezaubernden Bühnenbildes und der fantasie- und prachtvoll gestalteten Tierkostüme gelingt das sehr schnell. Vor einer riesigen, wunderschönen Blüte agieren Figaro mit durchscheinenden Flügeln als Florfliege, Graf Almaviva als knuffig-rundliche Biene, Rosina als sich puppender Schmetterling. Und dann ist da auch noch Berta als Schnecke mit großem Haus auf dem Rücken.
Figaro hat alle Fäden in der Hand und berät Graf Almaviva in Sachen Eroberung. Die dezent angedeutete Homosexualität des Figaro ist in diesem Kontext sinnvoll. Warum sonst sollte er (optisch viel attraktiver als Graf Almaviva) selbstlos auf die schöne und reiche Rosina verzichten?!
Es ist eine bunte Show, die da geboten wird, basierend auf einer originellen Idee. Die Sänger sind mit großem Spaß bei der Sache und das Publikum geht freudig mit.
Gerne wäre ich noch in dieser Märchen-Tierwelt geblieben, aber der Bruch ist wohl dramaturgisch nötig. Die Insekten werden mit einer übergroßen Spraydose vernichtet und so finde ich mich im 2. Akt bei menschlichen Wesen und einer kalten, glatten Wand mit oft genutzter Drehtür wieder. Es folgen die in Opern oft üblichen Verwechslungen und Wirren, unterhaltsam und spaßig. Am Schluss haben sich die Menschen wieder in Tiere zurückverwandelt, die Richtigen finden sich, und außer Doktor Bartolo sind alle glücklich. Das Publikum auch, denn auch Orchester und Sänger konnten überzeugen.
Es war ein unterhaltsamer und netter Abend.











