Ballett am Rhein – b.07

Claudia Uhl über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Der Ballettabend b.07 hat mich nicht nur nachhaltig beeindruckt, sondern auch sehr nachdenklich gemacht. Das erste Werk des Abends ‚Compositie‘ besticht durch graphische Klarheit, durch Symmetrie. Ich bin überrascht, wie gut mir die minimalistische Musik dazu gefällt, die eben so ‚minimalistisch‘ gar nicht ist, irgendwie weicher. Was die Tänzer in ihrer klaren Ästhetik an Zwischenmenschlichkeit und Emotionen zum Ausdruck bringen, ist grandios. Vor allem, als die Symmetrie anfängt zu bröckeln, und sich ein Paar zu einem Pas de deux aus der Gruppe herauslöst, und damit eine Wandlung eintritt. Ich finde es zauberhaft zu sehen, wie durch wirklich nur kleine, reduzierte Gesten die Tänzer so unendlich viel aussagen. Die Beziehung zweier Menschen zueinander wird hier so leise und reduziert, und doch so klar und deutlich dargestellt.
Das zweite Stück ‚Frozen Echo‘ hat mich dann regelrecht überwältigt. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, hineinzukommen, ich sehe teilweise fast schon skurrile Gestalten und frage mich, ob es hier eine gewisse Handlung gibt. Ich höre dann aber auf, mich dauernd zu fragen, denn was ich sehe und höre, fasziniert mich immer mehr. Das Bühnenbild und die Lichtinstallation sind großartig. Die Tänzer interpretieren die Musik hervorragend! Was ich sehe, ist so komplex, so unterschiedlich, und doch so stimmig. Ich spüre wirklich das Herzblut, welches die Choreographin in dieses Gesamtkunstwerk gesteckt hat. Das Stück wird mir immer sympathischer. Erst später lese ich im Programmheft, dass die Choreographin Regina van Berkel nicht unbedingt Wert auf eine ‚Handlung‘ gelegt hat, dass sie lieber die Zuschauer ihr Stück zu Ende denken oder fühlen lässt. Ich muss sagen: das hat es genau getroffen!
Auf die Uraufführung ‚Robert Schumann Tänze‘ und die ‚Rheinische‘ habe ich mich sehr gefreut. Der geniale Martin Schläpfer hat mir an diesem Abend allerdings ein paar Rätsel aufgegeben. Das Bühnenbild war einerseits schön, andererseits störte mich der Turm, der vermutlich wegen der Scheinwerfer im Hintergrund stand, ich finde, er gab dem Ganzen etwas Improvisiertes. Das Ballett mit seinen großartigen Tänzern ist wunderschön inszeniert, aber ich spüre die ganze Zeit eine gewisse Kühle. Ich hatte einige wunderbar innige Momente, die mich ein bisschen melancholisch, fast schon traurig gemacht haben. Gerade mit den vielen Fragen, die das Stück für mich persönlich aufgeworfen hat, besitzt es unendlich viel Charakter. Für mich ist es auch melancholisch, schwer, dunkel und zutiefst menschlich. Ich denke die ganze Zeit über dieses Stück nach.

 

 

 

Guido Boehler über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Wer jetzt gedacht hat, b.07 wird eine Fortsetzung der Erfolgsserie von Martin Schläpfer, wurde eines Besseren belehrt. Das erste Stück von Hans van Manen wurde in Perfektion getanzt, tolle Musik alles bestens. (Dass es danach sofort die erste Pause gab, irritierte und war ein wenig mühsam). Bei dem sensationellen Bühnenbild des nächsten Stücks war das dann doch schnell vergessen. ‚Frozen Echo‘ war einfach fantastisch, die Musik das Ballett, es hätte so weiter gehen können. Und dann kam die Überraschung. Dieses Mal setze Martin Schläpfer nicht auf den krönenden Abschluss einer zu erwarteten perfekten Trilogie, sondern irritierte die Zuschauer mit Gedanken wie: ‚Was ist das denn jetzt?‘ oder ‚Was soll das jetzt?‘ und weiteren vielen Fragen. Eigentlich gab es einzelne tolle Bilder, ungewöhnliche Kostüme und  schöne Musik, aber dann setzte mal die Musik aus, es gab Zeit zu überbrücken, plötzlich liefen Kinder über die Bühne und viele weitere ‚das verstehe ich nicht‘.
Fazit: Mit b.07 überrascht Martin Schläpfer. Es geht nicht einfach gewohnt weiter, sondern kann auch ganz anders sein. Einfach toll, das ist die Kunst! Einfach hingehen und sich mitreißen lassen.

 

 

 

Caroline Hobbs über b.07 am 17. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

I found the opening ballet ‚Compositie‘, depicting the turmoils of relationships, alluring and thought provoking. Simple set designs, costumes and the graceful symmetry harmoniously tied this ballet together. Hans van Manen conveyed the complexity of relationships by incorporated small intimate gestures into his choreography centring around four couples. A poetic fluidity was created and enhanced by the striking use of symmetry. I thought the mirror imagery was incredibly stunning and I found overall impression this ballet, one of a very human and intimate nature.

I found Regina van Berkel’s ‚Frozen Echo‘ compelling in it’s frenetic and fervent combination of differing, yet complimentary performances – a stark contrast to the minimalistic and humanistic nature of the previous ballet. The striking light feature, organic and vertebrae-like in it’s form, was made up of a string of computer monitors giving it a somewhat cold technological edge. To me, this juxtaposition of primal and futuristic elements provided a perfect backdrop for this complex ballet. The ensemble-cast, moving as one writhing and throbbing mass, intertwined in a carnal nature while three soloists, each with individual dance styles, tore my attention in varying directions. The ballet was so visually rich, that I would happily see it again and again. I appreciated more and more throughout the course of the ballet the sound world created by Theo Verbey and how this enhanced the drama on stage. After a refreshingly light second act the characters from the beginning reappeared, bringing this work to a cyclical conclusion. A beautiful play of lighton costume brought the ballet to a haunting close.

I eagerly anticipated the third performance, as the music of Schumann, unquestionably one of the greatest classical composers, would be tied with the choreography of Martin Schläpfer. I consider Schumann’s ‚Rheinische Symphony‘ quite an ambitious accompaniment, as it is so complex and inclusive within itself. I found it quite difficult to coincide the music with the performances on stage. and I felt that the symphony, being confined to the pit, was not given the space it required and the necessity for a supporting steady pulse made the music seem somewhat restricted and lack lustre. Unlike ‘Frozen Echo’, wherein the collaboration of choreographer and composer was clearly evident, Schumann’s composition seemed at odds with the Martin Schlaepfer’s style. Having said this, I still found the ballet one of great ingenuity and individuality. I truly appreciated moments of sheer beauty and the charmingly, whimsical interludes.

 

 

 

Michael Matzigkeit über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Da ich nicht gleich zur Premiere die Aufführung von b.07 wahrnehmen konnte, nahm ich mir vor, völlig unbeeinflusst von Programmheftlektüre und Presseberichterstattung den Abend zu genießen. Es war eine Entscheidung, die ich in einem Punkt bereuen sollte; doch davon später. Meine Vorfreude sollte zumindest in tänzerischer Hinsicht nicht getrübt werden. Das Ensemble ist technisch und vom Ausdruck her einfach großartig. ‚Compositie‘ von Hans van Manen ist eine Pretiose, die den genauen Blick des Zuschauers verlangt und in ihrer synchronen Tanzleistung sicherlich die größte Herausforderung darstellt. Schön war das überraschende Ende.
‚Frozen Echo‘ von Regina van Berkel war für mich die größte Entdeckung und hat mich mit seiner Bildwelt zwischen Fantasy und Science Fiction, den unverbrauchten choreographischen Arrangements und der bewegenden Musik am meisten beeindruckt. Die bisweilen heroische Attitüde in der Darstellung wurde durch einen grotesken Humor konterkariert; ich mag diesen Sinn für das Komische.
Dann ‚Robert Schumann Tänze‘ von Martin Schläpfer: Ich habe auf Anhieb nicht so sehr viel verstanden, wo das Ganze hingehen sollte und konnte die choreographischen Gestaltungselemente erst nach Gesprächen und der Programmheftlektüre deuten. Schläpfers Choreographien scheinen sich zunehmend zu verkappten Handlungsballetten zu mausern. Da is Vorkenntnis und Vorverständnis gefragt, weil sie sich in letzter Zeit nicht aus sich selbst erschließen lassen. Gut zu wissen; ich bin vorbereitet. Die ‚Rheinische‘ höre ich zwischendurch immer mal wieder gerne, aber das war nicht der Anlass. Alles in allem – ein schöner Abend.

 

 

 

Caroline West über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Now such a die-hard fan of the Ballett am Rhein, this premiere was going to be a very special evening for me.
The first piece, by the Dutch master of purism Hans van Manen, took us into the world of passion, erotic battles of the sexes, breaking free. ‚Compositie‘ is an elegant tale, minimalist and stunningly beautiful which left my mind meandering.

The next piece impressed me enormously and might easily become one of my all time favourites – Regina van Berkel’s ‚Frozen Echo‘. A phenomenal performance which the choreographer told us was not about one story in particular but about what we, the viewers, make of it. Just as a melody works on each one of us differently Ms van Berkel says ‚An ideal dancer is capable of making music with the body‘ and that music moves each of us in different ways …
And indeed how the impressions of the Opera Scouts varied when we exchanged our thoughts after the performance!
The final piece was Martin Schläpfer’s ‚Robert Schumann Tänze‘.
Hmmm … Schläpfer has raised the bar so high, he has re-educated the audience in terms of ‚What is ballet? What can we expect?‘ He hasn’t made it easy for himself …
The applause wasn’t enthusiastic as the very blue ‚Robert Schumann Tänze‘ came to an end. The dancers received a rapturous reception but for Schläpfer this was not so warm. Why was this? Had we not have been stunned with awe and admiration for his former b.0 … pieces I’m sure this would have received much praise.
This piece was entertaining and pleasing to the eye. More classical ballet was incorporated, the ballerinas actually looked ‚pretty‘, which they rarely do in a Schläpfer piece. I didn’t dislike it, it just didn’t move me, in that powerful way that ripped into my senses, as some of his other pieces have. I’d love to know what he made of it all and I’m absolutely positive that the performance RhineBuzz will visit as a group in late March will be different. More harmonious, more something I can’t quite put my finger on right now. I guess anticipation always carries the burden of possible disappointment. But I will always, always be willing to take that chance …

 

 

Romeo Bay über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Ich muss sagen, wenn ich nicht nun schon einige Ballettveranstaltungen an der hiesigen Oper gesehenhätte – ich wäre durch den Hollywoodfilm „Black Swan“ nicht gerade ein Ballettfan geworden. Der hat nun wirklich keine Werbung für dieses Genre gemacht, was sehr schade ist. Denn das, was mit b.07 die Deutsche Oper am Rhein erneut geboten hat, war in großen Teilen wieder einmal ein Kulturereignis von hoher Güte.

Das Stück ‚Compositie‘ von Hans van Manen beeindruckte mich unter anderem durch einen spannenden, choreographischen Effekt, den Eindruck alles doppelt zu sehen. Dieses ‚stereoskopische‘ Bild verlieh der Szene eine große Kraft. Das Geschehen, rund um den auf der Bühne aufgestellten Tischen, war in jeder Bewegung perfekt abgestimmt. Wie atomare Teilchen, kreisend in ihren Orbitalen, bewegten sich die Tänzer mal verdichtend, mal expandierend, immer einer unsichtbaren Gravitation ausgesetzt, im Bühnenraum. Einfach spannend.
Regina van Berkel begeisterte mich an diesem Abend mit ‚Frozen Echo‘ allerdings noch mehr. Das imposante Bühnenbild strahlte eine magische Atmosphäre aus. Monitorgehäuse, verknüpft zu einer wirbelsäulenartigen Helix, durchdrangen den Raum wie der bedrohliche Rüssel eines gewaltigen Tornados. Archaische Klänge gleich eines schnaubenden Dynosauriers, erhoben sich wütend aus dem Orchestergraben. Die Tänzer bäumten sich zu surrealistisch fantastischen Gebilden auf. Die Szene wirkte deshalb so
faszinierend unwirklich, weil sich auch Bilder ergaben, als sich eine Gruppe von Tänzern wie bei einem zurückgespulten Film aus dem Bühnenraum zurückzog. Choreographisch genial. Zeit und Raum wirkten wie aufgehoben. Einfach mitreißend.

Dann kam Schumann. Inszenierungen von Schläpfer, eigentlich ein Höhepunkt – an diesem Abend aber mit großen Fragezeichen zu bedenken. Es gibt leider musikalische Passagen, die aufgrund ihrer Bekannheit, schwer leiden. Sie werden immer wieder in das Volk gehämmert. Das gilt auch für die bekannte ‚Rheinische‘. Tausend mal gehört, als Neujahrshymne, zu langweiligen Staatsempfängen, als Fernsehvorspann und so weiter. Es tut mir leid Herr Schumann, sie können nichts dafür, das Ding ist einfach durch. Dazu eine gefühlt, leicht an der Musik vorbeiinszenierte Choreografie. Die Figuren waren eindrucksvoll entwickelt. Die für Schläpfer typischen Ironie-Elemente gefielen mir. Das Bühnenbild hatte auch etwas. Aber alles in allem, spürte der Saal, hier stimmt etwas nicht. Einfach Pech. Aber kein Beinbruch. Ich freue mich auf das nächste Stück.

 

 

 

Elias Füllenbach über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Gerade noch rechtzeitig kam ich in der Oper an, völlig abgehetzt, aber auch gespannt, was mich diesmal erwarten würde. Als es dann in ‚Compositie‘ sofort mit dem Geschlechterkampf losging, dachte ich zunächst: Och nee! Nicht schon wieder Beziehungskrisen als Thema. Aber geht es beim Tanz nicht letztlich immer um Beziehung? Und es war schon hervorragend dargestellt, wie sich die Paare, an zwei Tischen sitzend, einander anzunähern versuchten und wie sie wieder auf Distanz gingen, unfähig ihre Isolation dauerhaft zu durchbrechen. Doch dann kam es plötzlich zum Ausbruch eines Paares aus der Monotonie – es wirkte wie eine Befreiung, und ich dachte mir: Es geht also doch! So hat mich am Ende die Choreographie Hans van Manens doch sehr überzeugt. Dazu die wunderbare ‚minimal music‘ von Morton Feldman, die mich nach dem stressigen Tag zur Ruhe kommen ließ.
Mit ‚Frozen Echo‘ hatte ich dann eher meine Schwierigkeiten. Die zusammengebundenen Monitore auf der Bühne erinnerten mich mal an eine große Wirbelsäule, mal an den Arm einer riesigen Krake. Aber mir ist nicht wirklich klar geworden, was dieses Bühnenbild mit den Tänzerinnen und Tänzern zu tun hatte. Alles wirkte beliebig und zusammenhanglos. Interessant, aber nicht wirklich überzeugend. So war ich froh, als nach der zweiten Pause endlich die geniale Musik von Schumann gespielt wurde, auf
die ich mich schon den ganzen Abend gefreut hatte. Oft wird ja die ‚Rheinische‘ nur noch in kleinen Häppchen serviert. Das stimmungsvolle Bühnenbild war auf die Musik abgestimmt und erinnerte an Lichtreflexionen im Wasser – wunderschön anzusehen. Dazu dann die Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. Großartig! Mir gefallen besonders die witzigen Momente in Schläpfers Choreographie. Sie waren diesmal besonders gut gesetzt, weil sich Schläpfer in seinem ungeheuren Ideenreichtum ein wenig zurücknahm und sich teilweise sogar – voller Selbstironie – selbst zitierte. Gleichzeitig thematisierte er die komplizierte
Beziehungsgeschichte zwischen Brahms, Robert und Clara Schumann, wie sie sich in Düsseldorf abgespielt hat: Zwei Männer umschwärmen eine Frau, die hinund hergerissen ist, sich mal dem einen, mal dem anderen zuwendet. Fast banal, wenn Schläpfer nicht auch die auf die Bühne gebracht hätte, die meist in diesem Zusammenhang vergessen werden: Schumanns Kinder. Sie laufen auf die Bühne, unterbrechen den Liebeskampf. Oder entscheiden sie ihn? Ich verlasse beschwingt und dankbar die Oper, wieder einmal beeindruckt von Schläpfers tiefsinniger Interpretation. Gut, dass er jetzt in Düsseldorf ist!

 

 

 

Katharina Micha über b.07 am 19. Februar 2011 im Opernhaus Düsseldorf

Der Auftakt des vielversprechenden Ballettabends b.07 war großartig: ‚Compositie‘ von Hans van Manen entführte das Publikum in eine sehr symmetrische, geordnete und klar strukturierte Welt, in der vier Paare ein einförmiges und Schicksal ergebenes Leben
tanzen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Sie wirken wie ‚gleich-geschaltet‘ oder auch ‚gleichgetaktet‘. Der Blick der Zuschauer springt von einem Paar zum anderen, um feststellen zu müssen, dass diese acht Menschen in ihren Bewegungen tatsächlich wie gespiegelt wirken. So verpasst man fast den endlich und unvorhersehbar stattfindenden Ausbruch eines Paares aus diesem Teufelskreis. Sie wirken in ihrem Pas de deux wie befreit, als sie sich so bewegen können, wie sie mögen. Die Kompositionen dazu von John Adams und Morton Feldman sind wunderschön.
Ganz anders sind meine Eindrücke bei der Uraufführung ‚Frozen Echo‘ von Regina van Berkel: zum Vorschein kommt ein dinosaurierartiges Gebilde aus PC-Bildschirmen. Unter diesem verharrt das Ensemble in zum Teil akrobatischen Formationen und beginnt langsam, sich daraus zu lösen. Drei Tänzerinnen fallen besonders auf durch ihre auffälligen Kostüme und wilden Frisuren. Es wird wenig getanzt, mehr gekrochen und viele Bilder sind sehr statisch. Durch wunderbare Lichteffekte entstehen immer wieder neue Raumgefühle, die aber selten tänzerisch gefüllt werden. Das eigentlich Unerträgliche für mich ist die Musik – schrilles Pfeifen, donnernde Gongs und keine erkennbaren Melodien oder auch nur Klangeinheiten. Dieses Ballett wird mir ausschließlich als visuelles Erlebnis in Erinnerung bleiben.
Martin Schläpfers Uraufführung ‚Robert Schumann Tänze‘ bildet nicht wie erhofft den krönenden Abschluss. Das Ballett gefällt mir, hält aber dem Vergleich mit Hans van Manen nicht stand. Nach den schrägen Tönen des vorangegangenen Stücks sind das kräftige Aufspielen des Orchesters und das Erkennen der Sinfonie Wohltaten. Das schlichte Bühnenbild rahmt den Aktionsradius der Tanzenden ein. Die schlichten Kostüme machen es möglich, die vielfältigen Bewegungen zu begleiten und zu bewundern. Es wird getanzt (und nicht gekrochen!) und daraus entstehen Bilder im Kopf – und das erfreut mich. Daher ist der Auftritt der kinderreichen Familie Schumann in meinen Augen völlig überflüssig und eine etwas hilflose Inszenierungsidee Martin Schläpfers. Mit den Tänzen kann er nicht an das grandiose, aufwühlende und begeisternde ‚Forellenquintett‘ anschließen. Trotzdem war es ein schöner Abend – mal wieder mit ganz unterschiedlichen Empfindungen!

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