Ballett am Rhein – b.14

Premiere am 2. Februar 2013 im Theater Duisburg

Detlef Klatt über “b.14″

Marsch, Walzer, Polka„b.14“  …ein Überraschungsmenü

Dieser Ballettabend ist mit dem Fall des Vorhangs nicht zu Ende.

Ich muss gleich sagen, ich bin kein großer Ballettfan und schon gar nicht ein Kenner, aber ich ergreife immer gerne die Gelegenheit etwas Neues zu probieren. Spontan habe ich gesagt, „b. 14“ ist wie eine gemischte Vorspeisenplatte oder ein Überraschungsmenü. Man weiß nicht genau was man bekommt, es ist immer etwas dabei, das man mag oder nicht mag, aber man schmeckt was Neues. Vier Musikstücke und Choreographien die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von klassisch bis modern, von Solisten bis zu einem bühnenfüllenden Ensemble, von lieblich bis animalisch. Eins hatten sie alle gemeinsam: tolle klassische Musik und sehr reduzierte, aber auf den Punkt stimmige Bühnenbilder und entsprechende Kostüme.

1. + 3. Zwei Choreographien von Antony Tudor, die meinem Verständnis nach am ehesten klassischem Ballett entsprachen. Männer und Frauen in ihren typischen Rollen, schöne Menschen, schöne Bewegungen, schöner Tanz und das Ganze einfach schön anzuschauen… klassisches Ballett auf einem sicherlich sehr hohen Niveau.

2. Tanz im Still von Isadora Duncan. Auf das Wesentliche reduziert. Ein Flügel auf der Bühne und eine Tänzerin im wehenden Kleid. Ist das hohe Ballettkunst? Sehr kindlich und naiv bewegt sie sich zur Musik, lässt ihren Gefühlen freien Lauf. Ausdruckstanz. Sprünge, Kreise, Schritte… nicht das, was ich mir unter Ballett vorstelle, aber es wirkte sehr ehrlich, emotional, persönlich. Wie eine Selbstfindung … oder doch schon ein Schritt zur Exzentrik… spannend.

4. Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2 mit einer Choreographie von Martin Schläpfer. Klassische Musik mit modernem Tanz. Um bei meinem Vergleich mit den Speisen zu bleiben, würde ich sagen, hier wurden für mich fremde Gewürze und Zubereitungsmethoden verwendet. Es war überraschend, anders, faszinierend, gewöhnungsbedürftig. Bewegungen, die aus den harmonischen Tanzabfolgen ausbrachen. Harmonie zwischen Musik und Bewegung war manchmal schwer oder gar nicht erkennbar. Schöne weiche Bewegungsabläufe endeten in animalischen Verzerrungen. Sehr fremd auf der einen Seite und absolut faszinierend auf der anderen. Bei dieser Art der Inszenierung, so empfand ich es, stand der einzelne Künstler und die enorme Körperbeherrschung und fast schon athletische Leistung noch mehr im Vordergrund, als bei einem klassischen Stück. Wie bei fremden Gewürzen, muss man sich auch hier immer wieder den Geschmack auf der Zunge zergehen lassen. Sich  mit dem Fremden auseinandersetzen und auch daran gewöhnen, bis man den Reiz einer solchen Kreation erkennt und schätzen lernt. Den außergewöhnlichen Geschmack von „b. 14“ hatte ich noch lange im Mund.

Christof Nellehsen über “b.14″

b14_FrederickAshton_FiveBrahmsWaltzes_03_FOTO_GertWeigeltEine Choreografie von 1936, zwei Choreografien aus den 70er Jahren und die Uraufführung einer aktuellen eigenen Arbeit: Diese Bandbreite stellt Martin Schläpfer in dem neuen Ballettabend „b.14“ im Theater Duisburg vor. Das Sinnstiftende dabei löste sich für mich, ähnlich einem Rätsel, erst zum Ende des Abends hin auf. Vordergründig ist die symphonische Musik der Romantik (Dvořak, Chausson, Brahms) das, was den Abend zusammenhält. Die Tanzstile jedoch sind sehr unterschiedlich. Der Pas de deux „The leaves are fading“ und das erzählende Ballett „Jardin aux lilas“ sind noch nahe dem, was wohl im Allgemeinen unter „Ballett“ verstanden wird. Getrennt werden beide Stücke aber durch eine Hommage an die amerikanische Tänzerin Isadora Duncan – ein symphonischer Ausdruckstanz ohne Spitzenschuhe, mit weiten Gewändern, natürlichen Bewegungen. Unvermittelt wurde mir bewusst gemacht, welch unterschiedliche Strömungen es im Tanz der letzten hundert Jahre gegeben haben mag, mit denen sich heute ein Choreograf auseinandersetzen kann – oder muss? Zeitgemäß und vollkommen plausibel aus der Musik entwickelt, so wirkte auf mich im Anschluss die Uraufführung des Stückes von Martin Schläpfer zu Brahms‘  2. Symphonie. Eine konkrete Erzählung ist nicht auszumachen – eher assoziativ tauchen Motive von strömendem Wasser, von allerlei Lebewesen in und um das Wasser auf. Besonders beeindruckend empfand ich dabei, wie die Musik durch die Tänzerinnen und Tänzer räumlich und körperlich wird. Abstrakt wirkt das Stück, das als Auseinandersetzung mit dem Ballettklassiker „Schwanensee“ verstanden sein will, dennoch überhaupt nicht. Die ständig weiterströmenden Bewegungsabläufe in Paaren, Gruppen oder einzeln vermitteln viel Menschliches. Unterstützt werden die wunderbaren Tänzer dabei von einem großartigen Bühnenbild und stimmigen Kostümen. Die Auflösung des Rätsels: Eine Erzählung traditionell zu „vertanzen“ kommt mir nach einem solchen Abend völlig überflüssig vor.

Katrin Harrer über “b.14″

Ballett am Rhein  b_14   The leaves are fading  ch: Anthony TudorZur Premiere von „b.14“ ging ich mit gemischten Gefühlen. Es war die vierte Ballettaufführung, die ich besuchte, und bis jetzt hatte mich keine wirklich umgehauen. Ich hatte sogar eher das Gefühl, den Sinn des häufig zu modernen Klängen aufgeführten Tanzes nicht zu verstehen. An diesem Abend war es endlich einmal anders, es war ein gelungener Abend zwischen klassisch und modern, zwischen erzählendem und bildhaftem Tanz. Verstanden habe ich für mich vieles, gemocht allerdings nicht alles – aber wie sagt man: „C’est la vie“. So mag zum Beispiel der solistische Ausdruckstanz „Five Brahms Waltzes in the Manner of Isadora Duncan“ durchaus zu den Lebzeiten von Isadora Duncan revolutionär gewesen sein, aber mich, als Zuschauerin von heute, hat er nicht vom Hocker gerissen. Dagegen fand ich das Solo von Marlúcia do Amaral in Martin Schläpfers Choreographie (Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2) geradezu umwerfend. Die Solistin tanzt sehr langsam mit vielen eckigen und isolierten Bewegungen, fast marionettenhaft – sehr modern. Am Anfang dachte ich, dass diese Art Tanz nicht zur lebhaften Musik des 3. Satzes passt, aber gleichzeitig wurde mir ein unglaubliches Gefühl von Coolness und Selbstsicherheit vermittelt. Allein wegen dieses Solos würde ich mir die Aufführung noch einmal ansehen. Das Ballett zu „Jardin aux Lilas“ hat mir ebenfalls gut gefallen; es war für mich das erste Ballett, das eine Geschichte erzählt hat. Besonders hervorheben möchte ich aber die Violinistin Natasha Korsakova, die die Musik sehr romantisch, einfühlsam und im Einklang mit den Tänzern gespielt hat. Hundertprozentig umgehauen hat der Abend mich also nicht, aber es gab doch viele Highlights, die sehenswert sind.

Annkathrin Kostka-Speckamp über “b.14″

Ballett am Rhein  b_14   Johannes Brahms _Symphonie Nr.2  ch: Martin SchlŠpferDer 14. Ballettabend im Duisburger Theater war ein bunter Reigen durch die Ballettgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts bis heute. Erfolgte der Einstieg in den Abend durch das Stück “The Leaves are Fading” eher klassisch, schön und schlicht, kam kurz darauf die Antwort in Form von fünf Tänzen, die als Reminiszenz an die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan gedacht waren. Es war eine wahre Freude, der barfüßigen Camille Andriot zuzusehen, wie sie die Musik mithilfe ihrer ekstatischen Bewegungen sichtbar machte, ohne dass diese dabei jemals einstudiert oder unnatürlich wirkten. Dagegen erzählte “Jardin aux lilas” unaufgeregt die Wirrungen und Verwicklungen eines Liebespaares, das keines ist. Den offensichtlichen Höhepunkt des Abends stellte jedoch Martin Schläpfers Premiere dar, in der er die Zweite Symphonie von Brahms in großartige getanzte Bilder übersetzte. Erfrischend anders im Vergleich zu den Stücken im ersten Teil waren hier (neben dem düsteren Bühnenbild) die hautengen Outfits der Tänzerinnen und Tänzer, die zeigten, dass Ballett in der Reduktion auf die athletischen Körperbewegungen und im Zusammenspiel mit der Musik keine überladenen, verkitschten Kostüme braucht. Zurück bleibt vor allem die Erkenntnis, wie viel man doch ohne Worte, lediglich durch den reinen, perfekt inszenierten Körpereinsatz, darstellen kann.

Beate Kostka über “b.14″

b14_AntonyTudor_JardinAuxLilas_04_FOTO_GertWeigeltIn jeder Hinsicht überwältigend war die jüngste Premiere von Ballett-Direktor Martin Schläpfer: Zunächst eine grandiose Verbeugung vor seinen Lehrmeistern Antony Tudor und Frederick Ashton, die das britische Ballett in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in neue Bahnen lenkten, verbunden mit einer Hommage an die legendäre Ausdruckstänzerin Isadora Duncan. Nach diesem gelungenen großen Anlauf dann der gewagte Sprung in die Neuzeit. Das muss man sich erst einmal trauen, Brahms Zweite Symphonie choreografisch in die Gegenwart zu wuchten als eine moderne Antwort auf Ballett-Klassiker wie Schwanensee des Brahms-Zeitgenossen Tschaikowsky. Das Experiment hat sich gelohnt. Die reichen musikalischen Bilder werden tiefenscharf im expressionistischen Bühnenbild ausgeleuchtet. Die kraftvollen Tänzer verschlingen sich sempre legatissimo in einen fortdauernden Wirbel höchster Emotion bis zur Steigerung ins Nichts. Dem gesteppten Versinken des gebrochen einsamen Solo-Schwans in scheinbar ewiger Stille. Schläpfer erweist seinen Lehrern mit diesem begeistert gefeierten Abend dankbare Reverenz, weist gleichzeitig aber auch deutlich über sie hinaus. In Zeiten verlorener Gewissheiten wäre es verfehlt, bei den tänzerisch nacherzählten Beziehungsgeschichten stehenzubleiben. Auch wenn sie uns natürlich auch noch heute ganz direkt berühren können. Wenn zum Beispiel in Tudors „The Leaves are Fading“ zwei innige junge Verliebte, von Violinmusik zärtlich umspielt, tiefstes Vertrauen in feiner Bildersprache lebendig werden lassen. Oder der von Ashton erdachte Solotanz auf Brahmswalzer nach Art der Isadora Duncan: Er entführt in ein eigenes Universum starker weiblicher Körpersprache, barfuß im Gewand athenischer Priesterinnen, scheinbar selbstvergessen. Wuchtig-ekstatische Bewegungen, die aus der Körpermitte heraus einem geheimen Ritual zu entspringen scheinen. Ganz anders wiederum der Tudorsche Jungfernabschied im Fliedergarten („Jardin aux lillas“), der die Macht gesellschaftlicher Konvention gegen die gefühlte Leidenschaft ausspielt. Dann das krönende Schläpfer-Finale: reduzierte Kostüme legen jeden Muskel der Tänzer schonungslos offen und lassen ihn gleichzeitig mit dem Bühnenbild verschmelzen: Wilde Wellen, aufgewühlte Gewitterwolken treffen auf trennscharfe deckenhohe Glaswände. Der getanzte Ritt auf der Rasierklinge wird so geradezu sinnlich erfahrbar. Die Bühne wird denn auch kraftvoll in den verschiedensten Konstellationen und Variationen erobert. Alle Sinne werden gefordert, will man auch nur einen Bruchteil der zahlreichen Anspielungen und Bildzitate den möglichen Kategorien sofort richtig zuordnen. Deutlich wird: ein herausfordernder Abend, eine Sternstunde für unsere neu interpretierten Klassiker. Wenn Musik und Tanz sich in dieser Form aufeinander beziehen, erschließen sie neue Welten. Sympathisch auch, dass die Kunst dabei mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt, sich nicht pathetisch davonschraubt: fünf kleine weiße Schwan-Entchen schaukelten zum Finale ganz entspannt auf den Armen des größten Tänzers.

Susanne Schenk über “b.14″

b14_FrederickAshton_FiveBrahmsWaltzes_01_FOTO_GertWeigeltBallettaufführungen standen bislang auf meiner persönlichen Kultur-Wunschliste relativ weit unten und wurden dementsprechend selten in Betracht gezogen. “Verpflichtet”, als Scout neben den Opernpremieren auch die neueste Duisburger Ballett-Produktion  „b.14“ zu besuchen, habe ich allerdings einen hinreißenden Abend erleben dürfen, der einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Auf dem Programm standen vier voneinander unabhängige Choreographien in ihrer historisch chronologischen Reihung, die eine Entwicklung des Tanzes von den 1930er Jahren bis zum heutigen modernen Ballett andeuteten. Auf den klassischen filigran hingehauchten und der reinen Schönheit verpflichteten Pas de deux eines hingebungsvollen Paares folgte aus den Kinderschuhen des Ausdruckstanzes  ein vor wilder Energie und unbändiger Lebenslust sprühendes Solo, gewidmet der Tänzerin  Isadora Duncan. Im Anschluss daran wird – ausdruckstark und immer nachvollziehbar – die Geschichte einer jungen Frau erzählt und Ihrer Zerrissenheit, zwischen Leidenschaft und Konvention zu entscheiden. Die  Uraufführung einer Choreographie von Martin Schläpfer, der die 2. Symphonie von  Brahms mit seinem atemberaubenden Ensemble in Tanz “transformierte”, bildete den Abschluss eines Abends, der ein unendlich breites Spektrum unterschiedlichster ästhetischer und tanztechnischer Konzepte bot, der mich begeisterte und zum Teil auch sehr berührte. Danke für dieses grandiose Erlebnis. Unbedingt HINGEHEN!!!

Stefan Nickels über “b.14″

Ballett am Rhein  b_14   The leaves are fading  ch: Anthony TudorBallett ist gar nicht so schlimm, eher ein Genuss …

Bisher kannte ich nur „Fußballballett“, was sowohl ein Hinweis auf mein Alter – „Fußballballett“ war eine kultige Serie der Sportschau in den 80er, vielleicht auch schon 70er Jahren – als auch auf meine Unerfahrenheit mit Ballettaufführungen ist. Fußballballett war vor allem eines: rumpelig, von irgendeiner Ästhetik – keine Spur. Zugegeben, es hat mehrere Jahrzehnte gebraucht, bis ich in den Genuss eines wirklich schönen Ballettabends kam – und den habe ich dann auch erst verstanden, als er vorbei war. Als grobmotoriger Fußballballett-Kenner hatte ich ja keine Ahnung, wie feinsinnig sich Körperbewegungen mit Farben und Farben mit Klängen in Übereinstimmung bringen lassen. Als eher erdverhafteter Zuschauer war es mit bisher gänzlich entgangen, wie sich Bewegungen von Körpern nahezu federleicht in Luft auflösen lassen, um sich dann scheinbar wieder zu materialisieren. Als vorurteilsbefangener Mann – Ballett hat etwas mit trippelnden Mädchen zu tun, deren Lieblingsfarbe neben weiß noch rosa ist;  hübsch anzuschauen, aber sehr schnell langweilig – war es mir bisher (natürlich) völlig unbekannt, dass Ballett sich immer weiter entwickelt hat – so eben auch an diesem Ballettabend zu sehen: von dem schwebenden Körper einer Frederick-Ashton-Choreographie bis hin zu den kraftprotzenden, nahezu animalischen Bewegungen einer Inszenierung Martin Schläpfers. Und plötzlich keimte in mir so etwas von Erkennen auf: Ballett kann schwerelos und Ballett kann erdverhaftet sein – grobmotorisch ist es nie, eher leichtfüßig und grazil und immer ästhetisch – auch in seinen animalisch anmutenden Teilen. Hätte ich das vorher gewusst, dann wäre mein letzte, doch schon so lang zurückliegende Erfahrung mit Ballett nicht das kantige Fußballballett vergangener Jahrzehnte gewesen – hätte ich das bloß vorher gewusst …

Thomas Lange über “b.14″

b14_MartinSchlaepfer_BrahmsSymphonieNr2_05_FOTO_GertWeigeltEin Ballettabend, der einiges zu bieten hat, so könnte man „b.14“ aus meiner Sicht in einem Satz am besten beschreiben. Gezeigt wurden vier Stücke, die doch sehr unterschiedlich waren. Der Abend startete mit einem Pas de deux von Anthony Tudor, gefolgt von „Five Brahms Waltzes in the Manner of Isadora Duncan“ von Frederick Ashton und einer sehr emotionale Geschichte: „Jardin aux Lilas“, abermals von Anthony Tudor, und zum Schluss die Uraufführung von Martin Schläpfers Ballett: „Johannes Brahms – Symphonie Nr.2“. Ich persönlich tendiere als Balletteinsteiger doch sehr zum „klassischen“ Tanz mit schönen Kostümen, fließenden Bewegungen und klassischer Ballettmusik. So war ich bei den Tudorstücken bestens aufgehoben. Hervorheben möchte ich hier das zweite Stück, das mit einem romantischen Bühnenbild versehen war und eine kleine tragische Geschichte von einer Frau erzählte, die heiraten muss, obwohl sie einen anderen Mann liebt, und auf einem Fest auf dem beide Männer anwesend sind versucht, sich vom Geliebten zu verabschieden. Nicht nur der Tanz war wunderschön anzusehen, auch die Gesichter der Tänzer sprachen Bände. Auf der Bühne ebenfalls anwesend war die Violinensolistin Natasha Korsakova. Es fiel einem zwischendurch wirklich schwer, sich zu entscheiden wem man zuguckt, denn auch die Solistin war mit aller Leidenschaft dabei. Ganz toll. Ashtons Choreographie war mit einem Klavier auf der Bühne, einem Pianisten und einer Solotänzerin sehr dezent und fast schon „privat“ anzusehen. Mit Ausgelassenheit und großen Sprüngen gab uns die Tänzerin einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Ausdruckstanz, der die ganze Bühne eingenommen hat und den ich an einem Ballettabend auch gar nicht erwartet hatte. Ein weiteres Beispiel dafür wie vielseitig Tanz, in diesem Fall Ballett, ist. Martin Schläpfers Ballett auf eine Musik, die nicht klassisch für Ballett geschrieben wurde, war wieder eine komplett andere Erfahrung als die vorherigen Stücke. Während die anderen Stücke doch stark durch Schönheit und Eleganz bestachen, kam für mich hier das moderne, kraftvolle und athletische Tanzen in den Vordergrund. Enganliegende Bodys als Kostüme, die jeden Muskel der Tänzer betonen, zeigen welche Kraft hinter all der „Leichtigkeit“ steckt. Deutlich kantigere Bewegungen setzen dieses Stück stark von den anderen ab. Ein herausragendes Solo, das in einem nicht endenden „Spitzenlauf“ gipfelte, muss einfach besonders betont werden. Die tänzerische Leistung in allen Stücken ist für einen Laien wie ich es bin einfach nur als großartig zu bezeichnen. Die Duisburger Philharmoniker und das Ballettensemble bieten  einen Abend, der sich ,wie ich finde, auch für Neulinge des Balletts schon allein durch seine Vielfalt lohnt. Vielen Dank für diesen abwechslungsreichen Abend.

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