Julia Kulig über b.24

1) „Illusion“ von Young Soon Hue: In diesem ersten der drei gezeigten Stücke erleben wir eine Frau, geprägt von Einsamkeit. Immer wieder kommt sie in Kontakt zu anderen Menschen, doch erlebt sie wiederholt Ablehnung. Ratlosigkeit, Trauer und das immer wieder neue Bestreben, in Interaktion zu treten wechseln sich ab. Männer treten auf – und verschwinden wieder. Das Bühnenbild unterstreicht meines Erachtens die Einsamkeit, die Auseinandersetzung mit dem (Nicht)Verbundensein. Die Tänzer zeigen viel Ausdruck im Tanz, unterstreichen durch die starke Kraft ihres Ausdrucks die verschiedenen Gefühle, an denen ich als Zuschauer teilnehme. Die tänzerische Leistung begeistert mich und auch den letzten Teil mit den besonderen Kostümen der Männer, der insbesondere an den Titel des Stücks anknüpft bleibt durch seine Besonderheit im Gedächtnis.

2) „Lonesome“ George von Marco Goecke: Im Programm lese ich bereits vorab, dass das Stück durch besonders schnelle, auf den Oberkörper fokussierte Bewegung besticht. So beginnt direkt der erste Tanz mit schnellen Hand und Armbewegungen, die mir ein Gefühl von Anspannung und Hektik vermitteln. Was bringt die Menschen dazu, ihre Körper derart schnell zu bewegen? Es erstaunt mich, dass die Tänzer das gesamte Stück über in dieser Schnelligkeit agieren – unterbrochen von Figuren die als Gegenpol sehr langsam über die Bühne gehen. Dieses Stück ist besonders, vermittelt die Auseinandersetzung mit einer besonderen Lebensphase eines Menschen.

3) „Voices Borrowed“ von Amanda Miller: Auch hier lese ich vor Beginn des Stücks im Programm. Dort wird beschrieben, dass die Choreographin ihren Tänzern viel Raum für eigene Ideen und Bewegungen gegeben hat. Dies erlaubt mir einen anderen Blickwinkel auf die vielen unterschiedlichen Bewegungen, die gleichzeitig auf der Bühne stattfinden. Die Tänzer tanzen in vielen Variationen für sich allein, unterbrochen von gemeinsam ausgeführten Choreographie-Teilen. Eine Fröhlichkeit wird vermittelt, ein Miteinander-Sein. Dieses Stück strahlt Optimismus aus, einen Handlungsstrang wie im ersten Stück finde ich hier nicht, jedoch erhalte ich eine Gesamtwirkung, die mit einer Fröhlichkeit verbunden ist.

Die einzelnen Stücke ergänzen sich gut zu einer abwechslungsreichen Gesamtheit. Die Tänzer begeistern mich als Laie mit ihrer Ausdruckskraft und tänzerischen Leistung. Ein gelungener Ballettabend!

Weitere Informationen zu b.24:
http://www.operamrhein.de/de_DE/events/repertoire/1010871/ballet

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