Horst Eckert über „Der feurige Engel“

Renata hört Stimmen, Dämonen suchen sie heim. In Hermann glaubte sie, die Verkörperung des von ihr vergötterten Lichtengels gefunden zu haben, doch Hermann hat sie verlassen. Sie erzählt Ruprecht ihre Geschichte, und er verfällt ihr vollständig, obwohl sie ihn am ausgestreckten Arm zappeln lässt. Weil Renata es verlangt, beschäftigt er sich mit Magie, stöbert Hermann auf, duelliert sich mit ihm. Doch die Angebetete stößt Ruprecht immer zurück. Zuletzt will ihr der Inquisitor den Teufel austreiben, aber die Nonnen verfallen Renata und verehren sie als Heilige.

Es geht um Hysterie und dementsprechend siedelt Regisseur Immo Karaman die Handlung in einer Mischung aus Irrenanstalt und Kloster an. Sein Bühnenbild schafft mit rasanten Wechseln magische Orte, inspiriert von Kathedralen und Sektionssälen. Die Musik Prokofjews liefert den nervösen, expressiven Soundtrack, der in einem wüsten Rausch gipfelt. Konsequent ersetzt Karaman den Scheiterhaufen, auf dem Renata zum Schluss verbrannt werden soll, durch eine Elektroschockbehandlung. Ruprecht legt den Hebel um.

Die Komposition und die Leistung aller Beteiligten schaffen einen Abend, der die Sinne überwältigt. Regie und Bühnenbauten haben mich am meisten begeistert. Man müsste die Oper fast ein zweites Mal besuchen, um sich – weil man die Geschichte dann schon kennt – ganz auf die Musik einzulassen. Oder dritte Sinfonie anhören, in der er Teile der Oper wiederverwendet hat.

Weitere Informationen zu „Der feurige Engel“:
http://operamrhein.de/de_DE/events/repertoire/1010877/opera

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