Claudia Graw über „Arabella“

ARABELLA_06_FOTO_Hans Joerg MichelArabella, die Titelfigur in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss, und ihre Familie stehen wegen der Verschwendungssucht der Mutter und der Spielsucht des Vaters vor dem finanziellen Ruin. Sie erlebt die zunächst unerfüllte Liebe ihrer Schwester Zdenka, die ihr Leben in Jungenkleidung-aus eben diesen finanziellen Gründen- verbringen muss. Und sie selbst soll nun einen Mann finden, der die materiellen Möglichkeiten hat, die Familie vor dem endgültigen Absturz zu retten.
Das Leben in einer Welt von mehr Schein als Sein wird in dieser Inszenierung für mich großartig dargestellt und durchleuchtet. Wo ich vielleicht -wegen des Namens Strauss-eine operettenhafte Szenerie erwartet hätte, sehe ich ein schlichtes und fast karges Bühnenbild, das seine Akteure sehr geschickt in Szene setzt. Die Kostüme heben sich vor dem weißen Hintergrund besonders ab und ich verstehe sie als zeitlos, denn der Themenkomplex um Eltern, die ihren Kindern kaum Vorbild sind sondern sogar eher peinlich und um Menschen auf der Suche nach Identität und Liebe passt in jeden zeitlichen Rahmen.
Die Oper ist als „lyrische Komödie“ untertitelt und so nimmt die Handlung bis zum
Schluss die typischen Irrungen und Wirrungen. Ob es dann aber wirklich ein glückliches oder doch ungewisses Ende für Arabella und Mandryka gibt, lässt Regisseurin Tatjana Gürbaca durch die ungewöhnliche „Verpackung“ ihrer Aufführung wohl eher offen.
Eine sehr gelungene Inszenierung und eine hinreißende Jacquelyn Wagner als Arabella.

Weitere Informationen zu „Arabella“:
http://operamrhein.de/de_DE/repertoire/arabella.1047781

OpernscoutsClaudia Graw
Buchhalterin bei Electronic Partner

Für die berufstätige Mutter von zwei Kindern ist der Opern- und Ballettbesuch eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Die besondere Atmosphäre im Opernhaus, wenn sich der Saal verdunkelt und im Orchestergraben konzentrierte Stille auf das Stimmen der Instrumente folgt, kann sie voller Spannung und Freude genießen. „Grandiose Abende“ hat sie mit dem Ballett am Rhein erlebt. Auch wenn sich ihr nicht jeder Ballettabend unmittelbar erschlossen hat, öffnete ihr der Austausch mit den Scouts und die eigene Reflexion im Text die Tür zu einem nachhaltig faszinierenden Erlebnis.

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