Susanne Freyling über „Arabella“

ARABELLA_12_FOTO_Hans Joerg MichelBei der Premiere von Arabella von Richard Strauss durften wir einen emotionalen Abend erleben, der das Publikum fühl- und hörbar teilte. Für mich war die moderne Inszenierung der tragisch-komischen Familiengeschichte sehr gelungen, unterhaltend und kurzweilig und ist damit eine klare Empfehlung.
Wohltuend modern war der Eindruck des sich mit einem Schlag öffnenden Bühnenbildes, das mit seinen überwiegend weißen Wänden den Schauspielern und Ihren gut ausgewählten Kostümen viel Freiraum lies und zudem interessante Schattenwürfe erzeugte.
Das Bild der Drehtüren und der entstehenden Parallelräume erzeugte ein Gefühl der gezwungenen Öffentlichkeit auch in intimsten Situationen und der Verflechtung der Akteure untereinander.
Die sehr lebhafte Inszenierung steigerte sich stark vom ersten auf den zweiten Akt, der den dramaturgischen Höhepunkt in Form einer Orgie darstellte. Dieses Bild wurde sehr stark ausgereizt und ging bis knapp an die Geschmacksgrenze. Die Musik trat durch die intensiven Bilder auf der Bühne beinahe in den Hintergrund.
Die Hauptpersonen wurden durch die Schauspieler sehr gut verkörpert, teilweise fast schon überzeichnet. Hier fielen mir insbesondere die materiell getriebene Mutter, der glücklose und traurige Matteo und die drei abgewiesenen jugendlichen Freier mit ihren imaginären Pferden auf.
Die beiden Schwestern und Ihre enge Beziehung berührten, die schöne Arabella zeigte zunehmend Größe und Reife bis zum Schlussbild im schwarzen Kleid.
Dieses, zusammen mit dem sich in letzter Minute verändernden Bühnenbild, zeigte wie vermeintlich es ein Happy End ist und ließ einigen Spielraum für Interpretation offen.

Weitere Informationen zu „Arabella“:
http://operamrhein.de/de_DE/repertoire/arabella.1047781

OpernscoutsSusanne Freyling
Senior Category Manager bei L’Oréal

Obwohl Susanne Freyling seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, ist die Oper eher „Neuland“ für sie. „Ein sehr bereicherndes!“, sagt die bei L‘Oréal arbeitende Diplom-Betriebswirtin. Am Projekt „erlebte Oper … erlebter Tanz“ begeistert sie der Austausch mit den anderen Scouts und die Möglichkeit, ihre Eindrücke an Freunde, Kollegen und eine breitere Öffentlichkeit weiterzugeben.

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