Susanne Freyling über b.25

Ashton_Symphonic Variations_01_FOTO_Gert WeigeltWas für ein wunderbarer Abend mit drei so unterschiedlichen Stücken, und das alles ist Ballett.

Workwithinwork zeigt puristischen und geradezu technisch perfektionierten, puren Tanz. Nichts lenkt ab, die Bühne ist in Schwarz gehalten, die Kostüme stechen nicht hervor.
Das Licht inszeniert die ungewohnten, sich verrenkenden und expressiven Bewegungen in noch nicht gesehener Art und Weise: angespannte Muskeln und Sehnen treten hervor, die Gesichter sind zum Teil nicht zu erkennen.
Die Tänzer marschieren ausdruckslos auf die Bühne, bevor sie mit Ihrer athletischen Leistung beginnen, auch hier habe ich die pure Konzentration auf den Tanz empfunden.
Die dissonante Musik ist der Counterpart zum Tanz und schafft eine kühle und wenig einbeziehende Atmosphäre, mich hat das Stück trotzdem gefangen.

Symphonic Variations versöhnt nach dem im ersten Moment irritierenden ersten Stück mit einem Ballett, wie man es sich eigentlich vorstellt. Spitzentanz im weißen Kostüm, jede Tänzerin folgt Ihrem männlichen Gegenüber mit aufwärts gerichteten Bewegungen und strahlendem Gesicht passend auf die Pianotöne.
Auf den zweiten Blick irritieren die Kostüme, insbesondere die der Tänzer und das ziemlich modern wirkende Bühnenbild. Alles zusammen erzeugte für mich keine Einheit und lässt Fragen offen. Gerade jedoch diese Kontroverse macht das Stück interessant und sehr sehenswert.

Two Gold Variations ist der unumstrittene Höhepunkt des Abends. Wunderbare fließende und leidenschaftliche Bewegungen in schillernden Kostümen zu eingehender, teilweise fast schon schmissiger Musik. Ebenso wie im ersten Stück ist die Bühne schwarz, hier jedoch schwappen die Emotionen komplett auf das Publikum über, was in frenetischem und absolut verdienten Beifallssturm mündet.
Der Gesamteindruck des Stückes ist überwältigend und lässt in meiner Erinnerung wenig Platz für Details und Feinheiten. Ein Finale, das man sich auch ein zweites Mal anschauen kann!

Weitere Informationen zu b.25:
http://operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-25.1047795

OpernscoutsSusanne Freyling
Senior Category Manager bei L’Oréal

Obwohl Susanne Freyling seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, ist die Oper eher „Neuland“ für sie. „Ein sehr bereicherndes!“, sagt die bei L‘Oréal arbeitende Diplom-Betriebswirtin. Am Projekt „erlebte Oper … erlebter Tanz“ begeistert sie der Austausch mit den anderen Scouts und die Möglichkeit, ihre Eindrücke an Freunde, Kollegen und eine breitere Öffentlichkeit weiterzugeben.

 

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