Isabell Boyer über b.25

Ashton_Symphonic Variations_02_FOTO_Gert WeigeltAm Samstag eröffnete sich für die Zuschauer der Ballettpremiere von b.25 ein Abend der Extraklasse. Drei Werke, in ihrer tänzerischen und musikalischen Darbietung vollkommen unterschiedlich, doch jedes von ihnen facettenreich und einzigartig. Mit workwithinwork von William Forsythe, Symphonic Variations von Frederick Ashton und Two Gold Variations von Hans van Manen startet das Ballett am Rhein in Düsseldorf mit Bravur, Eleganz, Sinnlichkeit und Vielschichtigkeit in die neue Saison.

Beginnend mit William Forsythes Werk  tauchen wir ein in eine Welt der Präzision, der Körperbeherrschung und des Kontrasts zwischen hart und weich, schnell und langsam. Begleitet und geformt von den Streicherduetten im Hintergrund rahmen die Tänzer Situationen, Momentaufnahmen von Auseinandersetzungen, Vereinigungen, Trennungen. Man glaubt Paare zu erkennen, im Streit, in der Liebe, dann bricht es wieder auf, die Tänzer agieren als eine Einheit oder als wilde Gruppe von Individuen, die nur durch ihre Hingabe zur Bewegung verbunden sind. Schon jetzt sieht man die hervorragenden Fähigkeiten der Kompanie, die sich im Laufe des Abends noch weiter präzisieren werden.

Frederick Ashton entführt uns im Anschluss in eine Welt des Balletts, wie ein Frischling wie ich sie sich vorstellt: rein, vollkommen, perfekt ausgetanzt und elegant, klassisch und unterstrichen von einem Lächeln auf den Lippen der Agierenden, das den Frühling vermitteln soll, der hier zum Ausdruck gebracht wird. Es geht hier nicht um das Erzählen von Geschichten (selbst, wenn es ein wenig an Märchen oder mythologische Anwandlungen erinnert), sondern um die Perfektion des Tanzes, der in seiner Natur Eleganz und Grazie verkörpert. Die Paare, die hier ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, meistern dies mit einer Leichtigkeit, die sich sofort auf den Zuschauer überträgt. Es bildet einen wundervollen, zudem musikalisch sehr schön umgesetzten, Gegensatz zum vorherigen Stück, wunderschön anzusehen und zu genießen.

Das letzte Stück lässt sich als krönendes Feuerwerk des Abends bezeichnen. Es ist elegant und dynamisch, ausdrucksstark und sinnlich, temperamentvoll und unvergleichlich fesselnd. In „Two Gold Variations“ sind Liebe, Lust und Zusammenspiel die wichtigsten Elemente. Wie ein Refrain zieht sich ein bestimmtes Element durch das Werk, ein Paar, dass sich herausfordert, umschlingt, dann wieder freilässt und wieder einfängt. Es ist ein Spiel mit den Assoziationen, in Einheit mit einer packenden Vertonung, in der Percussion-Instrumente eine tragende Rolle spielen. Nicht grundlos waren sich hier alle Zuschauer einig: Hans van Manen hat zusammen mit seinen Tänzern ein Meisterwerk geschaffen, das seinesgleichen sucht.

Weitere Informationen zu b.25:
http://operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-25.1047795

OpernscoutsIsabell Boyer
Studentin

Auf unseren jüngsten Opernscout sind wir durch einen Text aufmerksam geworden, den sie als „Operntester“ über Prokofjews Oper „Der feurige Engel“ geschrieben hat. Die eingehende Beschäftigung mit dem Stück hat uns neugierig gemacht auf mehr. Isabell Boyer studiert Germanistik und Anglistik in Essen. Sie singt selbst in Pop- und Rockbands und hat 6 Jahre lang Theater in einer Laiengruppe gespielt. Als Opernscout berufen worden zu sein ist eine Ehre für sie. Sie ist sehr froh, dabei zu sein und hofft auf eine schöne Zeit.

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