Julia Kulig zu „L’elisir d’amore“

Lelisir_damore_01_FOTO_HansJoergMichelNachdem ich nun einige Wochen ohne Opernbesuch verbracht hatte, freute ich mich sehr auf diesen Abend – und wurde nicht enttäuscht. In der Oper von Donizetti geht es um die Liebe. Die ersehnte, die eingeforderte, die enttäuschte und die schüchterne Liebe. Nemorino, ein mittelloser Mann verliebt sich und macht sich zu Beginn wenig Hoffnung, dass seine Liebe erwidert wird. Adina, bezaubernd schön, geht nicht auf sein Werben ein. Helfen soll ihm daher ein Zaubertrank. Wir als Publikum erleben, wie der Werbende mithilfe des Getränks auf ein besseres Leben, mit Adina an seiner Seite, hofft. Kurz vor Ende des Stückes wird uns ein Einblick in menschliche, ja oberflächliche Züge geboten: Nemorinos Zaubertrank wirkt zwar nicht, jedoch erfüllt seine – sich schnell herumgesprochene – Erbschaft schnell und zeitgleich einen ähnlichen Zweck.

Schön anzusehen fand ich auch dieses Mal die Inszenierung der schauspielerischen Rahmenhandlung und der Bühnenbilder: Der Zaubertrankbrauer, der in Gold gekleidet über die Bühne tanzt und Nemorinos Gutgläubigkeit ausnutzt; Trinkgläser  die von der Decke hänge und je nach Lichteinstrahlung und Arrangement als Kronleuchter, Himmel, Zwischenwelten erscheinen, die Frauen, die die Nachricht von Nemorinos Erbschaft ganz modern per Handy an jede Junggesellin der Umgebung weiterleiten.

Mir gefielen die Singstimmen der Hauptdarsteller sehr gut. Die tiefen bassigen Stimmen der Sänger genau so sehr wie die hohen Klänge der Sängerinnen.
Mein Fazit: Die Handlung des Stückes ließe sich sicher auch in wenigen Minuten erzählen – das Arrangement, die Farben, die vielen bunten Details bieten jedoch viel Raum für einen genussvollen Opernbesuch, der auch sehr gerne länger dauern darf!

Weitere Informationen zu „L’elisir d’amore“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/l-elisir-d-amore.1045076

Opernscout Julia Kulig-2Julia Kulig
Musiktherapeutin

In ihrer Arbeit als Musiktherapeutin setzt sich Julia Kulig mit ihren Patienten therapeutisch und kreativ mit dem Medium Musik auseinander. Daher freut sie sich, seit der Spielzeit 2014/15 als Opernscout Ballett- und Opernstücke besuchen und den Blickwinkel in Richtung anderer musikalischer und tänzerischer Ausdrucksformen erweitern zu können. Sie schätzt den Austausch mit den anderen Scouts sehr und ist gespannt, was sie in der neuen Spielzeit erwartet.

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