Uwe Schwäch über „Die Zirkusprinzessin“

DieZirkusprinzessin_16_FOTO_HansJoergMichelOperetten sind speziell, denn sie bieten keinen musikalischen Durchlauf. Musik- und Gesangspausen enthalten gesprochene Dialoge, wodurch kurzweilig eine Theaterstimmung herrscht. So auch diese von Emmerich Kálmán komponierte Operette, in der es um Irrungen und Wirrungen der Liebe unter Beachtung gesellschaftlicher Konformität geht. Das Spiel mit falschen Identitäten ist so unterhaltsam wie ein Wiener Komödienstadel. Das Gefühlsleben der nach Liebe und Heirat suchenden ist offenkundig und enthält wenig Tiefgang.

Musikalisch ist die Operette von einem Leitmotiv mit hoher Wiedererkennung geprägt. Die harmonisch-komödiantische Melodie wiederholt sich in verschiedenen Liedern, die sich wie eine Nummerngeschichte aneinanderreihen. Besonders die sich findenden Paare Miss Mabel Gibson und Toni Schlumberger (Susanne Grosssteiner und Christoph Filler) sowie die Fürstin Palinska und Mister X (großartig Romana Noack und mit zunehmender stimmlicher Präsens Carsten Süss) haben in ihren Duetten geglänzt.

Das Bühnenbild einer bunt iluminierten Zirkusarena bietet von Anfang an viel für das Auge: Clowns klettern durch die Zuschauerreihen bevor der Vorhang aufgeht und auf der Bühne sorgen Sie in illustren Kostümen mit Tanz und Akrobatik für gute Unterhaltung. So lässt sich im weiteren Verlauf auch der Winterzauber einer Petersburger Schlittenfahrt passend zu unserer Jahreszeit gut erleben. Es ist durchgehend viel los und dem Zuschauer wird es nie langweilig. Zum Glück, denn die Handlung bietet wenig Anspruch und Bewegendes. Die gesamte Inszenierung ist allerdings so bunt, dass sie besser in die närrischen Tage des Düsseldorfer Karnevals gepasst hätte.

 Weitere Informationen zu „Die Zirkusprinzessin“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/die-zirkusprinzessin.1045078

OpernscoutsUwe Schwäch
Agentur-Chef und Lehrbeauftrager

Der Gesellschafter der Markenagentur Brand Lounge und Lehrbeauftragte an der Hochschule Fresenius ist leidenschaftlicher Fan der Oper, und seine Begeisterung wirkt ansteckend: Regelmäßig stiftet er Freunde und Bekannte zum gemeinsamen Kulturbesuch an. Weil ihn nicht nur das Kunsterlebnis, sondern auch der gemeinsame Austausch darüber bereichert, freut er sich jetzt auf den Dialog mit den Opernscouts

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