Kathrin Pilger über „Turandot“

TURANDOT_09_FOTO_Hans_Joerg_MichelEin chinesisches Märchen in alten und neuen Gewändern, dazu Musik voller Pathos und Emotionen – dies alles erwartete die Besucher bei der Premiere am vergangenen Samstag im Theater in Duisburg! Giacomo Puccinis letztes großes, unvollendet gebliebenes Werk stand auf dem Programm der Deutschen Oper am Rhein: Turandot.

Die Handlung folgt einem klassischen Muster: Die durch den gewaltsamen Tod einer Vorfahrin im Herzen versteinerte Prinzessin Turandot gibt allen jungen Männern, die um sie werben, drei Rätsel auf. Können diese gelöst werden, so darf der Bewerber die Prinzessin heiraten, versagt der Aspirant, erwartet ihn ein gewaltsamer (auf der Bühne zelebrierter) Tod. Dieses Schicksal erleiden sämtliche Kandidaten, bis Kalaf, der totgeglaubte Sohn des alten Tatarenkönigs Timur, in das Geschehen eingreift. Er gibt auf die drei Fragen Turandots die richtigen Antworten, woraufhin die Prinzessin besiegt ist. Doch Kalaf will ihre wahre Liebe erlangen und gibt ihr die Gelegenheit, bis zum Morgengrauen seinen Namen zu erraten. Dann sei sie frei und er werde sterben. Doch auch durch Bestechung, Folter und einen durch die bösen Umstände verursachten Selbstmord lässt sich der Name nicht in Erfahrung bringen. Erst als Kalaf die Prinzessin leidenschaftlich küsst und ihr seinen Namen verrät, bricht das Eis und die Liebe besiegt die Hartherzigkeit Turandots.

Das in der taiwanesischen Inszenierung etwas bewegungsarm wirkende Spiel der prächtig kostümierten Akteure gewann durch die interessanten Lichtinstallationen an Dynamik. Gleich zu Beginn als tropfender Regen oder später in kalligraphischer Zeichensprache, die einen Bezug zu den Rätseln Turandots herstellen sollte, tanzten die pulsierenden Lichtstrahlen über die Bühne. Sogar ganze Filmsequenzen bildeten manchmal den Hintergrund. Das lockerte auch die recht statischen Massenszenen auf, die durch die Chöre (Erwachsene und Kinder) dargestellt wurden. Solisten wie Chöre waren stimmlich hervorragend; besonders hervorzuheben ist die Leistung der rumänischen Sopranistin Brigitta Kele, die der Figur der Sklavin Liù Persönlichkeit verlieh.

Großartig wie immer: die Duisburger Philharmoniker, die Puccinis eingängige Melodien in wunderbare Klangfarben umsetzten. Alles in allem war der Abend sehr gelungen, die Aufführung eindrucksvoll und damit absolut empfehlenswert.

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Kathrin Pilger-2Kathrin Pilger
Landesarchiv NRW Duisburg

Kathrin Pilger ist Dezernatsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecherin beim Landesarchiv NRW in Duisburg. Sie hat großes Interesse an Kunst und Kultur, Oper und Ballett früher aber nur selten besucht. Seit sie beides als Opernscout begleitet, ist sie begeistert von beiden Genres. Einen Abend im Ballett oder in der Oper empfindet sie als erlebnisreich und spannend und oft ist sie auch emotional von der Musik und der Ästhetik des Tanzes berührt. Dieses Gefühl von Glück möchte sie an andere Menschen weitergeben.

 

 

 

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