Birgit Idelberger über „Turandot“

TURANDOT_13_FOTO_Hans_Joerg_MichelPremierenabend in Duisburg am Samstag im Advent. Ausverkauft und prall gefüllt das Foyer in der Erwartung einer Neuinszenierung der Oper Turandot von Giacomo Puccini.

Es ist die Alte, den vielen Märchen der Vorzeit angelehnte Geschichte von der kaltherzigen, schönen Prinzessin. Der seit ihrem Anblick unsterblich verliebte Prinz löst drei Rätsel und gewinnt ihre Liebe letztlich durch einen Kuss, der ihr Herz erweicht.

Die Spannung fiel sichtbar von den Künstlern ab, als der Beifall ertönte.

Wenn man sich auf das Dargebotene einließ, konnte man an diesem Abend nicht nur Musikalisches genießen.

Vollkommen neu und anders als gewohnt ist diese Inszenierung durch den Taiwanesischen Künstler Huan-Hsiung Li, der mit weiteren Taiwanesischen Mitarbeitern ( Video/ Media Design, Bühne, Kostüme, musikalische Leitung ) den Spagat zwischen diesem Märchen und dem Hier und Heute versucht.Er versteht und präsentiert das Werk als Parabel auf das China von heute, verkörpert von Turandot.

Videoinstallationen auf Leinwänden zeigen Bilder der modernen Großstadt, Regen, Farbeffekte. Eine gelungene Idee.

Alle Sänger boten eine gute Leistung, jedoch darf man die Sklavin Liu und die drei Minister Ping, Pang,Pong besonders positiv hervorheben. Lediglich Turandot klang zum Finale etwas zu laut und schrill, es passte aber insgesamt stimmlich zu der Figur der kaltherzigen Prinzessin.

Trotz aller öffentlichen Kritik war der Abend für mich ein Genuss durch die Verbindung verschiedener Stile, die die Aufführung erst interessant machten. Dies mag für manche verstörend gewirkt haben. Der Besuch im Foyer zur Einführung war dieses Mal besonders hilfreich für das spätere Verstehen.

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Birgit Idelberger-1Birgit Idelberger
Frauenärztin

Birgit Idelberger ist in Duisburg aufgewachsen und seit 10 Jahren als Frauenärztin in Duisburg-Walsum niedergelassen. Sie geht gern ins Kino und besucht Kunstausstellungen, doch Bezug zum Theater hatte sie kaum – zur Oper schon gar nicht. Das ist jetzt anders: Offen und neugierig ließ sie sich auf ihre erste Saison als Opernscout ein. Auch ohne Theatererfahrung empfindet sie die Opern- und Ballettabende als persönliche Bereicherung und positive Erfahrung. Sie hofft, dass viele Menschen durch die Kommentare der Scouts neugierig werden und den Weg ins Theater finden.

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