Martin Breil über „Ariadne auf Naxos“

Phantasie und Wirklichkeit liegen nicht weit auseinander

Ariadne_auf_Naxos_13_FOTO_FlorianMerdes„Gibt es kein Hinüber? Sind wir schon da?“ wird sich Ariadne am Ende des Abends fragen und das gleiche Gefühl habe ich, als ich den Saal der Oper Duisburg betrete.

Ein unfertiges Bühnenbild, das Orchester auf der Bühne probiert vor sich hin und Wen-Pin Chien, der Dirigent, ist noch nicht einmal umgezogen.
Auf der Bühne erkenne ich links die Verlängerung der Saalvertäfelung aus Duisburg und rechts die des Opernhauses Düsseldorf. Merkwürdig, denn die Oper spielt im Haus eines reichen Mannes, da stimmt wohl nur die rechte Bühnenhälfte.

Und ehe ich mich versehe, beginnen auf der Bühne die letzten Vorbereitungen zur Aufführung einer Oper und ich merke, wie sich die Rollenverteilung verschiebt. Einerseits bin ich Gast der DOR, aber gleichzeitig Gast im Haus eines reichen Herrn, der die Musik bestellt hat.
Was folgt ist ein schier endloser Reigen von Leidenschaft und Emotion, sowie großer Missverständnisse, nach zu lesen in der Rheinischen Post vom 27.02.2016.

Großartig sind die Sängerinnen und Sänger der DOR, die ihre anspruchsvollen Partien souverän meistern. Die Duisburger Philharmoniker unterstützen sie dabei hervorragend.

Trotz aller Irrungen und Wirrungen kann ich dem roten Faden, den Ariadne den ganzen Abend spinnt, gut folgen. Allein die Dauer des Stückes (2 ¼ Std. ohne Pause) und der permanent hohe musikalische Anspruch an den Zuhörer sind eine wahre Herausforderung.

Am Ende verlasse ich den Saal mit der Erkenntnis, dass Phantasie und Wirklichkeit gar nicht so weit auseinander liegen. Es gibt kein Hinüber, wir sind schon da!

Weitere Informationen zu „Ariadne auf Naxos“ :
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/ariadne-auf-naxos.1045091

Opernscout Martin Breil-1Martin Breil
Dipl. -Ing. für Hochbau

Martin Breil ist beschäftigt beim Bauaufsichtsamt der Stadt Duisburg. Neben seinem Interesse an den bildenden Künsten, hört er leidenschaftlich gern Jazz und klassische Musik, insbesondere mit den Duisburger Philharmonikern. Das Lauschen zu Opernklängen bedeutet für ihn ein Abheben in eine andere Dimension und das Abschalten von allem Belastenden des Alltags. Auch das Ballett fasziniert ihn: Wo kommen, außer in der freien Natur, Kraft und Ästhetik stärker zum Ausdruck als dort? Als Opernscout ist er dankbar, seine eigenen Eindrücke nach außen tragen zu dürfen, um dort Leser für einen Opern- oder Ballettbesuch zu begeistern.

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