Susanne Freyling über b.27

Ein facettenreicher Ballettabend

b27_VariationenundPartiten_04_FOTO_GertWeigeltÄsthetisch werden Musik und Tanz vereint, so mein Eindruck von „Duo Concertant“.
Die beiden Tänzer lauschen der Musik und setzen die jeweilige Stimmung mit erfrischender Leichtigkeit in Tanz um.
Das schlichte, in den Kostümen und im Bühnenbild verarbeitete, Blau unterstreicht den frischen Eindruck. Im zweiten Teil liegt der Fokus durch akzentuierte Beleuchtung noch stärker auf dem Spiel zwischen den beiden Tanzpartnern. In den tänzerischen Pausen macht es Spaß, die Pianistin und den Violinisten auf der Bühne zu beobachten, jedoch ist die Akustik nicht so eindrucksvoll, wie aus dem Orchestergraben. So gut mir das Stück als Eröffnung des Abends gefallen hat, so wenig bleibt es nach einigen Tagen im Gedächtnis.

Den eindrucksvollen Mitteilteil des Abends liefert Schläpfers Uraufführung „Variationen und Partiten“. Die Tänzer zeigen ein unglaubliches Bewegungsrepertoire und scheinen ihre Körper in ganz neuer Weise zu nutzen. Dadurch entstehen zusammen mit der Beleuchtung beeindruckende Bühnenbilder, die ich am liebsten angehalten hätte.
Die einzelnen Tänzer treten als Charaktere hervor und bleiben mir eindrucksvoll im Gedächtnis. Die Kostüme sind schlicht, zu Beginn tragen die Tänzerinnen Damen noch Kleider, später eher androgynen Anzüge, die die Körper und Posen eindrucksvoll in den Mittelpunkt stellen.

Im Gegensatz zum vorhergehenden fein komponierten Gesamtkunstwerk kommt das letzte Stück „Der grüne Tisch“ wuchtig und mit eindeutiger Aussage daher.
Der Tod tritt als kraftvoller und nicht zu beeindruckender Tänzer mit immer wiederkehrendem Bewegungsmuster auf und erinnert an eine mythologische oder eine Stammesfigur. Der Totentanz wird eingerahmt von der Entstehungsszene des Krieges, die dadurch dass sie am Anfang und am Ende steht, wie ein perpetuum mobile wirkt.
Mich hat die Dramatik des Stückes etwas erschlagen, die Kostüme und Masken waren mir zu historisch, bildhaft und wuchtig.

Insgesamt ein wunderschöner, beeindruckender und facettenreicher Ballettabend, mit musikalischem Fokus auf dem Piano als Bindeglied.

Weitere Informationen zu b.27:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-27.1047790

OpernscoutsSusanne Freyling
Senior Category Manager bei L’Oréal

Obwohl Susanne Freyling seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, ist die Oper eher „Neuland“ für sie. „Ein sehr bereicherndes!“, sagt die bei L‘Oréal arbeitende Diplom-Betriebswirtin. Am Projekt „erlebte Oper … erlebter Tanz“ begeistert sie der Austausch mit den anderen Scouts und die Möglichkeit, ihre Eindrücke an Freunde, Kollegen und eine breitere Öffentlichkeit weiterzugeben.

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