Jan van de Weyer über b.27

Tanztheater mit höchster Präzision und Einzigartigkeit

b27_DerGrueneTisch_06_cTheJoossEstate_FOTO_GertWeigeltDen Auftakt von b.27 bildet Geroge Balanchines „Duo Concertant“, das 1972 vom New York City Ballett uraufgeführt wurde. Getragen durch die wunderbare Musik von Igor Strawinsky taucht der Zuschauer durch eine blaue Kulisse in ein Meer der Unendlichkeit. Auf der Bühne begegnen sich ein Klavier und eine Violine, sowie zwei Tänzer verkörpert durch Ann-Kathrin Adam und Marcos Menha, die auf subtile Weise aufeinander reagieren. Hier zeigt sich ein einzigartiger Balanchine mit seinen ruhigen Momenten, sowie seiner Schnelligkeit und technischen Brillianz, indem Mensch und Körper den Raum ausloten. Es geht bei diesem Werk um menschliche Begegnungen, Freundschaft und Abschied- Themen, die auch die beiden Künstler tief verband. Sowohl die Musik also auch der Tanz, beides steht für sich und verbindet sich schließlich doch zu „Eins“.

In der goldenen Mitte überrascht Martin Schläpfer das Publikum mit „Variationen und Partiten“ durch seinen erfinderischen und facettenreichen Bewegungsreichtum. Spielerisch aufstrebend, aber auch rebellisch erobert die Kompanie des Ballett am Rhein die Bühne, mit Klaviermusik von Beethoven und Bach. Der Zuschauer erlebt sowohl die klassischen Wurzeln des Tanzes, also auch moderne Bewegungswelten, die mit viel spielerischer Leichtigkeit die Persönlichkeiten der einzelnen Tänzer unterstreicht.

Das dritte Stück bietet einen Ausflug in die Tanzgeschichte, das von seiner Aktualität nicht treffender platziert werden könnte. Beim grünen Tisch von Kurt Joos begegnen mehrere Soldaten, ein Fahnenträger, eine Frau und ein junges Mädchen dem Tod. Bei diesem Totentanz überzeugt Chidozie Nezerem als der erbarmungslose Vollstrecker mit seiner kraftvollen und gezielten Körpersprache. Wunderbar wie unterschiedlich die Tänzer dem Tod begegnen. Ein Tanztheater mit höchster Präzision und Einzigartigkeit.

Weitere Informationen zu b.27:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-27.1047790

OpernscoutsJan van de Weyer
Bildhauer

„Was Martin Schläpfer hier bewirkt, ist ein Traum“, sagt Jan van de Weyer, der als kleiner Junge selbst Ballett getanzt hat und heute mit einer Tänzerin der Compagnie liiert ist. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte, arbeitete viele Jahre als Physiotherapeut und ist heute als Bildhauer mit eigenem Atelier in Düsseldorf tätig. Nun freut er sich darauf, neben dem Ballett auch etwas tiefer in die Oper einzusteigen.

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