Stefanie Wallace über b.27

Die ersten beiden Stücke – absolut sehenswert, „Der grüne Tisch“  – zu pompös

b27_VariationenundPartiten_06_FOTO_GertWeigelt„Duo Concertant“ – eintauchen in das Meer der Weite und wohlfühlen mit den Klängen von Igor Strawinsky.
Das erste Stück von George Balanchine, schon 1972 vom New York City Ballett uraufgeführt, war sehr kurzweilig. Mir hat die private Atmosphäre gefallen. Es schien als sei man stiller Beobachter einer nicht öffentlichen, sehr intimen Veranstaltung. Die beiden Tänzer haben so liebevoll über ihre Gestik miteinander kommuniziert und sich sichtlich der Musik erfreut. Es waren ganz sanfte und zärtliche Begegnungen zwischen Ballettpaar und dem Musiker Duo. Die verliebte Mimik zwischen dem Liebespaar eingebettet in fließende weiche Bewegungen wurde getragen von dem Violinen Spieler und der Pianistin – die allesamt auf der Bühne waren. Die Solotänze, wo der eine für den anderen grazil schon fast schwebend getanzt hat – waren großartig.
Der Raum dem die Musik gegeben wurde, hat die Bedeutung des Klangs für die Bewegung sehr gut verdeutlicht und die Stimmung zwischen den Tänzern unterstrichen.
Das ausdrucksstarke Blau der Bühne hat die Tänzer zum Leuchten gebracht. Der Wandel zum schwarzen Bühnenhintergrund mit dem Spotlicht hat die Aufmerksamkeit noch mehr auf die einzelnen Details von Gestik, Mimik und Bewegung gelegt.

Ein sehr schönes Stück mit toller Musik – genau das Richtige zum Ankommen!

Martin Schläpfers Aufführung „Variation und Partiten“ hat überrascht mit viel Esprit und Frische. Klassische Bewegungsformen und reich gefüllte Bewegungserlebnisse der neuen Art.
Das bunte, verspielte Bühnenbild hatte etwas Frühlingshaftes und Leichtes. Die Farben wurden sehr akzentuiert und gekonnt in die Kostüme eingebettet. Die kleinen Farbnuancen haben dem gesamten Bild einen spielerischen Anstrich gegeben. Durch das leichte durchsichtige Material konnten wunderschöne Lichtmomente entstehen.
Der Pianist hat sehr einfühlsam die sehr fassentenreichen Bewegungen, ob kantig, fließend, stampfend oder schüttelnd, untermalt.

Sehr schön waren die Momente der absoluten Stille! Nur leises Tippeln und der pure Atem waren zu hören. Ich habe das Stück sehr genossen – absolut sehenswert!

„Der grüne Tisch“ von Kurt Joos holt den Zuschauer wieder zurück in die Realität und rüttelt auf. Das Stück in acht Bildern – gegenwärtig und erschreckend nah – die Thematik über Krieg und Tod.

Das Kostümbild hätte nicht treffender sein können – ausdrucksstark und zum Teil, mit maskierten Gesichtern, auch abschreckend. Die Soldaten und ihre Bewegungen waren betont kraftvoll und stark, doch für meinen Geschmack war alles etwas überzogen und pompös.

So aktuell und geschichtsträchtig das Thema auch sein mag hat es meine Stimmung ziemlich gedämpft.

Weitere Informationen zu b.27:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-27.1047790

OpernscoutsStefanie Wallace
Yogalehrerin

Die studierte Modedesignerin arbeitete im Design und Einkauf, bevor sie ihre Leidenschaft für Yoga zum Hauptberuf machte. Ihren Unterricht besuchen Tänzerinnen und Tänzer des Balletts am Rhein; deren Ausstrahlung und Körperlichkeit animierten sie zu einem ersten Ballettbesuch, dem viele weitere folgten: „Was ich beim Ballett am Rhein in den letzten zwei Jahren erleben durfte, hat mich extrem beeindruckt.“ Als Opernscout freut sie sich jetzt auch auf neue Erfahrungen und Inspirationen im Bereich der Oper.

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