Susanne Freyling über b.28

Ein wunderbarer Ballettabend ohne Längen

b.28_Ballett am Rhein_Düsseldorf / Duisburg
"Different DialoguesPaul Taylor – „Esplanade“

Durchweg positiv, voll mit Lebensfreude, Ausgelassenheit, Übermut und kindlicher Unbeschwertheit zeigt sich dieses Stück.
Im ersten Teil laufen, rennen und springen die Tänzer ausgelassen über die Bühne, wenig später zeigt sich der natürliche Gegenpart der ausgelassenen Stimmung, die Melancholie, jedoch ist diese nicht von Dauer. Im Gegenteil steigert die die Euphorie im Verlauf des Stücks, die Bewegungen werden wilder und wir sehen gewagte Sprünge der Tänzerinnen in die Arme ihrer Partner, von denen sie weiter getragen werden.
Das Bühnenbild – kein Bühnenbild, lässt viel Platz für die eigene Einordnung des Stücks.
Das barocke Streicherkonzert trägt den Tanz mit Leichtigkeit, der Gesamteindruck ist ein musikalischer und optischer Hochgenuss.

Hubert Essakow  – „Tenebre“

Im zweiten Stück herrscht zu Beginn eine düstere Stimmung, die im Verlauf des Stückes etwas aufklart.
Die Tänzer beginnen am Boden liegend, fast klebend und kommen erst langsam auf die Beine. Der Tanz auf der dreigeteilten Bühne ist düster und die Handlung oder der Fokus schwer nachzuvollziehen.
Die Kostüme sind schwarz und weiß – auf Vorder- und Rückseite – die Tänzer dramatisch und düster geschminkt. Später entsteht ein ganzes, großzügiges Bühnenbild, das japanisch anmutet und fast wie ein Gemälde wirkt.
Für mich ist das Stück interessant, aber aus der etwas anstrengenden Musik, den düsteren und fragmentierten Bildern auf der Bühne und den gewöhnungsbedürftigen Kostümen wird kein Gesamtbild für mich.

Nils Christe – „Different Dialogues“

Die Musik im dritten Stück ist eine komplette Überraschung: dynamisch, mitreißend, dramatisch und spannend, erinnert mich an Filmmusik.
Das Bühnenbild und die Kostüme bilden eine blau-türkise mystische Welt, später senken sich Lichter auf die Bühne herab und die Tänzer tanzen aus dem Nebel heraus.
Genauso auf und ab schwellend wie die Musik ist der Tanz, voller Energie und Kraft. Besonders beeindruckt die komplett synchron getanzte Szene aller Tänzer mit den herabgesenkten Lichtern.
Ich bin völlig begeistert von dem Stück. Das Intermezzo ohne Musik, mit Geräuschen von splitterndem Glas, lies mit jedoch eher ratlos zurück.

Die in jedem Stück im Vordergrund stehenden, aber komplett unterschiedlich wirkenden Violinen haben diesen phantastischen Abend verbunden – er wird mir lange im Gedächtnis bleiben.

Weitere Informationen zu b.28:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-28.1047785

OpernscoutsSusanne Freyling
Senior Category Manager bei L’Oréal

Obwohl Susanne Freyling seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, ist die Oper eher „Neuland“ für sie. „Ein sehr bereicherndes!“, sagt die bei L‘Oréal arbeitende Diplom-Betriebswirtin. Am Projekt „erlebte Oper … erlebter Tanz“ begeistert sie der Austausch mit den anderen Scouts und die Möglichkeit, ihre Eindrücke an Freunde, Kollegen und eine breitere Öffentlichkeit weiterzugeben.

 

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