Jan van de Weyer über b.28

Ein wundervoll zusammengestellter Abend

b.28_Ballett am Rhein_Düsseldorf / Duisburg
"Tenebre" ch.: Hubert EssakowWelch ein schaffensreicher Geist mit ungefähr 142 Stücken beschreibt das Werk des 1930 geborenen Künstler Paul Taylor, der maßgeblich den Modern Dance in Amerika begründete und hier an der Deutschen Oper am Rhein die letzte Premiere dieser Spielzeit b.28 eröffnet.

Das Publikum erlebt das Ballett ‚Esplanade‘ von 1975, das ein Meisterwerk in der Tanzgeschichte darstellt. Ergreifend rhythmisch, begleitet mit der wunderbaren Violinenmusik von J.S. Bach.
Ein Augenmerk bei diesem Stück liegt beim Bewegungsreichtum, die Taylor aus Studien wie gehen, laufen, rennen und der menschlichen Interaktion entwickelte. Dieses facettenreiche Bewegungsspiel übertragen die Tänzer des Balletts am Rhein mit technischer Brillanz und einer freudigen Leichtigkeit.

Auch das zweite Stück ‚Tenebre‘, eine Uraufführung von Hubert Essakow wird von Violinen begleitet. Hier das Streichorchester und Delphica von Bryce Dessner und einem interessanten skulpturalen Sounddesign vom Londoner Künstler Gareth Mitchell. Das Publikum taucht in eine strudelartige Klanglandschaft ein.
Überwältigend das Bühnenbild mit seiner malerischen Kulisse von Merle Hensel mit der die Tänzer in Ihrer Geschmeidigkeit verschmelzen. Die Stimmung ist Dunkel und man spürt das sich etwas bedrohliches und dämonisches heraufbeschwört.

Das letzte Stück ‚Different Dialogues‘ lebt von der Musikalität von Philipp Glass.
Obwohl sich die Musik durch seine minimalen und reduzierten Klänge auszeichnet bietet sie dem Choreographen Nils Christie die Möglichkeit kraftvolle Bewegungsgruppen zu formen. Lampen die sich teleskopartig auf der Bühne ausdehnen, sowie eine Nebelkuppe aus der sich die Tänzer mit dynamischen pas de deux erheben führen zu einem wundervoll zusammengestellten und sehr musikalischen Ballettabend.

Weitere Informationen zu b.28:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-28.1047785

OpernscoutsJan van de Weyer
Bildhauer

„Was Martin Schläpfer hier bewirkt, ist ein Traum“, sagt Jan van de Weyer, der als kleiner Junge selbst Ballett getanzt hat und heute mit einer Tänzerin der Compagnie liiert ist. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte, arbeitete viele Jahre als Physiotherapeut und ist heute als Bildhauer mit eigenem Atelier in Düsseldorf tätig. Nun freut er sich darauf, neben dem Ballett auch etwas tiefer in die Oper einzusteigen.

 

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