Stefanie Wallace über b.28

Absolut empfehlenswert!

b28_Different Dialogues_07_FOTO_Gert WeigeltDa ich schon bei der Ballettwerkstatt erste Eindrücke sammeln durfte und es sehr inspirierend fand einen Einblick in das Arbeiten und Denken der Choreographen zu bekommen, war die Vorfreude auf die Premiere von b.28 diesmal besonders groß! Gänsehaut vorprogrammiert.

All meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Für mich war es der beeindruckendste Ballettabend in dieser Spielsaison!

Das Stück von Paul Taylor „Esplanade“ – reges Treiben und Prominieren mit bekannten Bewegungen aus dem Alltag. Frohsinn breitet sich aus, die Tänzer hüpfen, laufen, springen – federleicht entstehen fließende Bewegungen – vertraut – und doch entspringen immer wieder neue Bilder und Bewegungsrhythmen. Fröhliches beschwingtes Taumeln wird untermalt mit den wunderschönen Violinen Klängen von Johann Sebastian Bach. Eine Musik, zum Träumen und Schwelgen.
Die Kostüme in zarten Lachstönen mit einem sehr feurigem Orange changieren im Licht und ergeben schöne Farbnuancen – die Leichtigkeit wird dadurch unterstrichen, obgleich das Umfeld schwarz bleibt und auf jegliche weitere Effekte vom Bühnenbild verzichtet wird.

Ein schöner seichter Einstieg in den Ballettabend – der noch weitere Überraschungen in petto haben wird.

Der Choreograph Hubert Essakow weckte schon mit dem Titel „Tenebre“ und seinen Assoziationen zur Dunkelheit, meine Neugierde. Das Bühnenbild in seinen schwarzweißen Schattierungen wirkt wie ein großes Gemälde von fließender abstrakter Formgebung, die an eine asiatische Aquarell-Landschaft erinnert.
Das rote Spotlicht am Anfang und die schwarzweißen Eindrücke wirken etwas Gotik. Das Getümmel am Boden mit den vielen Tänzer wirkt wie ein Armeisenhaufen. Grazile, ineinander verschlungene Bewegungen mutieren zu einem Ganzen, das sich langsam wellenförmig vom Boden nach oben räkelt und schlängelt, wie ein Tentakel.
Die Kostüme in ihrer zwei Farbigkeit wirken sehr Avantgarde und plakativ. Der Wechsel von schwarzweiß, helldunkel, Licht und Schatten lässt interessante Effekte entstehen –zum Teil wirken die Tänzer wie unnahbarer Skulpturen aus Sandstein oder kühlem Marmor.

Bei aller Begeisterung für das Stück „Tenebre“ auch auf musikalischer Ebene gesprochen, möchte ich an dieser Stelle auch noch die grandiosen Soundeffekte erwähnen, kommt mit „Different Dialogues“ mein Highlight des Abends.

Schon bei der Probe haben mich die Ausschnitte von „Different Dialogures“ dermaßen mitgerissen, dass die Neugierde auf, vor allem dieses Stück, besonders groß war. Als Philip Glass Fan, Musik mit viel Spannung und modernen Klängen war ich musikalisch auf alles gefasst. So hat mich auch die Szene mit dem Glasscherben-Klangteppich nicht überrascht. Eher hat es in mir ein Gefühl von Freude für so viel Mut des Choreografen Nils Christe und seiner Offenheit Neuem und Experimentellem gegenüber, ausgelöst.

Das Bühnenbild erinnert an eine Unterwasserlandschaft in aquatönen, die Kostüme sind farblich drauf abgestimmt und es ergibt sich ein großes Ganzes. Die bewegten Bilder und Effekte durch unter anderem Licht auf unterschiedlichen Ebenen – integriert in den Tanz, haben mich total begeistert. Nur die „Gewänder“ der Tänzerinnen haben mich nicht so angesprochen und zu sehr an übergroße Herrenhemden erinnert… Alles in allem macht „Different Dialogues“ seinem Namen alle Ehre – sehr facettenreiche Dialoge – Neuartig und modern auf allen Ebenen! Was für ein toller Ballettabend! Ich bin noch völlig beflügelt und sehr inspiriert von der gelungenen Trilogie b.28 – absolut empfehlenswert!

Weitere Informationen zu b.28:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/b-28.1047785

OpernscoutsStefanie Wallace
Yogalehrerin

Die studierte Modedesignerin arbeitete im Design und Einkauf, bevor sie ihre Leidenschaft für Yoga zum Hauptberuf machte. Ihren Unterricht besuchen Tänzerinnen und Tänzer des Balletts am Rhein; deren Ausstrahlung und Körperlichkeit animierten sie zu einem ersten Ballettbesuch, dem viele weitere folgten: „Was ich beim Ballett am Rhein in den letzten zwei Jahren erleben durfte, hat mich extrem beeindruckt.“ Als Opernscout freut sie sich jetzt auch auf neue Erfahrungen und Inspirationen im Bereich der Oper.

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