Jessica Gerhold über „Young Directors“

Ein wunderbar gelungener Abend auf den ich nun zurückblicke

Trouble in Tahiti_07_FOTO_Hans Joerg MichelGesanglich, musikalisch und bühnengestalterisch waren beide Opern einwandfrei. Alleine über die inszenierte Spielweise lässt sich streiten und löste bei mir unterschiedliches Empfinden aus.

Verstörend ist das Prädikat welches sich bei mir leider auch einen Tag nach der Aufführung immer in den Vordergrund für „What next?“ spielt. Sicherlich ist dies gewollt und entspricht auch dem Ziel des Spiels, aber es überfordert doch den Zuschauer und führt zu dem Gesamtgefühl: Hier hat der Regisseur zu viel gewollt und das Kunstwerk überfrachtet. Soll heißen: Ich hatte das Gefühl, der Regisseur wollte mir durch Künstler in Babystramplern und einem Jesus am Keyboard zeigen, dass auch er das Stück verstanden hat, dem noch einmal etwas eigenes Verstörendes hinzufügen wollte um dem Zuschauer noch einen weiteren Impuls geben zu können über den Sinn des Seins zu philosophieren. Dafür reichten mir jedoch der Text und die düstere, gleichtönige Atmosphäre durch die Musik.

Ganz anders das zweite Stück „Trouble in Tahiti“. Leicht wurde ich in das triste Alltagsleben eines amerikanischen Ehepaares hineingezogen. Unterstützt wurde dies selbstverständlich durch die leicht eingängigen Broadway-Melodien, aber auch durch ein überschaubares Bühnenbild und die klar realistische Spielinszenierung mit besonders ausdrucksstarken Protagonisten.
Aber durch die gewählte Reihenfolge (zumindest beschwingte Melodien am Ende) und existentielle Fragen die zum Gespräch anregen lässt sich summieren: Wirklich schön wars!

Eine tolle Idee jungen Talenten die Chance auf die große Bühne zu geben!

So unterschiedlich die Stücke auch waren! Sie regten sehr zum Austausch und Nachdenken an! Gerne mehr davon!

Weitere Informationen zu „Young Directors“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/young-directors.1047759

Opernscout Jessica Gerhold-1Jessica Gerhold
Gymnasiallehrerin

Jessica Gerhold ist gebürtige Duisburgerin und arbeitet als Gymnasiallehrerin. Von jeher hat sie sich für das Theater interessiert.  Bei ihrer Berufung zum Opernscout war sie eher skeptisch, ob sich ihre bisher eher distanzierte Haltung zu Oper und Ballett verändern würde. Nach ihrer ersten Spielzeit sind die Zweifel verflogen. Sie ist stolz auf das, was in ihrer Heimatstadt geleistet wird und hofft, dass sich zukünftig viel mehr Menschen von der Leistung der Künstler live faszinieren lassen.

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