Khatuna Ehlen über b.26

Leichtigkeit, Trauer und Spannung

Ballett am Rhein Düsseldorf / Duisburgb.26 One   ch.: Terence KohlerLeicht, luftig, romantisch, nett anzuschauen ist das „Bournonville Divertissement“ von August Bournonville, aber man sollte hier keine Tiefgründigkeit oder Wirbel der Gefühle erwarten. Mit einer Leichtigkeit werden hier das Werben der Paare und klassische Geschlechterspielchen dargestellt. Beim Betrachten ging mir ein Gedanke nicht aus dem Kopf: völlig sorglose, glückliche „Dorfjugend“ sucht sich gegenseitig. Das Stück war mit der starken tänzerischen Leistung, mit den schönen Kostümen, Farben und mit der Musik gut abgestimmtem Tanz angenehm anzusehen. Man konnte sich wunderbar ablenken, sich von der dargebotenen Sorglosigkeit gut tragen lassen. Aber es blieb bis zum Schluss eine freundliche schöne Oberflächlichkeit.
Nach dem ich mir alle drei Stücke angesehen habe, konnte ich sagen – Dark Elegies“ von Antony Tudor  war der Höhepunkt des Abends. Eine sehr positive Überraschung war der Bariton, was man beim Ballett nicht unbedingt erwartet. Ein zu dem Tanz und Gesang wunderbar passendes Bühnenbild und Lichtspiel. Ein tiefgründiger Tanz, Melancholie pur, die Suche nach einer Erlösung aus der Trauer, nach sich selbst, nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft…
„One“ von Terence Kohler startete atemberaubend: absolut packende Licht- und Schatteneffekte, ein modernes Bühnenbild, körperbetonte Kostüme, ein Wahnsinnstanz (wie aus der Zukunft oder von einem anderen Planeten), Stärke und Schwäche, Kraft und Verletzlichkeit, Aktion ohne Ende. Aber leider baute die Spannung zum Schluss hin rapide ab, es kam eine lange „Leiter-Szene“, die zwar mit einer wunderschönen Musik begleitet wurde, aber tänzerisch passierte einfach nichts mehr. Ich blieb mit der aufgebauten Spannung emotional bei der Leiter stehen und hielt eine zerlegte Begeisterung in der Hand.

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Khatuna Ehlen
Sozialarbeiterin

Sicher war es ein großer Schritt, mit 20 Jahren die Heimat Georgien zu verlassen, um in Deutschland zu studieren und heute als Sozialarbeiterin in der Familienhilfe der Landeshauptstadt Düsseldorf zu arbeiten. Ein kleiner dagegen, die Einladung zum Projekt „erlebte Oper…erlebter Tanz…“ anzunehmen und Opernscout zu werden. Nach ihrer ersten Spielzeit als Opernscout ist sie glücklich, weiter als Scout aktiv sein zu dürfen. Bisher sind die Aufführungen des Balletts am Rhein ihr klarer Favorit im Spielplan, so dass sie sich auch in der neuen Spielzeit auf mitreißende Choreographien freut.

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