Susanne Freyling-Hein über b.26

Ein facettenreicher Ballettabend

Am vergangenen Freitag konnten wir einen facettenreichen Ballett-Abend erleben, der in der b.-Reihe aber nicht mein Favorit ist.

Der Abend umspannt Ballett von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute und zeigt das Facettenreichtum der Entwicklung.

,,Bournonville Divertissement“ zeigt vom ersten Augenblick an eine unbeschwerte, folkloristische Szene.
Die Tänzerinnen und Tänzer zeigen vor blauer Kulisse fröhlich und unbeschwert, was sie können und kokettieren gegenüber dem anderen Geschlecht.
Nach einer Zeit nehmen die Tänzer Tamburine hinzu, reichen diese von Hand zu Hand und steigern somit die Dynamik auf der Bühne, Paare finden sich.
Dieses erste Stück ist schön anzusehen und sicher großartig getanzt, bietet aber wenig Tiefe.

„Dark Elegies“ ist mein Höhepunkt in der Trilogie. Im Gegensatz zum ersten Stück ist die Stimmung düster, das Bühnenbild dunkel und wie wolkenverhangen.
Überraschend ist der auf der Bühne sitzende Bariton, der die „Kindertotenlieder“ nahezu regungslos, in sich versunken vorträgt.
Die Tänzer tragen Ihre Trauer, Ihr Entsetzen über Ihren Verlust und die Nicht-Entrinnbarkeit mit einer beeindruckenden, düsteren Ästhetik zur Schau.

„One“ weckt in mir die Hoffnung auf eine positivere und dynamische Wendung des Abends, fängt jedoch ebenfalls mit einem Schreckensbild an.
Die Tänzerin, die das Stück eröffnet, erzittert am ganzen Körper angesichts der Monolithblöcke, die die Bühne umrahmen und ihr eine beeindruckende Tiefe geben.
Das Stück überrascht mit tollen Bildern, insbesondere wenn die komplette Kompanie auf der Bühne ist, sowie beim beeindruckenden Solo von Yuko Kato.
Allerdings zieht sich das Stück in die Länge und ergibt für mich keinen richtigen Zusammenhang.

Weitere Informationen zu b.26

 

Susanne Freyling-Hein
Senior Retail Development Manager bei L’oréal

Obwohl Susanne Freyling-Hein seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, waren Oper und Ballett bis zu Beginn der letzten Spielzeit Neuland für sie. Begeistert hat sie vor allem Martin Schläpfers Ballett am Rhein. Sie schätzt den gemeinsamen Austausch, weil er den eigenen Eindrücken andere Sichtweisen gegenüber stellt. Und wenn Freunde oder Kollegen ihren Empfehlungen folgen, macht sie das durchaus ein bisschen stolz.

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