Susanne Freyling-Hein über „Otello“

Eine packende Inszenierung über die zerstörerische Kraft der Eifersucht

Die düstere Geschichte über die leidenschaftliche und tragisch endende Liebe zwischen Otello und seiner Frau Desdemona, beginnt dramatisch mit einem bühnenfüllenden Chor, Blitz und Donner. Die Bühne ist schwarz, klaustrophobisch verengt und ohne Ausweg – genauso wie Otellos Innenleben. Diesem wird durch den zynischen Jago suggeriert, dass Desdemona ihn mit Cassio betrüge. Die Saat beginnt zu keimen und man kann das Kopfkino von Otello förmlich entstehen sehen. Als Zuschauer will ich ihm fast zurufen: durschaust Du das denn nicht und kennst Du kein Vertrauen? Genau wie seiner Frau Desdemona, die, fast auf autistische Weise, immer wieder für Cassio eintritt und somit den Verdacht in Otello erhärtet. Gleichzeitig bin ich voller Mitgefühl für die beiden leidenschaftlich Liebenden, die auf den grausamen Jago und seinen diabolischen Plan hereinfallen.
Alle Hauptdarsteller verkörpern ihre Rollen exzellent und begeistern mich gleichermaßen durch Ihren Gesang und ihr Schau- und Mienenspiel (Boris Statsenko).
Die Musik treibt die Handlung in Ihrer Dynamik immer weiter voran und trägt maßgeblich zum Spannungsbogen des Abends bei.
Eine dreistündige Oper, die wie im Flug vergeht und sicher noch lange nachwirkt.

Weitere Informationen zu „Otello“

Susanne Freyling-Hein
Senior Category Manager bei L’Oréal
Obwohl Susanne Freyling-Hein seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, waren Oper und Ballett bis zu Beginn der letzten Spielzeit Neuland für sie. Begeistert hat sie vor allem Martin Schläpfers Ballett am Rhein. Sie schätzt den gemeinsamen Austausch, weil er den eigenen Eindrücken andere Sichtweisen gegenüber stellt. Und wenn Freunde oder Kollegen ihren Empfehlungen folgen, macht sie das durchaus ein bisschen stolz.

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