Marion Hörsken über „Otello“

Diese Inszenierung ging unter die Hautotello_08_foto_hansjoergmichel

Wie sich Otello vom gefeierten Helden, geachteten General der Republik Venedig und liebenden Ehemann zum von Eifersucht tobenden gewalttätigen Mörder aus Rache entwickelt, hätte Ian Storey sicherlich in noch beeindruckenderer Art und Weise gezeigt, wenn er gesundheitlich auf der Höhe gewesen wäre.  Bis hin zum Mord an Desdemona im 4. Akt konnten die Zuschauer diese Wandlung von Otello hin zum Wahnsinnigen erleben, für den ich nicht den Hauch von Mitleid empfand.
Das Bühnenbild ist schwarz, die Kostüme sind schwarz, das Zusammenspiel von Licht, Schatten, Dunkelheit tragen dazu bei, diese böse Welt erlebbar zu machen. Ganz vorne dabei Jago: intrigant, perfide, subtil hinterlistig –  für mich in Perfektion verkörpert von Boris Statsenko. Mit jeder Arie, jeder Bewegung, jeder Mimik löst er Angst, Bedrohung und Verachtung aus. Ich war erschüttert, wie weit er sein böses Spiel getrieben hat. Wirklich beängstigend, nichtsdestotrotz grandios.
Sehr berührt war ich von Jacquelyn Wagner in der Rolle der Desdemona. Stark, liebevoll zu ihrem Mann, dennoch nach und nach voller Vorahnung, dass ihr der Tod bevorsteht. Wundervoll traurig ihr Gebet vor der Nachtruhe und ihr wehmütiges „Weidenlied“ aus ihrer unbeschwerten Jugendzeit im vierten Akt kurz vor ihrem Tod. Otello, blind vor Eifersucht, glaubt nicht an ihre Unschuld und erwürgt sie, Desdemona hält ihr weißes Hochzeitskleid fest an ihrem Körper.
Diese Inszenierung von Otello ging unter die Haut und ließ mich sehr nachdenklich den Heimweg antreten.

Weitere Informationen zu „Otello“

Marion Hörsken
IHK Düsseldorf

Als Geschäftsführerin der Abteilung Industrie, Innovation und Umwelt bei der IHK Düsseldorf will Marion Hörsken dazu beitragen, dass Düsseldorf und die Region ein attraktiver Wirtschafts- und Industriestandort bleibt. Mit der „Langen Nacht der Industrie“ brachte sie – damals als Geschäftsführerin der Gesellschafts­initiative Zukunft durch Industrie e. V. – ein Leuchtturmprojekt in Sachen Industrieakzeptanz auf den Weg. Jetzt wird die Industrie- auch zur Kultur-Botschafterin und startet mit großem Ballett-Interesse und Neugier auf die Oper in unser Projekt.

 

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