Sabine Josten über „Die lustigen Weiber von Windsor“

„Desperate Housewifes“ zu Gast bei „Sex and the City“

lustigeweiber_03_foto_hansjoergmichelPassend am 11.11.2016 zu Beginn der närrischen Jahreszeit hatte die Opernkomödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ nach Shakespeares Lustspiel in der Fassung von Otto Nicolai Premiere auf der Bühne der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg.
Ich möchte hier nicht auf die komplette Handlung eingehen, da sich Interessierte sicherlich selbst auf den Besuch der Oper entsprechend vorbereiten und diese somit bekannt ist.
Aber kurz gesagt, die Komödie handelt von Eifersucht, Komplotte schmieden, Trinklaster, Trinkgelage, Liebe und Sex. Provokativ waren das Saufgelage und die Darstellung einer aus dem Beichtstuhl herauskommenden barbusigen Dame in einer Kapelle.
Zunächst war ich überrascht von der Hinrichtung in einem düsteren Wald zu Beginn, was so nicht zu einer Komödie gehört, jedoch zur Geschichte.
Als dann die Damen Fluth (Heidi Elisabeth Meier) und Reich (Katarzyna Kuncio) mit dem Gesang vor einer wunderschönen Kulisse begannen war man von Anfang an gefangen in der Geschichte. Die Stimmen der beiden Darstellerinnen harmonierten wundervoll miteinander.
Die Damen haben bekanntlich einen gleichlautenden Liebesbrief von Sir John Falstaff erhalten und schmiedeten daraufhin einen Denkzettel der besonderen Art. Falstaff, selbstverliebt und sich als unwiderstehlich haltend, wurde wunderbar gespielt von dem sehr schlanken Thorsten Grümbel. Er wurde dank der guten Arbeit der Maskenbildner und Kostümmitarbeiter zu einer Figur mit einem sichtlich dreifachen Gewicht.
Eingebettet war natürlich auch eine gefühlstriefende Liebesgeschichte von Anna Reich, die von den Eltern eigentlich mit einem wohlhabenden Mann vermählt werden sollte, die Liebe aber gesiegt hat und sie am Ende ihren Fenton heiratet. Anna Reich wurde gespielt von der stimmüberragenden Anna Princeva.
Die Redensart „jemanden die Hörner aufsetzen“ kommt am Ende auch eindrucksvoll zum Ausdruck.
Insgesamt bot sich eine sehr schöne kurzweilige Oper, wobei man von einer Komödie natürlich keinen Tiefgang erwarten kann. Die Besetzung wurde hervorragend gewählt. Die Arbeit der gesamten Mitarbeiterschaft des Theaters vom Bühnenbild über die Kostüme bis zur Maske war sehr gut.
Ich empfehle diese Oper Opernneulingen, die sich so an diesen Musikstil herantasten können. Aber auch für Liebhaber von Klassikern ist ein Besuch natürlich ein Muss. Man sollte aber berücksichtigen, dass trotz zweier Pausen man nach über drei Stunden doch sehr erschöpft ist.

Weitere Informationen zu „Die lustigen Weiber von Windsor“

11.11.2016 , DU Duisburg , Opernscouts , Deutsche oper am Rhein , Theater Duisburg , Stadttheater.Sabine Josten
Immobilienökonomin
Als engagierte Bürgerin setzt sich Sabine Josten für die Zukunft Duisburgs ein. Unter anderem ist sie Mitglied der Zeitzeugenbörse Duisburg e.V. und verfasst ab und an einen Artikel für den „Lokalkompass“. Sie stand fünf Jahre lang als Statistin bei der Deutschen Oper am Rhein auf der Bühne und ist nach wie vor begeistert vom Kulturgut Oper.  Gerne möchte sie auch andere Menschen dafür begeistern.

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