Stephanie Küthe über „Der Graf von Luxemburg“

der_graf_von_luxemburg_08_foto_hans_joerg_michelAngestaubte Operette? – Welch ein Irrtum!

Was für ein unterhaltsamer Abend, den uns Jens-Daniel Herzog da beschert! In den Augen der jüngeren Generationen ist das Genre der Operette, welche unsere Großeltern noch so sehr liebten, mittlerweile doch eher etwas angestaubt. Welch ein Irrtum! Herzog haucht dem alten Schwank Lehárs neues Leben ein, verleiht ihm eine herrliche Aktualität und bringt uns als Publikum dermaßen zum Lachen, wie ich es von einer Operette nie erwartet hätte. Dabei ist es mitunter der pure Klamauk, der sich auf der Bühne abspielt. So etwa die drei Mafiosi, die Fürst Basil herrlich komisch als Bodyguards zur Seite stehen oder auch der Pförtner am Bühneneingang der Oper, der als Drache erscheint. Dabei sind es vor allem die vielen Details, die das Ganze ausmachen und die Inszenierung derart glänzen lassen. Man müsste das Stück mehrmals sehen, um auf alles achten zu können. Am meisten beeindruckt hat mich die detailverliebte Darstellung des Backstagebereichs der Oper – von Bühnenbildner Mathis Neidhardt meisterhaft platziert auf einer Drehbühne, die stets neue Überraschungen preisgibt.
Gesanglich brillierte vor allem Juliane Banse als Angèle Didier, wenn auch teilweise auf Kosten der Textverständlichkeit. Neben ihr wirkte Bo Skovhus als Graf René an vielen Stellen leider etwas blass. In gewohnter Brillianz und Spielfreude präsentierten sich sowohl die Duisburger Philharmoniker als auch der Chor der Deutschen Oper am Rhein.
Kurzum: Wer mal wieder herzhaft lachen und nebenbei auch musikalisch auf seine Kosten kommen möchte, sollte diesen Operettenabend nicht verpassen!

Weitere Informationen zu „Der Graf von Luxemburg“

Stephanie Küthe
Tätig im Eventmanagement eines Energiekonzerns

Seit ihrer Kindheit begeistert sich Stephanie Küthe für das Musiktheater, sang im Kinderchor der Bonner Oper und stand jahrelang in verschiedensten Produktionen selbst auf der Bühne. Die Diplom-Kauffrau und Musikwissenschaftlerin singt heute wieder mit Begeisterung im Chor und verpasst keine Inszenierung der Deutschen Oper am Rhein. Als Scout freut sie sich darauf, ihre Gedanken zu Inszenierungen in Worte zu fassen und andere mit ihrer Begeisterung anstecken zu können. Ganz besonders gespannt ist sie dabei auf den Austausch mit anderen Opern- und Ballettscouts.

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