Susanne Freyling-Hein über b.30

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Ästhetisch, ungewohnt, plakativ

Auch ohne sich vorher informiert zu haben, versteht man das erste Stück „Concerto Grosso Nr.1“ auf Anhieb.
Drei Frauen mit unterschiedlichen Charakteren und verschiedenen Kostümen tanzen mit und gegen eine Gruppe, alle sind sie nach verschiedenen Stufen der Annährung und Integration alleine. Der Tanz war beeindruckend, ebenso die für mich komplett neue Musik. Während des Balletts dachte ich, dass verschiedene Stück an/ineinander gesetzt wurden, das Begleitheft klärt über eine „polystilistische“ Komposition auf. Spannend und ein neues Hörerlebnis! Am Anfang dachte ich oft an „The Shining“ und genau so düster, dennoch abgerundet ästhetisch war der Gesamteindruck des ersten Balletts.
Das zweite Stück „Lonesome George“ würde ich gerne nochmal sehen – um all das, was meine Opernscout Kollegen loben, besser sehen und verstehen zu können.
Ich war überrascht über die Art des Tanzes – Hände, Arme, Oberkörper flattern und zucken wild, aber konsequent durchchoreografiert und synchron – für mich erst einmal ungewohnt.
Vielleicht war dieser Eindruck erst einmal so überwiegend, dass ich mich in das eigentliche Thema, die Einsamkeit, nicht richtig einfinden konnte.
Sicher am meisten polarisiert das dritte Stück „Wounded Angel“. Eher Theater als Ballett – in dem mir insgesamt das ästhetische Erlebnis und der Tanz gefehlt hat, beides habe ich mir unter dem romantischen Titel erhofft.
Die zwei Protagonisten finden und entfernen sich wieder voneinander, umspielt, gestört und verführt von Tänzern wie Derwische, die Ihre Rolle „jealousy“, „self-love“, etc., plakativ auf den Kostümen aufgedruckt haben.
Es bleibt nicht beim Tanz, die Tänzer tönen auch ins Publikum, was genau, geht im Orchester unter.
Die Rolle des Engels – phantastisch dargestellt von der charismatischen Yuko Kato – bleibt für mich unklar.

Weitere Informationen zu b.30

Susanne Freyling-Hein
Senior Retail Development Manager bei L’oréal
Obwohl Susanne Freyling-Hein seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, waren Oper und Ballett bis zu Beginn der letzten Spielzeit Neuland für sie. Begeistert hat sie vor allem Martin Schläpfers Ballett am Rhein. Sie schätzt den gemeinsamen Austausch, weil er den eigenen Eindrücken andere Sichtweisen gegenüber stellt. Und wenn Freunde oder Kollegen ihren Empfehlungen folgen, macht sie das durchaus ein bisschen stolz.

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