Birgit Idelberger über „Madama Butterfly“

madamabutterfly_03_foto_hansjoergmichelSchwere Kost

„Madama Butterfly“ bedeutet Tragik, das weiß jeder. Die Geschichte ist kurz erzählt.
Die kindliche Protagonistin Madame Butterfly heiratet den amerikanischen Offizier Pinkerton, der sie jedoch nur für eine Nacht besitzen möchte. Danach reist er ab und lässt eine in blinder Liebe zu ihm entbrannte Frau zurück. Sie wird in dieser Nacht schwanger und zieht in den folgenden drei Jahren ihren Sohn groß, in der Hoffnung auf die Rückkehr des Vaters. Dieser kehrt schließlich mit seiner amerikanischen Ehefrau nach Japan zurück, will Butterfly jedoch nicht sehen. Als er erfährt, dass er Vater ihres Sohnes ist, entschließt er sich, das Kind mit nach Amerika zu nehmen. Erst in dieser Situation erkennt Butterfly die Wahrheit und bringt sich vor seinen Augen um.
Schwer verständlich die Handlung an sich, muss man doch in die Geschichte zurückkehren, um zu wissen, dass derlei Geschehnisse im 19. Jahrhundert gar nicht so selten waren. Eine solche historisch belegte Beziehung diente als Vorlage zu einer Novelle von John Luther Lang. Diese als Broadway-Stück aufgeführte Novelle inspirierte Puccini zu dieser Oper. Vielleicht aber auch sein eigenes Privatleben, das von vielen Liebschaften geprägt war. Auch er erlebte den Suizid einer  jugendlichen Geliebten.
Also insgesamt eine schwere Kost! Mit Verstand konnte man dem Handlungsverlauf nicht immer folgen, da gibt es zu viele Ungereimtheiten. Doch trotz allem geschah es, dass man in den Bann gezogen wurde von dem zum Teil unglaublichen Geschehen auf der Bühne. Man war emotional gefangen und litt mit der Hauptfigur bis zum tragischen Ende durch den Freitod.
Sicherlich hat Puccinis Musik selbst einen großen Anteil daran. Das größte Lob jedoch gehört diesem Abend der musikalischen Leitung von Aziz Shokhakimov, dem Philharmonischen Orchester und den Opernsängern, welche alle erstklassig besetzt waren. Die Harmonie dieser Künstler war die große Kunst, den Zuschauer mit auf die Reise zunehmen, die immerhin drei Stunden lang war. Ein großer Erfolg!

Weitere Informationen zu „Madama Butterfly“

11.11.2016 , DU Duisburg , Opernscouts , Deutsche oper am Rhein , Theater Duisburg , Stadttheater.

Birgit Idelberger
Frauenärztin
Birgit Idelberger ist in Duisburg aufgewachsen und seit 10 Jahren als Frauenärztin in Duisburg-Walsum niedergelassen. Sie geht gern ins Kino und besucht Kunstausstellungen, doch Bezug zum Theater hatte sie kaum – zur Oper schon gar nicht. Das ist jetzt anders: Offen und neugierig ließ sie sich auf ihre erste Saison als Opernscout ein. Auch ohne Theatererfahrung empfindet sie die Opern- und Ballettabende als persönliche Bereicherung und positive Erfahrung. Sie hofft, dass viele Menschen durch die Kommentare der Scouts neugierig werden und den Weg ins Theater finden.

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