Kathrin Pilger über „Madama Butterfly“

madamabutterfly_05_foto_hansjoergmichelDiese Geschichte geht zu Herzen

Eine wahrhaftige „Tragedia“ war am vergangenen Samstag bei der Premiere von Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ im Theater Duisburg zu erleben:
Der in der japanischen Stadt Nagasaki stationierte amerikanische Marineoffizier Pinkerton geht eine Ehe mit der Geisha Cio-Cio-San („Butterfly“) ein. Die Ehe kann von dem Amerikaner jederzeit annulliert werden. Die Braut hingegen nimmt die Ehe ernst; sie liebt Pinkerton aufrichtig. Dieser reist nach der Zeremonie und der darauf folgenden Hochzeitsnacht in seine Heimat und lässt Butterfly in der ständigen Hoffnung auf seine Rückkehr allein mit ihrer Vertrauten Suzuki zurück. Als Pinkerton nach drei Jahren per Schiff nach Japan zurückkehrt, ist er in Begleitung seiner amerikanischen Ehefrau, die er zwischenzeitlich geheiratet hat. Er kommt nur, um das gemeinsame Kind mit Butterfly zu sich nach Amerika zu holen. Als diese den Zusammenhang realisiert, nimmt sie sich mit einem Dolch das Leben.
Die Geschichte geht zu Herzen. Allzu deutlich wird der kulturelle Gegensatz zwischen den Ländern und den Kontinenten. Dieser Eindruck wird durch das Bühnenbild besonders unterstrichen: Der erste Akt findet im amerikanischen Konsulat statt, somit sowohl die geschäftsmäßige Anbahnung der Ehe zwischen der Geisha und dem Offizier, als auch die Hochzeit, inklusive der Liebesnacht. Der zweite und dritte Akt spielen in einer Trümmerlandschaft. Nach dem Bombenangriff auf Nagasaki (eine moderne Interpretation des Stückes) lebt Butterfly mit Suzuki und ihrem Sohn inmitten der zerstörten Stadt; eine trostlose, beschädigte  Nationalflagge erinnert noch an die Präsenz der Amerikaner. Die deprimierende Atmosphäre auf der Bühne  passt zum Gemütszustand der Protagonistin, was den Zuschauer nicht unberührt lassen kann.
Die künstlerischen Leistungen des Premierenabends waren beeindruckend, allen voran die armenische Sopranistin Liana Aleksanyan , die aufgrund einer Erkrankung der eigentlich vorgesehenen Sängerin kurzfristig eingesprungen war, in der Titelrolle. Sehr klar und wunderbar mit den Stimmen der Sänger harmonierend musizierten die Duisburger Philharmoniker. Alles in allem war der Abend sehr gelungen, die Inszenierung des Stückes an der deutschen Oper am Rhein ist absolut empfehlenswert.

Weitere Informationen zu „Madama Butterfly“

11.11.2016 , DU Duisburg , Opernscouts , Deutsche oper am Rhein , Theater Duisburg , Stadttheater.

Kathrin Pilger
Landesarchiv NRW Duisburg
Kathrin Pilger ist Dezernatsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecherin beim Landesarchiv NRW in Duisburg. Sie hat großes Interesse an Kunst und Kultur, Oper und Ballett früher aber nur selten besucht. Seit sie beides als Opernscout begleitet, ist sie begeistert von beiden Genres. Einen Abend im Ballett oder in der Oper empfindet sie als erlebnisreich und spannend und oft ist sie auch emotional von der Musik und der Ästhetik des Tanzes berührt. Dieses Gefühl von Glück möchte sie an andere Menschen weitergeben.

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