Martin Breil über „Der Graf von Luxemburg“

 der_graf_von_luxemburg_11_foto_hans_joerg_michel„Denn doppelt schmeckt’s dem Bübchen …“ 

Nach der „Csárdásfürstin“ und der „Zirkusprinzessin“ präsentiert die Deutsche Oper am Rhein nun ihre neueste Operettenproduktion „Der Graf von Luxemburg“ in der Inszenierung von Jens-Daniel Herzog.
Die Operette von Franz Lehár wurde 1909 uraufgeführt. Die Handlung ist einfach strukturiert und bietet den roten Faden für einen Reigen populärer Melodien aus ihrer Entstehungszeit. Die Texte sind ebenso zeitgemäß, wie verblüffend (dumm).
Der Betrachter kann also in der Pause nach Hause gehen oder er lässt sich von Herzogs rasanter Inszenierung, dem tollen Bühnenbild, tollen Sängerinnen und Sängern und den Duisburger Philharmonikern auf eine feucht fröhliche Zeitreise zum Beginn des 20. Jahrhunderts mitnehmen.
Die Inszenierung nimmt im Laufe des Abends richtig Fahrt auf, sodass es schwer wird ihre vielen liebevollen kleinen Details zu erfassen. Dabei bedient sich Herzog aller technischer Mittel, die das Opernhaus zu bieten hat.
„Wir bummeln durchs Leben, was schert uns das Ziel“ und so erlebt der zunehmend berauschte Zuschauer u.a. ein Leibwächtertrio von seltener Unbeholfenheit, bei dem es schon wehtut hinzuschauen oder einen „Hausdrachen“, der auch so aussieht und als Feuerzeug herhalten muss. Der Drache wird wunderbar verkörpert von Oliver Breite, der gleich noch fünf weitere Rollen übernimmt. Das Opernhaus gerät nach und nach aus den Fugen, sodass der Zuschauer nach drei Stunden und „happy end“ das Gefühl hat an einer Tortenschlacht teilgenommen zu haben.
Vielschichtig, zuckersüß und liebevoll verziert wie eine Sahnetorte, das Dessert hat dem Bübchen geschmeckt, ganz kalorienfrei.

Weitere Informationen zu „Der Graf von Luxemburg“

11.11.2016 , DU Duisburg , Opernscouts , Deutsche oper am Rhein , Theater Duisburg , Stadttheater.

Martin Breil
Dipl. -Ing. für Hochbau
Martin Breil ist beschäftigt beim Bauaufsichtsamt der Stadt Duisburg. Neben seinem Interesse an den bildenden Künsten, hört er leidenschaftlich gern Jazz und klassische Musik, insbesondere mit den Duisburger Philharmonikern. Das Lauschen zu Opernklängen bedeutet für ihn ein Abheben in eine andere Dimension und das Abschalten von allem Belastenden des Alltags. Auch das Ballett fasziniert ihn: Wo kommen, außer in der freien Natur, Kraft und Ästhetik stärker zum Ausdruck als dort? Als Opernscout ist er dankbar, seine eigenen Eindrücke nach außen tragen zu dürfen, um dort Leser für einen Opern- oder Ballettbesuch zu begeistern.

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