Susanne Freyling-Hein über b.32

Gemischte Gefühle

Einige Tage nach dem Besuch von b.32 beschäftigt es mich weiter und beschert mir wiederstreitende Gefühle.
Die komplette Kompagnie auf der Bühne zu sehen, ist immer wieder ein Erlebnis, das mich beeindruckt! In dieser Premiere haben wir ein abendfüllendes Ballett gesehen, das nicht wie sonst aus drei voneinander unabhängigen Teilen besteht.
Wenn das Stück einen anspricht, ist das sicher eine hervorragende Gelegenheit, sich komplett darauf einzulassen. Mir hat sich das Ballett nicht richtig erschlossen und somit hatte der Abend für mich einige Längen.
Als Kopf-lastiger Mensch versuche ich, die angedeutete Handlung nachzuvollziehen. Ein kurzer Blick ins Programm sagt mir, dass ich im ländlichen Italien bin, in dem sich das tägliche Leben abspielt. Die Musik überrascht: sakrale Klänge, Gesang eines Chors, wenige Instrumenten und Solisten – ungewöhnlich im Ballett und erst einmal interessant. Der Chor berührt mich, aber nach einer Zeit nehme ich die Musik als wenig abwechslungsreich wahr.
Wie hängen die Bilder, die Menschen mit ihren Schicksalen, die sakrale Musik und die nüchterne, eher düstere Bühne zusammen? Für mich ergibt sich daraus kein Zusammenhang, keine Geschichte, nach der ich innerlich suche.
Die Einladung, die Bilder auf sich wirken zu lassen und selbst zu interpretieren, hängt mich leider ab.

Wiederum im Nachhinein neugierig macht mich folgendes Zitat von Schläpfer:
„Es ist geistliche Hausmusik, zu der man beten und gläubig sein, aber auch Kuchen, Brot oder wohlriechende Würste essen, flirten und sich unterhalten darf. Das zutiefst Menschliche, Fehlerbehaftete, leicht Geschwätzige interessiert mich, aber auch die Italianità, das Südliche, Sinnliche, die Lebensfreude, die Hitze, die Komödie“
Ich denke, es ist ein Ballett mit dem sich entweder vorab eingehend beschäftigen muss, oder das man aufgrund seiner Ästhetik und der Musik genießen kann, auch ohne es richtig zu verstehen.

Weitere Informationen zu b.32

Susanne Freyling-Hein
Senior Retail Development Manager bei L’oréal
Obwohl Susanne Freyling-Hein seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, waren Oper und Ballett bis zu Beginn der letzten Spielzeit Neuland für sie. Begeistert hat sie vor allem Martin Schläpfers Ballett am Rhein. Sie schätzt den gemeinsamen Austausch, weil er den eigenen Eindrücken andere Sichtweisen gegenüber stellt. Und wenn Freunde oder Kollegen ihren Empfehlungen folgen, macht sie das durchaus ein bisschen stolz.

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