Maren Jackwerth über b.32

Nichts hinzuzufügen

„Petite Messe solennelle“ wird von Gioacchino Rossini 1864 als Auftragsarbeit uraufgeführt und erstmalig mit dieser Uraufführung als Ballett mit dem gesamten Ensemble, immerhin 45 Tänzern gezeigt.
Rossini schreibt dazu in einer ironischen Widmung an den „lieben Gott“: „hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren. Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“
Es ist göttliche Musik, aber nicht ganz die traditionelle Messe: „Kyrie eleison“, dann folgt „Gloria in excelsis Deo“ über das göttliche „Sanctus“ hin zu „Agnus Die“. Wundervoll, die Musik, der Chor bezaubernd, sie nimmt förmlich Besitz von einem, die stimmen tragen durch den ganzen Raum, einmal meine ich die Sängerin steht auf einem der Ränge und nicht im Orchstergraben.
Dazu der Tanz auf einem italienischen Dorfplatz, all der Glaubensbrüder, einer mehr, der andere weniger. Zerrissene, irre, gebeutelte Männer und Frauen, daneben Liebende und das Leben bejahende. Ich meine die Vielschicht der Menschheit zu entdecken. Dann ein Priester, der auch Schmeicheleien eines Mannes wahrnimmt, gar entgegennimmt.
Was ist Glaube? Wie stellt sich Rossini dieser Frage? Und wie wird Glaube gelebt?
So sagt Schläpfer treffend über das Stück: „Mich interessiert das poröse Gestein zwischen Leben und Gelebtem, Geistigem und Göttlichem, Niedrigem und Hohem, Tanz, Theater, Poesie und Commedia dell’arte.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Weitere Informationen zu b.32

Maren Jackwerth
Anwältin
Die in Düsseldorf ansässige Rechtsanwältin, Mediatorin und Stiftungsmanagerin betreibt eine Kanzlei an der Königsallee und entwickelt Kommunikationslösungen im Bereich Corporate Social Responsibility und Kunst. Um das soziale Engagement von Unternehmen mit dem der gemeinnützigen Organisationen zu verbinden, hat Maren Jackwerth das Rheinische Stifterforum gegründet. Bildungsförderung auch im kulturellen Bereich ist ein Schwerpunkt des Netzwerks.

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