Maren Jackwerth über „Don Pasquale“

Wunderbar. Eine Komödie. Ein Highlight der Opernsaison.

Es startete mit dem Bühnenbild, Personen stellen Edward Hoppers Nachtschwärmer (Nighthawks, 1942) nach. In der gesamten Oper finden sich immer wieder spannende Anlehnungen an bekannte bildende Kunst und frischten das Opernthema Liebe und Alter somit auf.
Doktor Malatesta, Norina und Ernesto schmieden eine Intrige zu Lasten von Don Pasquale. Die simple Story, alter Geizhalz heiratet liebestrunken die junge Frau Norina, die an sich ihren Geliebten Ernesto will, entwickelt sich hier zu einem vollkommenen Stück mit vielen Facetten. Alle Stimmen wirken fulminant, besonders hervorzuheben ist hier der Arzt Malatesta, gesungen von Mario Cassi. Er war nur einen Tag vorher als Ersatz eingeflogen worden und meisterte seine Rolle mit Bravour!
Norina (Elena Sancho Pereg) mimt die biedere Ex-Nonne, um dann nach der Heirat als Furie dem Angetrauten Pasquale klar zu machen, dass sie die Falsche für ihn ist. Sie hat wenig Mitleid, indem sie ihre vielen Freunde in das herrschaftliche Haus einlädt, sämtliche Möbel austauscht, ebenso die Kunst durch Kunstwerde der Moderne und Pop Art ersetzt.
Ihr Geliebter Ernesto (Ioan Hotea) bekommt schlussendlich Norina und Don Pasquale kann noch seinen Lebensabend – alleine – genießen.
Die Oper glänzt durchweg mit vielstimmigen Arien, in denen alle vier Sänger sich gefühlvoll einbringen und perfekt aufeinander eingehen und zusammenwirken.
Gerade durch die Andeutungen der bildenden Kunst wird gekonnt eine Nebengeschichte eingewoben, die die Oper interessant und leicht anreichert. So will ein von der Decke baumelnder Kunstdieb immer wieder auf Kunstwerke zugreifen, aber immer kommt etwas dazwischen und er hängt weiter unter der Decke zur Freude aller Zuschauer.
Das penetrant neugierige Dienstmädchen fliegt ebenfalls immer wieder auf und wird neckisch gerüffelt.
Die musikalische Leichtigkeit dieser Oper inszeniert der eloquente australische Dirigent Nicholas Carter. Insbesondere der Einsatz der Bläser und Pauken unterstreicht die Oper gekonnt und die vier Opernsänger klinken sich gekonnt mit wundervoll gesungenen Arien ein.

Maren Jackwerth
Anwältin
Die in Düsseldorf ansässige Rechtsanwältin, Mediatorin und Stiftungsmanagerin betreibt eine Kanzlei an der Königsallee und entwickelt Kommunikationslösungen im Bereich Corporate Social Responsibility und Kunst. Um das soziale Engagement von Unternehmen mit dem der gemeinnützigen Organisationen zu verbinden, hat Maren Jackwerth das Rheinische Stifterforum gegründet. Bildungsförderung auch im kulturellen Bereich ist ein Schwerpunkt des Netzwerks.

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