Große Momente

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FOTO: Hans Jörg Michel

Georg Hess über die Premiere von „Madama Butterfly“

Im ersten Akt, in welchem die Annäherung und die spätere Hochzeit der Geisha Butterfly und des amerikanischen Marineoffiziers Pinkerton dargestellt wurden, begeisterte mich besonders das gewaltige Bühnenbild mit den später einstürzenden Säulen, die den Beginn der Leidenszeit der Butterfly markierten. Ganz anders die Szenerie im weiteren Verlauf der Oper: Ein Gerüst wie auf einem Abenteuerspielplatz als Aussichtsturm der Hauptdarstellerin und ein darum kreisendes Miniaturschiff, veralberten eher die ernste Situation – da hätte ich mir etwas Markanteres gewünscht. Stimmlich war die Butterfly (Liana Aeksanyan) überwältigend, besonders die berühmte Arie „Un bel di vedremo“ war ein erster famoser Moment, der den Besuch dieser im Jahre 1904 erstmals aufgeführten Oper von Puccini für sich alleine schon lohnt. Zoran Todorovich (Pinkerton), der mir letztes Jahr in Otello mein größtes Opernerlebnis bescherte, wird mir aus dieser Ausführung leider nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben. Der Konsul Sharpless (Bogdan Baciu) konnte zumindest an diesem Abend mich und das übrige Publikum eher überzeugen. Nachdem ich mich mit der atonalen Musik in der kürzlich in Düsseldorf aufgeführten Oper ‚Wozzeck‘ gar nicht anfreunden konnte, bot mir diesmal die Musik der Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Antonino Fogliani einen 2 1/2 stündigen Hörgenuss. Besonders eine längere gesanglose Passage zum Ende des zweiten Aktes, in welchem das sehnsüchtige Warten von Butterfly auf die Rückkehr Pinkertons von den Düsseldorfer Symphonikern ausgedrückt wurde, war für mich an diesem Abend ein Highlight dieses Klassikers.

Opernscouts 2017

Georg Hess
Notarfachreferent
Als „aufgeschlossenen Opernneuling“ beschreibt sich Georg Hess, der in Düsseldorf lebt und hier als Notarfachreferent arbeitet. Als Opern- und Ballettscout möchte der tiefer in die Materie einsteigen, sich von den Stücken fangen lassen und seine Eindrücke anschließend an Freunde, Kollegen und die Leser unseres Blogs weitergeben. Die Premiere von b.26 war der erste Ballettabend, den er live auf einer Bühne erlebte und ihm deutlich gezeigt hat, welch unterschiedliche Stimmungslagen Ballett erzeugen kann.

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