Mal bunt, mal klassisch, mal verrückt: und immer neue Wege!

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b.35 – Abendlied FOTO: Gert Weigelt

Jenny Ritter über die Ballettpremiere „b.35“

Decadance – Neueinstudierung Ohad Naharin: Welch eine Lebendigkeit, Farben, Fassetten – herrliche Bilder, herrlicher Tanz! Super war das Duett der beiden Männer  – ein Highlight!! Mir gefiel die Idee des Choreografen, die Tänzer beim Proben ohne Spiegel proben zu lassen, gut.  Das erhöht die innere Wahrnehmung; wie beim Taiji, da gibt es auch keinen Spiegel, so dass der Übende von innen heraus wahrnimmt, wann er in seiner  Mitte ist. Die fließenden Bilder, die breitgefächerte Musik – super!
Environment – Uraufführung Ben. J. Riepe: Gewaltige Bilder: grüne Männchen, weiße Figuren, Nebelschwaden, die immer wieder neue Bilder entstehen ließen – das einzige Wort des Sprechers, das mir im Gedächtnis geblieben ist: Bewusstsein. Sollte die Aussage ein Hinweis auf Vergangenheit (Bilder wie das Abendmahl) und Zukunft (Roboter) sein? Eine Warnung, wenn wir uns nicht besinnen, läuft alles auf die „Roboterisierung“ des Menschen hin, grüne Männchen, kastenförmige Köpfe, total verhüllte Menschen, die als solches schon gar nicht mehr erkennbar waren?? Ektase, Verrücktheit, welche Abgründe taten sich da auf. Auch hier wurde in den Proben, auf die innere Eingebung der Tänzer gesetzt! Diese Compagnie ist einfach Spitzenklasse.
Für mich war in beiden Stücken das Tanzhaus nrw und Pina Bausch erkennbar: Sprechen, singen und tanzen. Mir persönlich ist das Tanzen ohne „Zutaten“ lieber.
Abendlied – Uraufführung Sucheaná: Klassisch schön – die Musik/ Schubert wunderbar (das Musiktrio war einfach spitze). Meine Hochachtung an die Tänzer, die Körper so zu bewegen, Bilder darzustellen und Höchstleistungen zu vollbringen! Der Tanz (die Musik) ist einfach die vergänglichste Kunstform – kaum gesehen (gehört) schon ist das Bild weg – und doch lebt es in den Köpfen des Betrachters weiter!

Opernscouts 2017

Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin
Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und ist gespannt, wie es weitergeht.

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