Mit großer Theatralik erzählt..

b.36 Ballett am Rhein Düsseldorf DuisburgSCHWANENSEE ch.: Martin Schläpfer
„b.36 – Schwanensee“ Marcos Menha, Marúcia do Amaral FOTO: Gert Weigelt

Jürgen Ingenhaag über die Premiere von Martin Schläpfers  „Schwanensee“

Mittlerweile weiß das Publikum, dass es beim Choreographen Martin Schläpfer keiner kitschig-bunten Ballettabende erwarten darf. Die 36. Ballettproduktion, Tschaikowskys ,,Schwanensee“- Märchen, wird von Menschen in dezenten Kostümen, aber mit großer Theatralik erzählt.

Die Fest-Szene des 1. Akts erinnerte mich ein wenig an ein Oktoberfest, da gab es für Mann und Frau viel zu schauen. Die Bühnenbilder sollten nicht ablenken und alle Aufmerksamkeit den Tänzern gelten. Hier wird nicht immer alles ,,auf die Spitze getrieben/getanzt“ und trotz der Musik auch kein klassischer Walzer getanzt. Schläpfers Choreographie überrascht mich immer wieder mit starken beeindruckenden Figuren. Grandios fand ich den hin- und hergerissenen Prinzen Siegfried (Marcos Menha), der von Anfang bis Ende präsent war. Der Zusammenbruch von Siegfrieds Mutter, der Königin (Virginia Segarra Vidal), am Ende des 3. Akts hat mich sehr berührt. Dramatischer Höhepunkt war zweifellos nach verratender Liebe Odettes  ,,Schwanentod“ (Marlúcia do Amaral).

Irritierend empfand ich die vielen Unterbrechungen in der Musik, doch bei all der Stille verhielt sich das Premierenpublikum diszipliniert ruhig. Den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Aziz Shokhakimov gilt Dank und Lob, hervorzuheben die Harfensoli von Verena Plettner. Die großartige Orchestermusik von Peter Tschaikowsky hat nicht nur mir den Zugang in den Konzertsaal oder ins Theater eröffnet, deshalb kann ich nur empfehlen: Rein ins Stadttheater, Handy aus, Licht aus, Vorhang auf, das Spiel beginnt – ganz ohne Gesang…

19.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

Jürgen Ingenhaag
Vorstand Musikalische Gesellschaft Rheinberg

Der Staatlich geprüfte Techniker für Druck und Medien organisiert im Vorstand der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg klassische Konzerte in der Stadt am Niederrhein. Daneben spielt er Gitarre in der Rheinberger Band ,,Die Zauberlehrlinge‘‘. Mit Rock- und Popmusik ist er aufgewachsen – sie hat ihn geprägt und trotzdem nicht daran gehindert, ein großer Freund der Oper zu werden; einer, der sogar die Bayreuther Festspiele besucht. Im Theater Duisburg freut er sich nach „Rheingold“ und „Walküre“ in dieser Spielzeit auf die Fortsetzung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“.

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