Musikalisch ein beeindruckendes, ergreifendes Festspiel

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Sandra Christmann über die Premiere von Richard Wagners „Götterdämmerung“

Um es vorweg zu nehmen, fasse ich die Irritationen, Unverständnisse und Befremdungen der Wagner Inszenierung in einem Satz zusammen, um sie dort stehen zu lassen und gebührend anerkennend die unglaubliche musikalische und gesangliche Brillanz zu bewundern.

Demnach vorab:
Frankenheim Alt, grüne Plastikstühle, Strickwaren, Plastikweihnachtsbaum, aktuelle Rheinprojektion, MS Wodan, Audrey Hepburn Schwester mit entsprechender Brille, Fahrradeinsatz, Flaggenverbrennung (die Intention der Historie durchaus verstanden), Tanzmariechen und leider auch die bedruckten Vorhänge sowie definitiv auch die kleine Schußsetzung von Gutrune…
…..haben weder eine geglückte stilbrüchige Rheinatmo verschafft noch humoresk ihre Wirkung getan.

Schockverliebt war ich von der ersten Sekunde in Brünnhilde – Linda Watson. Was für eine Frau, was für eine Sängerin.
Ihre Stimme, ihre Präsenz, sie beherrschte den Saal, die Bewunderer, aber insbesondere die Tragödie. Es scheint als habe Wagner seinen „Ring“ nur für sie geschaffen.
Manche schlossen die Augen während der Premiere um zu hören, aber SIE muss man anschauen. Grandios.
Ich wusste nicht wirklich was mich erwartet, aber über 5 Stunden Wagnerersterfahrung wurden durch diese Lady ein glückliches Moment. Und dann: Hans-Peter König, der König.
Hagen, neben Brünnhilde der zweite herausragende Führer dieser Götterdämmerung. Er hat Siegfried meines Erachtens überspielt. Seine Stimme und sein Spiel waren so eindringlich, dass ich zwischendurch vergaß, dass ich nur eine Zuschauerin bin. Ich hatte „Ehr“-„Furcht“.
Es wird einem schon eine unglaubliche Konzentration abverlangt, aber mir ist völlig klar, warum es so eingefleischte Wagner-Fans gibt.
Was für ein unfangreiches Kunstwerk hier dargeboten wurde. Beeindruckend.
Und ich verbeuge mich natürlich vor Herrn Kober.
Spannend und anstrengend, komplex und eindringlich ist Wagners Komposition. Eine sehr große Leistung vom Orchester.

Und das meine ich: musikalisch war für mich dieser Abend in jeder Hinsicht ein beeindruckendes, ergreifendes Festspiel. Danke.

Christmann_Sandra_Foto2_Andreas_EndermannSandra Christmann
Kulturmanagerin

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Als Geschäftsführerin von ArtPartner Relations engagiert sie sich für die Kunstsammlungen NRW im Bereich Veranstaltungsmanagement, Sponsoring und Drittmittelakquise. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen und schreibt ihren ersten Roman. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

 

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