Geboren um zu lieben und zu sterben…

Otello

Jürgen Ingenhaag über Verdis „Otello“

William Shakespeares fünfaktige Tragödie „Othello oder der Mohr von Venedig“ wurde vom Meister der italienischen Oper Giuseppe Verdi und seinem Librettisten Arrigo Boito zum vieraktigen Musikdrama „Otello“ umgearbeitet. Es beginnt „Heavy-Metal“-mäßig mit Blitz und Donner in der berühmten Sturmszene.
Trotz des Siegs über die Türken bleibt der Oberbefehlshaber Otello ein Außenseiter.
Was es mit der schwarzen Gesichtsschminke auf sich hat oder warum das Bühnenbild so düster bleibt, wird im Programmheft nachvollziehbar vom Regisseur Michael Thalheimer erklärt. Und so werden wir Zeuge, wie der schwarzsehende Otello (Gustavo Porta) Opfer einer üblen Intrige wird. Sehr überzeugend gespielt fand ich den Schmutzbuckel Jago (Simon Neal). Sein Credo über das „gottlos Böse“ ist zweifellos einer der Höhepunkte des Abends. (Beinahe hätte das Autorenduo das Werk nach ihm benannt.)
Desdemona ist „geboren um zu lieben und zu sterben“. Hier gilt ein Lob an die Lichtinszenierung von Stefan Bolliger, denn Desdemona (Brigitta Kele) erstrahlt bei ihrem „Ave Maria“ in reiner weißer Unschuld, bevor sie vom grundlos eifersüchtigen Otello erdrosselt wird. Neid, Stolz, Eifersucht werden uns hier vorgeführt. Ja, das ist große (wenn auch düster-böse) Oper mit fantastischer Musik. Der italienische Maestro Antonino Fogliani leitet die exzellent aufspielenden Duisburger Philharmoniker. Sehens- und hörenswert!

19.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.Jürgen Ingenhaag
Vorstand Musikalische Gesellschaft Rheinberg

Der Staatlich geprüfte Techniker für Druck und Medien organisiert im Vorstand der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg klassische Konzerte in der Stadt am Niederrhein. Daneben spielt er Gitarre in der Rheinberger Band ,,Die Zauberlehrlinge‘‘. Mit Rock- und Popmusik ist er aufgewachsen – sie hat ihn geprägt und trotzdem nicht daran gehindert, ein großer Freund der Oper zu werden; einer, der sogar die Bayreuther Festspiele besucht. Im Theater Duisburg freut er sich nach „Rheingold“ und „Walküre“ in dieser Spielzeit auf die Fortsetzung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“.

 

 

 

 

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