Emotionen³

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Markus Wendel über die Premiere von „b.37“

Viele Jahre habe ich kein Ballett mehr gesehen in Düsseldorf (einzige Ausnahme: b.36 Schwanensee). Damit ist jetzt Schluss, als Opernscout stehen alle Ballette dieser Spielzeit fix im Kalender. Und eins vorweg: nach dem gestrigen Abend bin ich hierüber ganz froh und dankbar.
Den Auftakt im b.37 macht ‚New World‘. Fließend und bildreich wie einen Traum erlebe ich diese Utopie eines Neuanfangs. Ausgangspunkt ist eine zerbrechlich wirkende Beziehung zweier Tänzer, die in ihrer Schönheit, Intimität und Ausdrucksstärke schon fast schmerzt. Eine derartig emotionale Dichte habe ich im Ballett noch nicht erlebt. Ich tauche komplett ein in diese ‚neue Welt‘.
Ganz anders bei ‚The Way Ever Lasting’. Ich kann mich nicht einfach fallen lassen. Mir wird Konzentration abgefordert. Dramatisch und zerrissen wirkt die Entführung eines Liebespaars in die Dämonenwelt. Wie bereits im ersten Stück verschmelzen die Bilder mit einer ganz besonderen musikalischen Collage zur vollständigen Einheit.
‚Fantaisies‘ ist das vielleicht schnellste und lebendigste Stück des Abends. Das komplette Ensemble ist auf der Bühne, und erschafft opulente und fast monumentale Bilder. Der Titel ist Programm, für mich irgendwo in einer alten und vergangenen Zeit. Die aufkommende Spannung packt mich bis zur letzten Minute.
An diesem Abend ergänzen sich drei völlig unterschiedliche Stücke gerade in ihrer Andersartigkeit. Ich werde diesen Abend nicht nur empfehlen, ich werde mir das Programm noch einmal ansehen müssen. Ein aufrichtiges Bravi an alle Beteiligten!

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Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

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