Das erlösende Licht der Wahrheit

Otello

Michael Menge über die Premiere von Verdis „Otello“

Die dritte Premiere in dieser Spielzeit war „Otello“ von Giuseppe Verdi. Für mich eine sehr bewegende Inszenierung, wahrscheinlich, da es keine Palmen auf Zypern gab.
Otello ist ein einfach konstruiertes Drama von Shakespeare das von Liebe, Freundschaft und einer bitterbösen Intrige handelt. Die Inszenierung von Michael Thalheimer reduziert das Stück sehr präzise auf seine Grundaussagen und präsentiert diese dem Publikum durch sehr klare, verstörende und imposante Gesten, die einen emotional und mental fordern und bewegen.
Das Stück in einer schwarzen Box mit schwarzen Kostümen spielen zu lassen, war für mich am Anfang eine gute Idee, die mit der Erwartungshaltung des Publikums bricht. Im Verlauf der Oper offenbart diese gewählte Gestaltung der Bühne erst ihre Kraft, die mich unverhofft berührt hat. Das Bühnenbild entwickelt sich von einem Schauplatz des Sieges und des Ruhmes in der realen Welt zu der verwirrenden Gedanken Welt von Otello. Dieses konstruierte Gefängnis wird im Verlauf des vierten Aktes von den unterschiedlichen Protagonisten wie z. B. Jago, Desdemona und Cassio besucht. Für Otello selbst gibt es aber keine Möglichkeit zur Flucht und somit bleibt er immer wieder alleine zurück und verliert sich völlig in seiner falschen Wahrheit, die seine tiefsten Ängste widerspiegelt. Erst am Schluss gelingt es ihm, seine düstere und neurotische Gedankenwelt auf dramatische Weise zu durchbrechen und das erlösende Licht der Wahrheit zu erkennen.
Für mich eine sehr beeindruckende Inszenierung von Otello, die die Liebe und Verzweiflung zwischen Desdemona und Otello sehr eindrucksvoll darstellt.

28.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

Michael Menge
Selbstständiger Grafikdesigner

Michael Menge ist Inhaber der Design Agentur „Oppa Franz“ aus Duisburg. Im Dialog mit seinen Kunden schaut der freie Art Direktor und Designer genau hin: „Es geht uns um den ganzheitlichen Charakter eines Unternehmens. Denn interessante Persönlichkeiten sind nicht perfekt – und spannende Marken auch nicht.“ Genau hinschauen möchte er jetzt auch als Scout für Oper und Ballett in Duisburg. Er ist sehr neugierig auf das Projekt, da er bisher wenig Berührung mit Oper oder Ballett hatte und freut sich darauf, diese Art der Darstellung und des Ausdruckes besser verstehen zu lernen.

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