Otello- Tragedy in the black box

Otello

Alexandra Schiess über die Premiere von Verdis „Otello“

Die Oper Guiseppe Verdis beschreibt das Drama um das Liebespaar Otello und Desdemona. Der Zuschauer wird Zeuge, wie die Liebe durch Selbstzweifel , Misstrauen, Verlustangst, Machtmissbrauch, und Intrige regelrecht zermalmt wird. Es mündet im Tod Beider.
Jeglichem traditionellem Bühnenbild entrückt, findet das Drama in einem komplett schwarzen Raum statt. Die Bühne verwandelt sich in einen Kubus. Schieferartige Platten, Quader und Stufen werden dem Moment angepasst ausgeleuchtet.
Das gesamte Kostümbild, der Chor, als auch die Solisten sind ebenfalls komplett schwarz gekleidet. So dass es optisch ermöglicht, Protagonisten ’verschwinden’ zu lassen , ohne von der Bühne zu gehen. Anderes kann durch die Lichtführung wiederum schnell hervorgehoben werden. Einzig das Taschentuch und Desdemona’s Hochzeitskleid erstrahlen in klarem Weiss. Weniger in der Idee der Unschuld, als der bildhafte Ursprung des zunehmenden Dramas.
Der Chor hat in dieser Oper eine ganz besonders starke Rolle. Voller Kraft verleiht er der Tragödie eine maximale Steigerung aller dargestellten Emotionen. Das Kostümbild ist nicht uniform. Jedes Kostüm ist einzigartig, wie es die Charaktere auch sind. Das Schwarz verbindet und wird zur großen, tragenden Einheit.
Desdemona steigert schien ihrer Rolle, mündend in einem wunderschönen Solopart ,dem Lied vom Weidenbaum’ (Brigitta Kele mit wunderschönstem Sopran).
Jago, sagenhaft gut in seiner Rolle Simon Neal, stellt die personifizierte Intrige dar. Ein Nihilist par excellance.
Otello, dargestellt von Gustavo Parat, wird vom gefeierten helfen zum Spielball seiner Selbstzweifel und Ängste. Mehr und mehr durch die Intrige Jagos in den Wahnsinn getrieben, weiß er nicht mehr wie er denken und handeln soll und wird zum Mörder seiner Frau-
Im letzten Akt bricht die schwarze ‚Bühnenbox‘ auseinander, große Fugen öffnen sich und bringen ‚Licht ins Dunkel‘ des Dramas- Jagos Intrige offenbart sich- Otello erkennt seinen Fehler, ihm bleibt kein anderer Ausweg, ausser sich selbst zu töten.

28.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

 

Alexandra Schiess
Modedesignerin

Alexandra Schiess war Opernscout der ersten Stunde: Schon in der Spielzeit 2009/10 lernte sie das Projekt kennen und war sofort begeistert, Teil des Experiments zu sein. Mittlerweile ist sie Mutter von zwei Kindern und freut sich, ein zweites Mal – diesmal in Duisburg – dabei sein zu dürfen. Vor allem der Tanz fasziniert die Modedesignerin, die ihre Kollektionen sowohl in Deutschland als auch international, wie zum Beispiel in Paris, Rom und San Francisco vermarktet: Sie erstellte Kostümbilder für Ballettproduktionen in Dortmund und Hannover und pflegt eine enge Beziehung zum Ballett am Rhein. Der Oper begegnet sie mit Respekt und Freude und ist gespannt auf die neue Spielzeit.

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