Ein Glas Champagner Und: Genießen!

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Christiane Hain über die Premiere von Johann Strauss‘ „Fledermaus“

„Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn) eine der bekanntesten Wiener Operetten ist ein Jahr nach einem großen Börsenkrach von 1873 entstanden. Es ist ein Stück zwischen reiner Champagnerlaune der Neureichen und der Traurigkeit jener, die alles verloren haben.
Dr. Falke, die Fledermaus, denkt sich eine Intrige aus, um sich beim seinem Freund Gabriel von Eisenstein auf einem ausufernden Fest des Prinzen Orlofsky zu rächen. Indem er ihm die eigene, regelmäßig betrogene Gattin Rosalinde als vermeintliche Geliebte zuführt und ihn so der Lächerlichkeit preisgibt. Zeugin wird die ebenfalls eingeladene Adele, die als Putzfrau bei dem Paar arbeitet.

Inszeniert wird die Operette mit einer gewaltigen, sehr bunten und teilweise stark überzeichneten Bühnenbildern und Kostümen, die manchmal an einen schrillen Comic oder an Karneval erinnern. Man merkt den Einfluss der französischen Operette und es erinnert an Moulin Rouge und Jacques Offenbach. Das Fest wird zur Orgie und die Operette zur unterhaltsamen Komödie mit vielen Bezügen zu Duisburg und NRW. Dieser Lokalkolorit hat mir aber nicht so sehr gefallen haben, da ich es schwierig finde, mir Neureiche und verschwenderische Partys in einer Stadt wie Duisburg vorzustellen. In einer Stadt wie Düsseldorf, Berlin oder andere Metropolen in Europa mag das gelingen. Ich empfand es eher als befremdlich und nicht dem Stück dienlich. Vielleicht passt auch einfach der Wiener Walzer nicht ins Ruhrgebiet.

Über die Musik kann man nur sagen: Fantastisch. Man ist von Anfang gefangen und getragen vom Walzertakt des Johann Strauss und es waren viele im Publikum, die sich einfach im Walzertakt auf dem Sessel bewegten.
Eine wundervolle Besetzung ist Wolfgang Reinbacher als Frosch, der mit seiner Schauspielkunst begeistert, neue Akzente in das Stück bringt und mit seinem Humor mich sehr zum Lachen gebracht hat.
Stimmlich haben mich die Rosalinde und die Adele am meisten beeindruckt. Nach dem Abend weiß ich auch, dass der musikalische Anspruch an die Sänger der Operette in nichts einer Oper nachsteht. Erwähnenswert ist auch, dass bei allen Sängern  der Text der Lieder sehr gut zu verstehen war und dies bei einer noch anspruchsvollen schauspielerischen Leistung.

Meine Empfehlung für einen gelungenen Abend: Einfach vorher ein Glas Champagner trinken und den Farb- und Musikrausch genießen.

28.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

Christiane Hain
Application Managerin

Christiane Hain arbeitet im IT-Bereich einer Bank in Köln. Sie ist in der Neckarstraße Duisburg aufgewachsen – in Sichtweise des Theaters, das ein fester Bestandteil im Familienleben war: Die Großmutter, die Eltern, die Schwester und sie selbst – alle waren regelmäßige Theaterbesucher. Mit einigem Abstand nähert sich die Duisburgerin jetzt wieder der Oper und dem Ballett und freut sich auf ihre neue Aufgabe als Opernscout.

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