Herrlich abgefahren!

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Jürgen Ingenhaag über die Premiere von Johann Strauss‘ „Fledermaus“

Die Operette aller Operetten, „Die Fledermaus“, ist in Duisburg zu erleben: Eine bunte Revue mit eingängigen Musiknummern, klasse Darstellern, viel Wortwitz und tollen Bühnenbildern. Messerscharf und spritzig kommt schon die Ouvertüre daher. Der Duisburger Jung und zukünftige Kieler GMD, Benjamin Reiners, dirigiert, und unsere Duisburger Philharmoniker spielen natürlich in der ersten Liga. Regisseur Axel Köhler hat den Staub aus dem Libretto der 1874 uraufgeführten Operette geklopft, ohne das Stück zu vergewaltigen. Zur Entstehungszeit von Johann Strauß´ Meisterwerk hatte der „Black Friday“ noch eine ernste existenzielle Bedeutung. Am Rande des Ruins wurde gefeiert und geprasst. Mehr Schein als Sein! Nur im Theater lässt sich solch einer Gesellschaft ein Spiegel vorhalten. Damals wie heute schön übertrieben – realistisch muss nichts sein!
So dürfen wir über den eitlen, selbstgefälligen Eisenstein (Norbert Ernst) lachen, der den Ruf seines Freundes Dr. Falke (Kay Stiefermann) ruiniert hat. Die Rache der Fledermaus ermöglicht „Prince“ Orlofsky (Kimberley Boettger-Soller). Orlofskys Millionen sind sein Unglück, und so will er Duisburg zum Weltraumbahnhof machen, und davon soll Eisenstein politisch profitieren. Herrlich abgefahren – die Rakete! Sowas muss gefeiert werden. Bei der Melodie von „Ha, welch ein Fest, welche Nacht voll Freud´…“ denke ich zwangsläufig an „Klimbim“. Schön anzusehende Revue-Girls tanzen und begleiten gestenreich das „Uhren-Duett“ oder die „Klänge der Heimat“ im zweiten Akt. Weit über 3000 Lichter fährt Volker Weinhart dafür auf. Für die Pause empfehle ich ein alkoholisches Getränk, denn dann geht es ab in die Justizvollzugsanstalt, und es ist „Schluss mit lustig“! Nicht mit Gefängniswärter Frosch alias Wolfgang Reinbacher, denn die „Motivationshilfe“ von Dr. Falke hat geholfen…
Seinse kein FROSCH, ich habe DIE FLEDERMAUS bereits BLIND empfohlen.

19.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

Jürgen Ingenhaag
Vorstand Musikalische Gesellschaft Rheinberg

Der Staatlich geprüfte Techniker für Druck und Medien organisiert im Vorstand der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg klassische Konzerte in der Stadt am Niederrhein. Daneben spielt er Gitarre in der Rheinberger Band ,,Die Zauberlehrlinge‘‘. Mit Rock- und Popmusik ist er aufgewachsen – sie hat ihn geprägt und trotzdem nicht daran gehindert, ein großer Freund der Oper zu werden; einer, der sogar die Bayreuther Festspiele besucht. Im Theater Duisburg freut er sich nach „Rheingold“ und „Walküre“ in dieser Spielzeit auf die Fortsetzung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“.

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