Schöne Stimmen und Dramatik, besser geht es kaum!

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Hubert Kolb über die Premiere von „Maria Stuarda“

Donizettis Oper Maria Stuarda hörte ich nebenher zuhause: schöne Arien, schön gesungen, aber irgendwie langweilig.
Was für ein Unterschied zu Maria Stuarda auf der Opernbühne in Düsseldorf.
Das war Dramatik pur! Regisseur Guy Joosten hatte alles auf den Gegensatz von Königin Elisabeth und Maria Stuart fokussiert. In einem großem Bühnenraum waren das Schloss gegen das Gefängnis gesetzt, auch ohne Rolle in einer Szene waren oft beide Frauen präsent, eine als stumme Gegenspielerin. Und Beide sangen und spielten mit voller Emotion. Herrlich!
Wenn dazu noch großartige Stimmen kommen, Adela Zaharia als Maria Stuarda himmlisch voll, weich und intensiv, etwas schmaler im Klang eine ebenfalls eindrucksvolle Maria Kataeva als Elisabetta I., dann ist jeder Opernscout und das ganze Publikum begeistert.
Die Männer sind mehr Stichwortgeber, nur der großartige Tenor Shalva Mukeria als Graf Leicester hat größere Partien und singt auf dem Niveau der beiden Damen, was für eine Emotion hat er in der Stimme!
Höhepunkt sind die letzten beiden Szenen, die Beichte und die Hinrichtung. Endlich lässt Donizetti das Orchester als musikalischer Partner auftrumpfen, der Chor hält grandios dagegen.
Fazit: Obwohl Weltklasse, hätten schöne Stimmen zu gefälligen Melodien nicht gereicht. Aber verbunden mit soviel Emotion und Dramatik ist daraus große Oper geworden!

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

 

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