In siebten Opernhimmel

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Michael Langenberger über die Premiere von „Maria Stuarda“

Weltklasse! …eigentlich bräuchten Sie gar nicht weiterlesen…
… denn ich wüßte nicht so recht, wen oder was ich in der rundum perfekten Opernaufführung besonders hervorheben sollte. Denn wenn alles zum richtigen Zeitpunkt perfekt ist, wäre ich es, der ungerecht seien würde, würde ich etwas hervorheben.
Einzig, ich kann Sie auf bestimmte Stellen im Stück vorbereiten, in denen Ihr Herz Sie selbst in den siebten Opernhimmel heben wird.
Wenn man weiß, dass bestimmte Kadenzen im Belcanto für die Stimmen zwar notiert sind, jedoch den Solisten weiten Spielraum der Ausgestaltung lassen, dann wird klar, mit welcher Brillanz Maria Kataeva als Elisabetta I. und Adela Zaharia als Maria Stuarda, in einer Art Kampf der Stimmen, ihre unterschiedlichen Rollen vertreten. Die Mezzosopranistin der Staatsmacht gegen die lyrische Sopranistin eines rebellischen Herzens. Beide reizen kraftvoll, gekonnt und mit Einfühlungsvermögen ihren jeweiligen Tonumfang weit über die zwei Oktaven hinaus aus, die Menschen üblicherweise zu bieten haben. Man hält es nicht für möglich, mit welch zum Teil tiefen Tönen Maria Kataeva kraftvoll und zauberhaft schön, ab der Mitte Ende der ersten Hälfte, sich mit Adela Zaharia stimmlich “duelliert“.
Beherrscht Elisabetta I. die erste Hälfte des Werkes, dominiert Adela Zaharia den zweiten Teil. Ihre Koloraturen, mit Leichtigkeit vorgetragen, als ergäbe sich jeder Ton ganz ohne Anstrengung und mit spielender Leichtigkeit. Doch wirklich dahingeschmolzen bin ich in bestimmten Passagen, als sie sich Bodgan Taloʂ in der Rolle von Giorgio Talbot, offenbart. Dieser führt einen Dialog quasi in “Plaudertonlautstärke” mit Maria Stuarda. Sie unterlegt seinen Gesang mit hauchzarten, unendlich leise und gleichzeitig kristallklar gesungenen Tönen. Gerade so wie eine „Prise Zucker“ zum Tenor, um damit beide Klangfarben kontrastiert zu erhöhen. Einfach Zauberhaft!

Den gesamten Abend sind Sie als Zuhörer eingebettet in Szenerie, Bühnenbild, Kostüme, Licht und einer Chor- und Orchesterleistung, dass Sie Raum und Zeit vergessen. Alle Sinne werden angesprochen, mit dem Äußersten umschmeichelt und verwöhnt, eben mit allem was ihnen gut tut.

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

 

 

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