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Sandra Christmann über die Premiere von Anno Schreiers „Schade, dass sie eine Hure war“

Von Trashy -Splatter über commedia dell’arte, ein bißchen Shakespeare, ein bißchen Schmierenkomödie, fliegende Pilzpenisse, deren Muster sich in den inszestuösen Geschwisterpaarkostümen wiederfinden, hat Anno Schreier originell und befremdlich alles in seiner Inszenierung bedacht.
Ich habe gelacht, weggeschaut, mich fremd geschämt, gefreut, war beeindruckt und entsetzt.
Genreübergreifend sind Bühnenbild und Kostüme kreiert.
Das Bühnenbild, insbesondere die Choreografie nach der Pause mit dem schwebenden „Mies van der Rohe“ Kubus. Excellent.
Alles in allem interessante, kurzweilige Kompositionen.
Musikalisch: modern, für mich als Laie gewöhnungsbedürftig aber im positiven Sinne.
Gesanglich war der Mönch, Bogdan Taloş, am Mächtigsten.
Soweit.
Wie immer (ausgenommen die Predigt des Mönches zu Giovanni) ist die Frau die Schlampe. Ach ja.
Neben allen albernden blutigen, teilweise komischen, Suiziden und Morden ist ein Akt definitiv too much: Bauchtritte in die schwangere Frau. Dieses brutale Moment passt nicht in die Groteske, der vorab und danach sonstigen dargestellten „Gewaltakte“ des Stückes. Wenn dieses der Inszenierung tatsächliche Gretchentragik verleihen soll, dann rundet das nicht ab, sondern wie geschrieben, passt nicht.

Alles in Allem: mehr als unterhaltsame Inszenierung mit lustigen Momenten und einer ausgereiften Komposition an Inszenierung in „fast“ allen Belangen.

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Sandra Christmann
 Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Sie engagiert sie sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

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