Love is a losing game

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Markus Wendel über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Noch bevor am Ende der Vorhang gefallen ist, wissen wir, dass es nicht gut ausgehen wird. Und ja, so wird es auch an diesem Abend sein. In den letzten Minuten des Unvermeidlichen hebt sich lautlos ein Kulissenteil. An der Unterseite leuchtet der Schriftzug ‚Love is a losing game‘.

Nachdem klar war, dass ich es nicht in die Opernwerkstatt schaffen würde, habe ich beschlossen, mich überraschen zu lassen, von dieser mir bis dato unbekannten Oper. Lediglich die Einführung vor der Vorstellung habe ich besucht. Und das Vorspiel gehört. Zweimal, im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Die Geschichte ist mir jedoch, wie wahrscheinlich den meisten von uns, nicht völlig unbekannt. Und heute beginnt sie mit einem Herzschlag.

Die Inszenierung ist gewaltig. Es bleibt durchgängig düster und neblig, die Bilder sind kraftvoll, intensiv, und spannungsgeladen. Nur selten ist es dabei ebenso hochromantisch, wie Gounods wunderbare Musik es vorgibt. Es geht vielmehr um die dramatischen Momente, die ihren Raum bekommen, und bis zum Zerreißen verstärkt werden. Die Handlung wird immer wieder gebrochen, bis zum Schluss gibt es fordernd-unerwartete Wandlungen. Die Beziehung zwischen Roméo und Juliette erscheint hochfragil. In ihrem Umgang wird wahre Nähe scheinbar kaum zugelassen. Immer wieder lösen sich beide, wenden sich ab, erstarren die Blicke. Es ist wie ein Traum, und voller Zweifel.

Das Ende überrascht, und macht nachdenklich. Das Publikum hält für einen kurzen Moment inne, dann bricht großer Applaus durch die ausverkauften Reihen.

Diese Inszenierung verlangt nach kontroverser Diskussion. Mich hat sie völlig umgehauen, und ist wahrscheinlich das Beste, was ich in Düsseldorf bislang erlebt habe.

Ein großes Bravi an alle Beteiligten! Und an alle, die dieses mutige Konzept geschaffen und ermöglicht haben!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

 

 

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